FAQs

Die FAQs sind einige Fragen, die immer wieder aufgetreten sind und die wir Christine Tust, Anja Glück und meine Wenigkeit vor einigen Jahren beantwortet haben. Da diese immer noch Relevanz haben, denn die Rasse hat sich ja nicht grundlegend geändert, werden sie nachstehend aufgeführt.

Sie finden hier folgende Themen:

Welpen – Wie oft müssen sie raus und  wie lange kann man sie alleine lassen?

Dies ist mit Abstand der am häufigsten auftretende Fragenkomplex – weiterführend wird das Thema Stubenreinheit unter  „Stubenrein“ erläutert.

Welpen werden ca. nach der 8. Lebenswoche abgegeben. Die ersten Wochen  sind dann für die neuen Besitzer ziemlich stressig, denn der Welpe muss nun lernen, dass er nicht in die Wohnung machen darf und muss dazu      anfangs alle 1 – 2 Stunden rausgebracht werden. Junge Hunde sind  sehr gelehrig und begreifen schnell, was man von ihnen will, aber auch dann kann man sich auf einen zwei Stunden-Rhythmus einstellen für die erste Zeit. Sie können einfach nicht länger aushalten! Das heißt allerdings nicht, dass man den Hunden zwingen muss, wenn er z.B. schläft, dass er dann geweckt wird, um ihn rauszubringen. Wenn er schläft, dann wird schon nichts passieren, kritisch wird es erst,  wenn der Kleine wach wird, dann ist schon Eile geboten.

Nach und nach werden die Abstände größer, kleine Missgeschicke  passieren aber schon noch einmal (z.B. beim intensiven Spielen oder nach dem Fressen), darauf muss man sich einrichten. Dann nicht zu sehr schimpfen,      schnell rausgehen mit dem Hund.

Im Alter von 6 Monaten können die Hunde schon nachts etwa 8 – 9 Stunden durchhalten  und einen Tagesrhythmus von vielleicht drei oder vier Stunden einhalten.

Dies gilt nie für alle Hunde, jeder Hund ist da unterschiedlich,  das sind alles nur „pie-mal-Daumen“-Regeln! Wir haben schon  von Welpen gehört, die innerhalb von einer Woche  „stubenrein“ waren, so etwas gibt es, aber heißt nur: Der Welpe  hat verstanden, dass er nicht in die Wohnung machen soll – die Möglichkeit,  woanders zu machen, müssen Sie ihm geben, sonst ist bei allem guten Willen ihres Babys das nächste Malheur vorprogrammiert.

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Einen Welpen sollte man zunächst gar nicht alleine lassen.
Sie haben dann große Verlassensängste und werden zwangsläufig  heulen oder suchen Trost im „Möbelzerschreddern“ oder „Abtapezieren“. Man muss ihm erst ganz langsam beibringen, dass ihm nichts passiert und man immer wiederkommt. Hunde sind Rudeltiere,      die sich nun einmal am wohlsten fühlen, wenn ihr „Rudel“ immer  komplett ist.

Trainieren kann man zum Beispiel durch den Gang zum Mülleimer, zum  Briefkasten, in den Keller, dann zum Zeitungshändler, Bäcker, etc…

Sie sollten also mit Mini-Sequenzen anfangen und diese langsam steigern.

Schleichen Sie sich nie einfach davon!! Dann muss der Hund ja Angst bekommen, dass Sie ihn verlassen wollen. Machen Sie ein Ritual aus dem Weggehen, dass er sich merken kann. Z.B. lassen Sie ihn sitzen (wenn er es schon kann) und sagen: „Ich komme gleich wieder, sei schön brav“.  Sie können auch „Pudelmütze“ sagen, das ist dem Hund wurscht, aber lassen sie es zu einer wiederkehrenden Handlung werden, die er erkennen kann. Und loben Sie ihn, wenn er artig gewesen ist. Wenn er anfängt zu jaulen, Abstände wieder verkürzen und vor allem nicht „trösten“ wollen. Denn damit bestätigen Sie dem Hund, dass es ihm schlecht ging und er wird es nächstes Mal wieder tun. Gehen sie auf Jaulen nicht ein. Wenn möglich, gehen Sie erst wieder zu dem Hund, wenn er nicht mehr jault und loben ihn dann ganz doll. Belohnen Sie also sein Aufhören!

Wenn man ihnen Zeit gibt, lernen die meisten Hunde, einige Zeit alleine zu bleiben.

Dennoch sollte man sich klarmachen: Ein Hund sollte regelmäßig nie länger als ca. 5 Stunden alleine zu Hause bleiben!!! Wenn man einem Hund das nicht bieten kann, sollte man sich keinen anschaffen.  Und, wenn man schon einen hat und die Lebenssituation sich so verändert,          dass der Hund mit einem Mal alleine bleiben muss, sollte man sich an einen Hundeauslaufservice o.ä. wenden, um dem Hund noch ein halbwegs artgerechtes Leben zu bieten. Mehr dazu unter: Stressfreie Erziehung zum Alleinebleiben!

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Oder ist ein erwachsener Hund vielleicht besser  für mich geeignet?

Kann ich die Anfangsarbeit bei einem Welpen nicht leisten, sollte man sich nach einem erwachsenen oder zumindest schon einige Monate alten Junghund      umsehen. Das hat auch viele Vorteile, denn der Züchter – oder das Tierheim oder die Pflegestelle – können dann schon recht zuverlässige Aussagen über den Charakter machen und man kann oft einen Spaziergang mit dem Tier machen, um sich kennenzulernen und den Hund im Umgang mit anderen Hunden/Tieren/Menschen/Kindern beobachten.

Auslauf

Ein PJRT ist von der Veranlagung ein Arbeitshund und braucht als solcher viel Beschäftigung, nicht nur körperlich, sondern auch geistig. Ca.  zwei Stunden Auslauf am Tag (mindestens eine Stunde am Stück richtig laufen können) sollte so ein Hund bekommen. Kann man nicht ganz so viel laufen (weil man mit Grippe im Bett liegt o.ä.) kann man hier Abhilfe durch vermehrtes Spielen zu Hause verschaffen.

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Rüde oder Hündin

Rüden sind dominant und Hündinnen ergeben ? Falsch!

Jackys sind grundsätzlich temperamentvolle Hunde – unabhängig vom Geschlecht. Es gibt immer dominantere und weniger dominante.

Bei einem  Rüden muss man sich evtl. auf kleine Machomanieren (z.B. verteidigt  eine Freundin gegenüber anderen Rüden) einstellen, Hündinnen können evtl. ein bisschen zickig sein (wie bei allen Hunderassen).

Der Vorteil eines Rüden: er wird nicht läufig. Nachteil, sie müssen jedes Mal mindestens (!) eine halbe Stunde pro Spaziergang  einplanen, weil er an jedem zweiten Baum ein bisschen pieselt (Revier markieren).  Außerdem werden einige „kopflos“, wenn läufige Hündinnen in der Nähe wohnen.

Der Vorteil einer Hündin: Sie laufen den Rüden nicht hinterher,  erledigen ihre Geschäfte zügiger (auch hier gibt es welche, die ihr Revier markieren, meist dominante Hündinnen). Oftmals sind sie nicht ganz so große Rabauken wie ihre männlichen Verwandten.

Nachteil ist hier die Läufigkeit (in der Regel zweimal im Jahr), wobei nur die Stehtage kritisch sind (evtl. sollte man sich eine Kastration überlegen).

Manche Menschen finden Rüden kerniger oder Hündinnen freundlicher,  das sind meist Erfahrungswerte mit nur wenigen Hunden.

Generell sollte man mit den Züchtern ein ausführliches Gespräch führen, welcher Welpe welche Charaktereigenschaften zeigt und danach entscheiden. Der Charakter des Hundes sollte zum Menschen passen (z.B.  ein Mensch der Agility machen möchte sollte keinen nervösen oder ruhigen Hund nehmen etc.), dann ist das Geschlecht egal. (Weiterführende Informationen zum Thema Auswahl des Züchters)

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Glatt- oder rauhaarig?

Das kann man bei einem Welpen selten genau bestimmen, höchstens aus der Erfahrung eine Vermutung abgeben. Es gibt glatthaarige Welpen aus zwei  rauhaarigen Elternteilen und rauhaarige aus nahezu glatthaarigen Eltern.  Oftmals zeigt sich ca. ab der 12. Woche eine Tendenz, manche Hunde ändern  ihre Haarqualität allerdings noch nach 6 Monaten. Man kauft eine Art „Wundertüte“.

Sprechen Sie auch hier mit den Züchtern, sie können Ihnen vielleicht sagen, ob diese Hündin bisher nur rauhaarige Welpen gebracht hat (etc.),  aber eine Garantie kann Ihnen keiner geben.

Farbe?

Die Farbe, weit ausgedehntes Kapitel: Grundsätzlich ist es so, dass ein JRT als Grundfarbe weiß haben sollte. Dazu kommen braune, schwarze  oder helle (fast gelbliche) Flecken.

Es ist nicht richtig, dass „wahre“JRT nur die dreifarbigen sind.

Es ist nicht richtig, dass JRT nicht weiß-schwarz sein dürfen  oder weiß-braun sein müssen.

Es ist Unsinn, dass Flecken an bestimmen Stellen sitzen müssen.

Es ist kein Manko, wenn der Hund keine Pigmente am Augenlid aufweist.

Warum: Ganz einfach, der JRT ist zur Fuchsjagd bestimmt. Er soll mehr weiß als Farbe aufweisen, damit man ihn nicht mit dem Fuchs verwechseln  kann, aber ansonsten ist es dem „Terrierman“ (und dem Fuchs)  wurscht, wo und welche Farbflecken der Hund hat.

Welche Zeichnung man bevorzugt, hängt einfach vom persönlichen Geschmack ab.

Die Farbenlehre ist übrigens ein spannendes und komplexes Thema, ich habe darüber auch in meinem Buch ein Kapitel verfaßt :-).

Die Kosten

Achja, dann die Frage nach den Kosten. Der Welpe, der Tierarzt, die   Hundesteuer, Versicherung, Futter, Zubehör….usw.

Grundsätzlich läßt sich sagen, dass die Anschaffung nur ein kleiner Teil der Kosten ist, die im Laufe der Jahre auf sie zukommen werden. Über den Daumen gepeilt, kostet ein Parson-Jack-Russell-Terrier von einem anerkannten Züchter zwischen 750,– und 1.500,– € wobei auch hier sicherlich noch Schwankungen von Züchter zu Züchter oder regional festgestellt  werden können.

Die Folgekosten sind aber sicherlich der Teil, der wesentlich mehr ins Gewicht fällt. Tierarzt mit Impfungen und Behandlungen machen,  neben dem Futter, einen großen Posten aus, hier würde ich, gerade wenn der Hund noch jung ist, mit mehr Kosten rechen, ca. 30,00 € pro  Monat. Hat sich ihr Baby erstmal konsolidiert, kommen nur noch die Impfungen (einmal pro Jahr) und gelegentliche Wehwechen hinzu.

Die Ernährung. Kein Hund sollte sich ihre Nahrung mit Ihnen teilen  und zum Resteverwerter werden. Speziell zusammengestellte und auf den jeweiligen      Energiehaushalt eines Hundes abgestimmte Hundenahrung ist nicht so teuer und der Hund wird es Ihnen mit einer langen Gesundheit danken. Hier kann      ich kaum eine Hausnummer angeben, aber ich denke zwischen 1,00 bis 2,00 € (für unsere Zwerge) täglich ist vorstellbar.

Versichert werden muss der Hund auch, eine Hundehaftpflicht ist zwischen ca. 60,00 und 150,00 € pro Jahr erhältlich und auf vielen Hundeplätzen Pflicht. Bei Listenhunden gelten andere Preise, oder sie werden auch bei vielen Gesellschaften  gar nicht angenommen.

Die Hundesteuer: Die ist von Stadt und Region her ganz unterschiedlich, in Berlin kostet ein Hund bald vielleicht 150 € pro Jahr, in ländlichen  Gebieten ist es oft weniger.

Und haben Sie sich überlegt, wo der Hund untergebracht wird, wenn Sie verreisen und Sie ihn nicht mitnehmen können, auch hier können  Kosten auf Sie zukommen. Und auch die Unterbringung am Urlaubsort kostet      evtl. mehr, die Bahnkarten usw.

…und der ganze Zusatzbedarf: Das ist das, was wir alle so gerne einkaufen, Spielzeug, Knochen, Decken, Körbe, Käfige, Näpfe, Leinen und Halsbänder undundund. Hier gibt es nach oben keine Grenze.

… und ein ganz wesentlicher Faktor: Egal, was der Hund geldlich kostet, er  „kostet“ Zeit, er braucht Aufmerksamkeit und die lässt sich  nicht kaufen, sondern die muss man sich nehmen, gerade ein Jack-Russell in  seinem ersten Lebensjahr ist sehr anspruchsvoll, investieren sie hier viel,  werden Sie dafür später doppelt und dreifach belohnt.

Sicherlich wiederholen wir uns hier, aber unserer Meinung nach, ist einer  der wichtigsten Faktoren für die Anschaffung eines Hundes: Haben Sie die nötige Zeit, sich einem jungen Hund zu widmen und hier sprechen  wir, wie Eingangs schon erwähnt davon, nicht von den kurzen Gassigängen oder von einem Laufenlassen im Garten, sondern von Dingen wie Hundeschule, Üben,  Spaziergänge, die mit An- und Abfahrt gerne zwei Stunden und mehr brauchen und vieles mehr.  Seien Sie sich selbst gegenüber ehrlich, und schätzen Sie ab, wie viel Zeit Sie wirklich in Ihrem Tagesablauf erübrigen können. Eine ganz sachliche Bestandsaufnahme wird Sie und den Hund davor bewahren, dass es dann doch nicht klappt.

Nicht berücksichtigt wurden Fragen: Wie finde ich den richtigen Züchter? Hierzu gibt es ein eigenes Kapitel Züchterauswahl.

So, genug der vielen, vielen Worte: Wir wünschen Ihnen viel Freude bei der Bestandsaufnahme und noch viel mehr Freude mit Ihrem neuen Gefährten und hoffen, dass wir Ihnen mit dieser Auflistung ein paar der dringensten Fragen beantworten konnten.

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Interessantes im WEB

Veröffentlichungen

Eigene Veröffentlichungen: Parson- und Jack Russell Terrier – Große Hunde in kleinem Körper

Externe Artikel, die interessant sind:

Judging the Parson Russell Terrier von Mary Strom Bernard – übersetzt von Bettina Becker

Kritische Tiermedizin:
Ernährung unserer Hunde
Skeletterkrankungen: Fütterungsbedingte Ursachen und Empfehlungen zur Prophylaxe

Die Kastration der Hündin

Symptome Gebärmutterentzündung / -vereiterung

Die Operation des grauen Stars beim Hund

 

Bilder

(Erb)-Erkrankungen

Jede Rasse und auch Mischlinge sind mit genetischen Mutationen belastet. Der Rassehund aufgrund seines kleineren Genpools häufig mit bestimmten Krankheiten, die für seine Rasse als typisch gelten, der Mischling vereint alles, was er an Genen in sich trägt, also auch oft ebenfalls einige unerfreuliche „Gendefekte“.

Weiterlesen(Erb)-Erkrankungen

Anschaffung

Die Anschaffung eines Hundes ist oft ein langer Prozess, der manchmal über Jahre hinweg reift, hin und wieder dauert es aber auch nur ein paar Minuten und man ist auf einmal – eher plötzlich – Besitzer eines niedlichen kleinen Hundchens.

Es gibt keinen Königsweg, ich kenne Menschen, die haben sich aus einer Laune heraus einen Hund angeschafft und entwickelten sich dann zu absoluten Hundefreaks mit dem vollen Programm, was man durchlaufen kann. Andere wiederum planen, organisieren und sind dann trotzdem nicht in der Lage, die Realität zu bewältigen, diesen manchmal so aufreibenden Alltag, wenn ein Hund in´s Haus kommt.

Aus meiner Erfahrung heraus kann ich sagen: Mir persönlich ist es immer lieber, wenn sich jemand schon vorher viele Gedanken macht, als dann, wenn der Welpe oder Hund da ist, festzustellen, dass ein Hund nicht in´s Leben paßt. 02032013_hunde-210

Aber woran liegt es eigentlich, dass Menschen doch so oft auf Probleme stossen, wenn ein Hund, oder gehen wir mal von einem Welpen aus, in ihr Leben kommt?

Ich glaube mittlerweile recht fest daran, dass die Diskrepanz zwischen idealisierter Wunschvorstellung und der nüchternen Realität oft sehr weit auseinander klafft und sich dadurch wohl auch diese Hilflosigkeit erklären läßt, die so oft zu beobachten ist. Nicht, dass man seinen Hund nicht lieben würde, nein, nein, aber, wenn man ihn doch nur besser verstehen könnte.

Wenn Sie also einen Hund anschaffen, dann seien Sie sich sicher, er rüttelt ihr Leben durcheinander, nichts bleibt so wie es war. Natürlich ist der Welpe niedlich, ja, aber das ist ja nur ein Teil des Ganzen. Der Welpe ist niedlich ….. UND

  • er ist nicht stubenrein –
  • er knabbert, ach was sag ich, beißt auf ihren Händen rum –
  • er schreit nachts –
  • er verschönert die Möbel, weil er Tischler werden möchte –
  • er kann nicht alleine bleiben –
  • er frißt die Zimmerpflanzen auf –
  • er liebt das sogenannte Abtapezieren –
  • er klaut ihre Strümpfe und frißt sie auf –
  • er klaut eigentlich alles, was man sich vorstellen kann –
  • er jagd die Katze, bewacht das Meerschwein und dreht äußerst geschickt die Schildkröte auf den Rücken  –
  • er pieselt, wenn Besuch kommt –
  • er hat als erster in der Familie die undichte Stelle im Zaun gefunden –
  • er schafft es auch als einziger in der Familie mit seiner Beute unter´s Bett  –
  • er randaliert so laut in seiner Box, dass sich die Nachbarn beschweren –
  • es ist besonders verdächtig, wenn man den Welpen weder sieht noch hört –
  • er ist eigentlich besonders süß, wenn er schläft
  • usw.

Diese Liste kann beliebig erweitert, ergänzt werden und die Zimmerpflanzen können Sie mit ihren Beetpflanzen im Garten austauschen, wenn Sie welche besitzen. Diese Liste ist natürlich mit einem ordentlichen Schmunzeln geschrieben, denn natürlich campinotreffen nur in den seltensten Fällen alle Punkte auf einen einzigen Welpen zu, aber  an das eine oder andere wird man sich vielleicht erinnern können … und froh sein, dass man heute mit seinem Hund ein Team ist.

Aber aller Anfang ist oft schwer: Ein Welpe macht, wenn er wach ist, in ihren Augen viele Dinge, die Ihnen erstmal unverständlich sind oder eben auch dazu führen, dass sie ihn ständig im Auge behalten wollen! Für ihn aber, und das ist ganz wichtig: Er lernt seine Welt kennen, er ist ein Hundebaby, er kann nicht anders, er lernt durch Ausprobieren und Korrekturen unsererseits! Er ist neugierig, verspielt, fühlt sich mal alleine und winselt, weil ja Mama und Geschwister weg sind und weiß noch nicht, dass er doch im Garten sein Geschäftchen machen soll.

Während also der süße kleine Knopf seine Welt kennenlernt, treibt er den Ersthundebesitzer oft in die Verzweiflung. Signale werden falsch gedeutet, Reaktionen erfolgen zu spät oder falsch und nachts möchte man doch einfach mal schlafen, weil man am nächsten Tag ja auch noch ein anderes Programm auf dem Zettel hat, als nur dem Welpen hinterher zu wuseln.

Verständlich möchte man sagen. Ja, ist es auch, jeder von uns, der schon einen Welpen großgezogen hat, hat schon morgens diese nagende Erschöpfung gespürt  – wenn man nach einer nächtlichen Session bei 0 Grad Außentemperatur im Bademantel im Garten stand und dem Welpen zuflüsterte: Sei schön brav! oder Mach Pisi! oder so ähnlich, immer in der Hoffnung, dass dies schnell geschehen möge, man daraufhin in geflüsterte Lobeshymnen ausbricht (die Nachbarn dürften zu diesem Zeitpunkt hoffentlich schlafen, damit man nicht diese unausgesprochenen Zweifel am Geisteszustand im nächsten Gespräch unterschwellig spürt), um dann mit dem Wunschgebet wieder in´s Bett zu sinken, dass es das letzte Mal für diese Nacht war und man schnell wieder einschläft. Der kleine Knopf hingegen ist schon wieder im Welpenschlummerland und findet das eigentlich alles ganz in Ordnung.

Und das ist das Tolle: Der Wicht ist nämlich am nächsten Tag ganz fit und munter, während man selbst noch die Streichhölzer für die Augen sucht und sich fragt, wie man es wohl schaffen soll, den Wicht, die Kinder, die Arbeit, den Einkauf etc. unter einen Hut zu bekommen, ohne den Zwerg unbeaufsichtigt  zu lassen.

Und das ist erst der Anfang! Hat sich der Ersthundbesitzer da durch gebissen, folgen z.B.: Trotzphase, Zahnwechsel, Rüpelphase, erste Läufigkeit, Gejohle bei jungen Rüden, erste Jagderfolge, Raufereien mit anderen Hunden usw.usw. – seien Sie sicher: Irgendwas wird sein!

Wie Sie dann erleben werden, fällt das Verständnis für diesen kleinen Wicht nicht vom Himmel, weder Welpe noch Mensch sind wie füreinander bestimmt geboren, sondern jedes Gespann muß sich erstmal aneinander gewöhnen. Der Mensch muß lernen seinen Hund zu verstehen und sein Leben so einzurichten, dass der Hund auch seinen Platz darin erhält und der Hund lernt die Welt der Menschen kennen und lernt ebenfalls mit jedem Atemzug seines so jungen Lebens.  Und, wenn  Sie das alles hinter sich haben, dann haben Sie Ihren Traumhund und der Hund ein tolles zu Hause, in dem man ihn als Hund schätzt und versteht.

Wie lernen Hunde?

Wie lernen Hunde?

Der Behaviorismus (engl. Behavior = Verhalten) war zwischen 1920 und 1960 in den USA die führende Forschungsrichtung innerhalb der Psychologie. Als ihr einflussreichster Vertreter gilt B.F. Skinner, der in Experimenten das Lernverhalten verschiedener Tierarten in Abhängigkeit von der Verstärkung untersuchte, die das Tier für sein Verhalten erhielt. Die Tiere wurden z.B. in einem „Problemkäfig“ (Skinner Box) dazu gebracht, einen Hebel zu drücken oder auf eine Scheibe zu picken um etwas für sie Wertvolles (wie Futter) zu erhalten oder einem Schmerzreiz zu entgehen.
Begriffe wie z.B. „operante Konditionierung“, „primärer Verstärker“ oder „positive und negative Strafe“, die heute in (fast) jedem Buch über Hundeerziehung zu finden sind, stammen alle aus der psychologischen Forschung dieser Zeit. Die damals gewonnenen Erkenntnisse helfen uns dabei, das Verhalten von Hunden zu verstehen und zu beeinflussen. Das Clickertraining ist die wohl beste Möglichkeit operante Konditionierung auf den Lernprozess anzuwenden – und das mit vielen positiven Nebenwirkungen!
Die Behavioristen sahen das Gehirn des Menschen als eine Art „Black Box“, in die man am einen Ende Daten hineinfüttert und am anderen Ende Ergebnisse heraus bekommt. Die internen Vorgänge im Gehirn interessierten sie nicht, sie hielten das innere Erleben für wissenschaftlich belanglos. Heute weiß man, dass der Fehler dieser Denkrichtung in einem zu vereinfachten Verständnis der Lernvorgänge lag und z.B. der Einfluss persönlicher Faktoren völlig vernachlässigt wurde.

Trotzdem: So lernen Hunde!
Vereinfacht kann man sagen: Die Konsequenzen die einem Verhalten folgen, bestimmen seine Auftretenswahrscheinlichkeit in der Zukunft. Ist die Konsequenz für ein Verhalten positiv, wird das Verhalten wahrscheinlich erneut gezeigt werden, nach einer negativen Konsequenz sinkt seine Auftretenswahrscheinlichkeit.
Bis dahin ist das Ganze einleuchtend und „Erziehung“ scheint gar nicht mehr so schwer: müssen wir also einfach nur den Hund belohnen, wenn er etwas richtig macht und ihn bestrafen, wenn er sich unangemessen verhält??

* Belohnung
Eine Belohnung kann alles ein, was der Hund toll findet, also z.B. etwas Fressbares, ein Spielzeug oder gemeinsames Spiel, Aufmerksamkeit, zu einem anderen Hund hinlaufen dürfen etc., der Hund kann also „Sachen/Ressourcen“ und „Verhaltensweisen“ als belohnend empfinden. Viele Verhaltensweisen, die vom Besitzer eher unerwünscht sind wirken beim Hund „selbstbelohnend“, wie z.B. durch die beim Jagdverhalten im Gehirn freigesetzte Botenstoffe, die den jagenden Hund in einen euphorischen Zustand versetzten.
Unser Vorteil gegenüber dem Hund liegt darin, dass wir als Mensch den Zugang zu den meisten Belohnungen kontrollieren und sie dementsprechend gezielt einsetzten können.

* Strafe
Während man Belohnungen ohne Risiko einsetzten kann, sind Strafen mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden. So wie sie von vielen Hundebesitzern (unbewusst) eingesetzt wird, funktioniert Strafe „rein technisch“ nicht als Erziehungshilfe. Zum einen gewöhnt sich der Hund an die Strafe, d.h. man muss bei jedem Fehlverhalten immer härter bestrafen um noch einen „Eindruck“ zu hinterlassen, zum anderen lernt der Hund durch Strafe nicht, wie er sich richtig verhalten soll.
Wenn ihr euren Hund für etwas bestraft, was er – warum auch immer – in euren Augen falsch gemacht hat, kann das eure Beziehung unnötig belasten! Hunde denken nicht moralisch, sie wissen nicht, was richtig und was falsch ist. Eine Strafe kommt für sie meist aus heiterem Himmel (vor allem, da sie genau wie Belohnung nur innerhalb von 0,2 bis 2 Sekunden später noch mit dem Verhalten verknüpft wird) und macht euch für den Hund zu einer unvorhersehbaren Person, das Vertrauen wird erschüttert. Je nach Persönlichkeit des Hundes wird er auf Strafen z.B. mit Unsicherheit, im schlimmsten Fall mit Aggression reagieren. In jedem Fall setzt ihn euer Verhalten unter Stress und jegliche Lernvorgänge werden gehemmt!

Die traditionellen Methoden der Hundeausbildung beruhen meist auf dem Prinzip, dass der Hund lernen soll, ein bestimmtes erwünschtes Verhalten zu zeigen um damit einen unangenehmen Zustand zu vermeiden. So hilft z.B. bei Leineziehen der „Leinenruck“ – theoretisch. Damit Strafe (und nichts anderes ist ein Leinenruck) funktioniert, muss diese bereits beim aller ersten Mal SO STARK sein, dass der Hund völlig fassungslos sich nie wieder traut zu ziehen. Ansonsten tritt ganz schnell eine Gewöhnung auf, man ruckt wieder und wieder und der Hund zieht in 5 Jahren noch. Die physischen Auswirkungen sind klar erkennbar, Hals- und Kehlkopfschäden, Rückenprobleme (je nach Größe des Hundes auch beim Besitzer), die psychischen Auswirkung eines solchen Umgangs mit dem Hund sind meist nicht so offensichtlich.

* Ein guter Trainer…
… belohnt den Hund für richtiges Verhalten und ignoriert „Fehler“. Das Ignorieren an sich ist im Prinzip bereits eine milde Variante von „Strafe“ für euren Hund, denn er bekommt die erwartete Belohnung NICHT. Eurem Hund ein guter Trainer zu sein (d.h. ihm auf effektive und freundliche Weise zu vermitteln, was ihr von ihm erwartet), bedeutet nun, die für den Hund passende, attraktive Belohnung RICHTIG einzusetzen.

Beispiel „Sitz“ lernen: Am Anfang wird ein neu zu lernendes Verhalten IMMER, jedes einzelne Mal, belohnt. Ihr könnt dem Hund z.B. durch Locken mit dem Leckerchen helfen, in die Sitz-Position zu kommen oder mit dem Clicker zufälliges Hinsetzten einfangen. Ein Kommando benutzt ihr erst, wenn der Hund ganz sicher ins Sitz geht, wenn ihr ihm z.B. das Leckerchen über die Nase haltet. Das Bedeutung des Signals „Sitz“ muss dem Hund ja erst vermittelt werden, also sagt ihr das Kommando am besten, WÄHREND er sich hinsetzt. Durch Wiederholung wird im Hundegehirn die Verknüpfung geschaffen: Wort „Sitz“ + Hinsetzten = Leckerchen, dann könnt ihr anfangen, das Kommando vor die Ausführung zu setzten.
Diese Verknüpfung mit dem verbalen Kommando kann ganz leicht „überschattet“ werden von anderen Reizen, z.B. wirken Berührungen viel stärker als Worte. Wenn ihr euren Hund also während des Sitz-Lernens „körperliche Hilfen“ gebt, erschwert und verlangsamt ihr das Erlernen des zugehörigen Kommandos.

Das richtige TIMING der Konsequenz hat ebenfalls einen Einfluss auf den Lernprozess, denn nur wenn innerhalb eines Zeitraums von 0,2 bis 2 Sekunden nach einem Verhalten belohnt wird, verknüpft der Hund diese Belohnung noch mit dem vorhergehenden Verhalten. Perfektes Hilfsmittel, um das Timing zu verbessern ist der Einsatz von „konditionierten Verstärkern“ (z.B. dem Clicker), also Signalen, die eine Belohnung ankündigen und damit die Zeit überbrücken.

Hat der Hund das Kommando mit dem Setzen sicher verknüpft, könnt ihr von der Immerbelohnung zur VARIABLEN Belohnung übergehen. Variabel bedeutet in diesem Zusammenhang, dass es mal eine Belohnung gibt, mal nicht, der Hund aber nie vorhersehen kann, wann die Belohnung kommt (also nicht immer jedes zweite oder dritte Mal belohnen, das kann sich der Hund ganz schnell ausrechnen). Außerdem muss er das Kommando GENERALISIEREN, d.h. lernen, das „Sitz“ immer Hinsetzten bedeutet, egal ob im Garten, Wohnzimmer oder am Busbahnhof. Hunde lernen Kontextspezifisch, ihr müsst also in ganz verschiedenen Umgebungen mit ihnen üben. In jeder neuen Situation und bei einer neuen/stärkeren Ablenkung sollte die Belohnungsrate und die Qualität der Belohnung wieder erhöht werden.

Was ist sonst noch wichtig?
Wie schon erwähnt, berücksichtigt der Behaviorismus nicht alle Vorgänge, die mit dem Lernen zusammenhängen. Es gibt einen klaren Einfluss von Persönlichkeitsfaktoren, die z.B. rassebedingt sind, also den genetischen Veranlagungen entsprechen. Auch die ausgelösten Emotionen beeinflussen den Lernprozess des Hundes genau wie den des Menschen, unter Stress stören z.B. die im Gehirn ausgeschütteten Neurotransmitter den Lernprozess. In vielen Bereichen kann man das Lernen des Hundes mit dem eines Kindes vergleichen, allerdings darf man dem Hund dabei nicht menschliche Denkweisen und Moralvorstellungen unterstellen!!

Hunde sind Opportunisten!

Das Verhalten des Hundes wird von relativ einfachen Bedürfnissen gesteuert – die wir beeinflussen können. Sie arbeiten weder mit uns zusammen, weil sie uns so lieb haben noch weil sie uns gefallen wollen. Noch abwegiger sind veraltete Theorien, nach denen der Hund dem Menschen gehorchen soll, weil dieser die „Alphastellung“ innehat.

Hunde sind – unglaublich liebenswerte – Opportunisten, ihnen geht es um den eigenen Vorteil. Ein bestimmtes Verhalten zu zeigen wie sich z.B. auf Kommando Hinzusetzten, bringt entweder den Vorteil eine Belohnung zu erhalten, es bringt ein Lob, das für den Hund mit der Hoffnung auf eine Belohnung verbunden ist oder es bringt den Besitzer zumindest NICHT in eine schlechte Stimmung, in der es nie Belohnungen gibt, im Zweifel sogar eine Strafe folgt.

Wenn wir unserem Hund optimale Lernbedingungen bieten wird er (fast) alles Lernen, so lange es sich nur für ihn lohnt! Optimal bedeutet, ohne Stress und Angst vor Bestrafung die Erfahrungen machen zu dürfen, welches Verhalten besonders erwünscht ist, anstatt „Versuch und Irrtum“ lieber „Versuch und Erfolg“. Spaß, also positive Gefühle die der Hund mit einer Übung verknüpft wirken übrigens bereits an sich belohnend – ein Grund mehr, dem Hund das Lernen so angenehm wie möglich zu machen

© 2005 Madeleine Franck

Erziehung

Gerade für einen so temperamentvollen und intelligenten Hund wie einen Parson (Jack) Russell Terrier ist Erziehung ein Kapitel, welches in keinster Weise vernächlässigt werden darf.

Russell Terrier sind schnell und pfiffig, was einen großen Teil ihres Charmes ausmacht. Sie sind aber auch Jagdhunde, die dafür gezüchtet wurden, eigenständig zu arbeiten, verbunden mit einer gewissen Schärfe, die zu einem Jagdhund dazu gehört. Dies sollte man nicht aus den Augen verlieren, wenn es darum geht, einen solchen Hundetyp auszubilden und auszulasten. Mitläufer sind Parson Russell Terrier selten.

In diesem Kapitel werde ich mich deshalb intensiv verschiedenen grundsätzlichen Erziehungsschritten zuwenden. Problemfälle oder Schwierigkeiten zwischen Mensch und Hund, die individueller Art sind, können hier nicht behandelt werden. Hierfür sind qualifizierte Hundetrainer und/oder Hundesportvereine ihr Ansprechpartner.

Es soll ein Parson sein?

Es soll also ein Parson Russell Terrier werden?

… dann hier ein einige Aussagen zu seinem Wesen…
Die Anregung enstammt einem Artikel auf Jack Russell Terrier Club of America aus dem Jahre 2002, was sicher einiges zu bedeuten hat, denn auch in den USA avancierte der PRT in unglaublicher Geschwindigkeit zu einem sog. Modehund, mit allen Problemen für die Hunde selbst und Auswirkungen auf die Zucht. (Hinweisen muss ich aber auch darauf, dass Hundehaltung in den USA etwas anders betrieben wird.)


Immer wieder bewegte uns, Parson – und Jack Russell – Terrier – Besitzer- und Fans, die Frage,wie kann man Käufer und Interessierte der Rasse vor ihrem Kauf umfassend aufklären, ohne ständig einen erhobenen Zeigefinger zu entdecken und wie das Ganze verpacken, ohne zu theoretisierend zu sein.

Keine leichte Aufgabe, denn wie wir feststellen mussten, kann kein Buch und kein Artikel und manchmal noch nicht mal das direkte Gespräch mit kompetenten Menschen, die reale IMGP2815Situation widerspiegeln, wenn ein Welpe dann tatsächlich in der Familie ankommt. Wir werden es trotzdem in Angriff nehmen, denn wir wollen unterstützen, auch beraten und vor allem dazu beitragen, das Mensch und Hund zusammen glücklich und zufrieden werden und nicht umgekehrt.

Die erste Frage, die sich vielleicht jeder von Ihnen stellen sollte, ist:

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, einen Parson – oder Jack Russell Terrier anzuschaffen bzw. als für sie geeigneten Hund anzusehen?

Haben Freunde oder Bekannte einen und dieser gefällt ihnen so gut, das sie auch gerne einen hätten? Das sind an sich gute Voraussetzungen, denn dort haben sie wahrscheinlich kompetente Ansprechpartner, weil diese schon Kinderkrankheiten, Trotzphasen und erste Schritte der Erziehung durchleben „durften“. Noch besser wäre es sicherlich, mehrere Ansprechpartner zu haben, denn nicht nur jeder Mensch, sondern auch jeder Hund ist anders.

Brenda1Oder sie haben nach einer für sie geeigneten Rasse gesucht und sind dabei, vielleicht im i-net oder in einer Zeitung über die Rassebeschreibung des Jackys gestolpert?

Oder Sie haben, wie zur Zeit häufig zu beobachten, einen Jacky in der Werbung gesehen, evtl. in einer Zeitschrift, einem Prospekt oder im Fernsehen. Niedlich sind sie ja, keine Frage, aber wer kann ihnen jetzt die Fragen beantworten, was noch hinter dieser süßen Fratze stecken könnte, denn darüber muss man sich im klaren sein: Jackies, die in der Werbung oder im Fernsehen zu sehen sind, müssen gut trainiert und ausgebildet sein. Nichts von dem, was sie dort sehen, hat mit dem wirklichen Zusammenleben zwischen Mensch und Hund zu tun. Dem voran gegangen ist harte Arbeit, Ausdauer, viel investierte Zeit und normalerweise auch Geld.

Nachstehend stellen wir einfach mal ein paar Eckpfeiler des Charakters zusammen, die sie alleine oder mit ihrer Familie durchgehen können. Wenn Sie diese Aussagen für sich beantworten mit: „Das war mir klar!“ bzw. „Das war mir vielleicht so nicht klar, aber ich habe genug Power und Durchhaltevermögen um mit Eventualitäten zurecht zu kommen!“, dann sind sie vielleicht ein zukünftiger Jacky-Besitzer, der das Potential, was in diesen „großen Hunden in kleinem Körper“ steckt, zu schätzen weiß und daraus was macht. Und natürlich ist nicht jeder Jacky gleich, manche z.B. sind eher etwas ruhiger und umgänglicher, andere doch eher schon sehr aktiv und selbstbewusst zur Welt gekommen. Die Palette ist vielfältig, aber wie genau sich ein Welpe entwickelt, kann man nie sagen, vieles hängt dann von ihnen und ihrer Erziehung ab.

Parson (Jack) Russell Terrier

…. sind vor allem eins: Jagdhunde, deren Charakterzüge und Eigenschaften (Graben, Verbellen, selbständiges Arbeiten, Fährtensuche) sie zu exzellenten Solitärjägern machen. Dieses sind keine schlechten Charaktereigenschaften, sondern über Generationen hinweg Indizien für hervorragende Jagdhunde.

…. sie sind weiterhin für die Bauarbeit gezüchtet, d.h. das Stellen und Verbellen einer Beute, z.B. Fuchs gehört zu ihren Aufgaben! Gibt man ihnen keine adäquaten Ausgleich für ihren Bewegungs- und Arbeitstrieb suchen sich die süßen Kleinen ein anderes Ventil. Autos und Fahrradfahrer jagen, wildern, 14379893lj„Beschützer der Welt“ und vor allem der eigenen Familie sein usw. – dem Erfindungsreichtum sind hier keine Grenzen gesetzt.

… sie sind wirklich große Hunde in einem kleinen Körper, was ein großes Kompliment ist. Aber eben auch beinhaltet, dass sie häufig an einem großen Selbstbewusstsein „leiden“, bzw. ihr Drang nach Beschäftigung dem auch angepasst ist.

… ja, und sie haaren auch, alle Felltypen, die kurzhaarigen mehr als die rauhaarigen, die aber Zeit ihres Lebens professionelles Trimmen benötigen.

…. ach ja: Die Größe des Hundes sollte nicht darüber hinweg täuschen, dass sie auch erzogen werden müssen. Und nicht nur das, sie benötigen eine konsequente, liebevolle und hin und wieder auch strenge Erziehung, die nie endet. Jackies sind zu intelligent, als das sie irgendwann einmal aufhören würden, ihre Grenzen auszuloten. Je nach Temperament und P7287948Selbstbewusstsein kann dies recht auffällig, aber auch sehr subtil passieren – auch hier paart sich die Intelligenz mit einer hohen Flexibilität, sich auf den Besitzer einzustellen und ihn ggf. auszutricksen. Der Umkehrschluss ist, das sie mit einem so cleveren Kerl an ihrer Seite ungeahnte Möglichkeiten haben, für alles, was sie zusammen tun können. Der Jacky ist lernbegierig und lernt schnell – auch Blödsinn – selbstverständlich.

… sind nicht zwingend Wohnungs- oder Stadthunde nur weil sie klein sind. Es sind Jagdhunde, die ihre Passion auch in der Stadt nicht vergessen werden oder verleugnen können. Kann man ihnen nicht den ausreichenden Auslauf ohne Leine und die notwendige Beschäftigung bieten, werden diese Hunde (und ihre Besitzer) nicht glücklich.

sind nicht zwingend geeignet für Haushalte mit kleinen Kindern, es sei denn sie sind erfahren damit, einen Hund und Kinder zusammen groß zu ziehen. Fehlverhalten von Kindern gegenüber einem Jackie wird nicht zwingend toleriert. Sie werden sich nicht gutmütig abfinden mit typischer Kinderbehandlung wie Ziehen an Ohren, Rute etc. oder Wegnehmen oder „Teilen“ von Hundeknochen, Futter, Spielzeugen etc..

Suchen Sie also, Hand auf´s Herz, vielleicht eine Ergänzung zu ihrer Familie, gepaart mit der Hoffnung, das klein auch gleich unkompliziert ist, dann sei ihnen abgeraten von einem Parson (Jack) Russell Terrier. Stellen Sie sich allerdings auf all diese Dinge ein, suchen sich Gleichgesinnte für den Erfahrungsaustausch und finden vielleicht ein gemeinsames Hobby mit ihrem Hund, es muss wirklich nicht die Jagd sein, dann haben sie den tollsten Hund der Welt und einen treuen Begleiter.

Schlusswort:

Für viele Leser dieser HP mag es vielleicht manchmal irritierend sein, wie oft ich mich des Themas „Parson Russell“, seiner Auslastung, seiner Anschaffung usw. annehme.

Seien Sie versichert: ICH LIEBE DIESE RASSE!!! Immer wieder würde ich mir einen PR oder PJRT kaufen. Aber aus meiner eigenen Erfahrung, die jetzt auch schon ein paar Jahre zählt, und Gesprächen mit vielen Neu-Jacky-Besitzern, weiß ich um die Probleme, die überforderte Hundebesitzer gerade mit dieser Rasse haben, die jetzt so beliebt ist. In den richtigen Händen haben sie einen phantastischen Hund – in den falschen, na ja…., und deswegen dienen alle Äußerungen meinerseits nur einem Zweck – das aus Hund und Mensch ein richtig tolles Team werden – nicht mehr, aber bitte auch nicht weniger.