vor der Anschaffung
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Die Lebensumstände:
Die werden sich verändern. Sind Sie bereit, für einen Hund ihren Alltag umzukrempeln – und zwar für die nächsten zehn und mehr Jahre? Nicht viel bleibt so, wie es war!
Die Zeitfrage:
Sind Sie berufstätig? Wenn ja, Vollzeit, dann bedenken Sie, das ein Hund nicht länger als fünf Stunden täglich regelmäßig alleine bleiben sollte. Hier müssten Sie also für eine Betreuung tagsüber sorgen, Hundeauslaufservice und Co. bieten sich vielerorts an. Sehen Sie hier keine Möglichkeiten oder können ihren Hund nicht mit zur Arbeit nehmen, sollten Sie von einer Anschaffung absehen.
Die Beschäftigung:
Egal, ob es stürmt oder schneit, sie sich nicht fühlen oder zu anderen Dingen eher Lust haben, sie müssen sich immer auch um den Hund kümmern. Ob es der tägliche, längere Spaziergang bei jedem Wetter ist oder die artgerechte Auslastung und Beschäftigung. Denn neben ausreichendem Auslauf, braucht ein Hund auch Aufgaben für seinen Kopf. Manch Suchspiel ist anstrengender als ein Spaziergang. Wie Sie es angehen, bleibt ihnen und Ihren Vorlieben überlassen, manch einer findet ein neues sportliches Hobby mit seinem Gefährten in einem Hundesportverein, andere schließen sich privat zusammen und wieder andere lassen ihrem Ideenreichtum zu Hause freien Lauf. Das Wie ist nicht entscheidend, sondern das „Überhaupt“.
Die Familie?
Sollten alle dafür sein. Und es muss geklärt werden, welche erwachsene Person sich um den Hund und seine Erziehung hauptverantwortlich kümmert. Kein Kind sollte einen Hund erziehen, bzw. bis zu einem gewissen Alter mit dem Hund alleine bleiben. Hunde schätzen Neckereien von Kindern, je nach ihrer Reizschwelle, sehr unterschiedlich ein.
Die Wohnung?
Sie leben in einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus.
Dürfen Sie Hunde halten? Klären Sie dies unbedingt vorher ab. Und bedenken Sie, dass u.U. viele andere Mieter an jedwedem Lärm, den ein Hund verursachen kann, teilhaben.
Außerdem sollten Sie sich auf eine veränderte „Sauberkeit“ einstellen. Hund haaren, Hunde schleppen anderen Dreck mit rein, im Sommer gibt es mal die eine oder andere Zecke oder auch mal einen Floh. Der Hund ist nass und dreckig und müffelt intensiv nach, wir ahnen es, HUND, vielleicht ist es aber doch was anderes. Und er bleibt auch nicht ruhig in der Ecke sitzen, um zu trocknen, sondern tapst über ihren frisch gewischten Boden. Es ist einfach so, wer einen Hund in sein Wohnumfeld holt, muss sich von einigen Standards verabschieden.
Was ist im Urlaub?
Sie sollten bereit sein, sich auch hier umzustellen. Für die meisten Hunde ist es schön, mit ihnen zu verreisen. Wir waren schon mehrfach in Dänemark, es war toll. Was sehr viel komplizierter wird, sind Touren mit dem Flieger, bei mehreren Hunden geht es eigentlich nur noch mit dem Auto. Wollen Sie ihn nicht mitnehmen, brauchen sie eine gute Unterbringung.
Und die Kosten?
Nicht zu vergessen: Ein Hund kostet nicht nur sehr viel Zeit, er kostet ganz schlicht auch Geld.
Hundesteuer, Impfungen und Hundehaftpflicht sind Pflicht. All das wird jährlich fällig und die Kosten für die Steuer unterscheiden sich bundesweit teilweise erheblich. Dazu kommen die Futterkosten, der Tierarzt und die gesamte Ausstattung. Auch die Unterbringung im Urlaub oder ein Hundesitter kosten Geld.
Fazit: Es kommt viel Neues auf Sie zu, wenn Sie einen Hund anschaffen. Sie verändern ihr Leben, und zwar sehr gründlich, sie geben wahrscheinlich mehr Geld (Siehe auch Unterpunkt Kosten) aus, sie müssen ihre Zeit neu einteilen und ihren Alltag neu organisieren. Neben der Organisation des „normalen“ Lebens mit Kindern, Job, sonstigen Aufgaben und Hobbys, kann das schon recht aufreibend sein. Zusätzlich müssen sie, wenn sie noch nicht so viel Erfahrung in der Hundeerziehung mitbringen, vieles dazu lernen, um ihrem neuen Kameraden das Leben mit Menschen zu erklären.
Sind Sie also offen für soviel Veränderung, dann können Sie sich auf eine spannende, lehrreiche und wunderschöne Zeit mit ihrem neuen Gefährten freuen. Ahnen Sie hingegen, dass sie soviel Veränderung gar nicht wollen, dann seien sie ehrlich zu sich selbst und verzichten auf eine Anschaffung – dem Hund zuliebe.
© christiane jantz 2005
