Kastration! Ja, nein – warum?

Hallo Ihr Lieben,

heute versuche ich mich mal einem Thema zu nähern, welches komplex ist und immer und immer wieder heftigst diskutiert wird.

Auslöser war ein etwas aus den Fugen geratener Beitrag auf FB, wo es darum ging, dass ein Paar auf dem Campingplatz mit einer Hündin aufschlug, die das erste Mal und das seit sechs Tagen läufig war. Ein Rüde zwei Parzellen weiter, wurde von den Besitzern immer im Freilauf gehalten (natürlich war dies auf dem CP nicht erlaubt), der Stellplatz des Wohnwagens der Hündinnenbesitzer wurde von diesen eingezäunt. Nun entwickelte sich ein fröhliches Miteinander, der Rüde belagerte den Stellplatz, markierte sehr oft den Zaun und liess sich nicht mehr abrufen. (Warum auch, wird wahrscheinlich im normalen Leben auch viel Freiraum haben.) Irgendwann waren alle genervt.

Verständlich, für beide Seiten. Was sich aber darauf entwickelte war in dem Post auf FB eine wahre Hexenjagd als eine unbeteiligte Rüdenbesitzerin ihre Meinung kundtat, die da war: Finde ich unglaublich, eine läufige Hündin gehört nicht auf den Campingplatz!

Es brach schon fast ein Shitstorm über der Frau herein, ich konnte beim Lesen das Fremdschämen nicht gut unterdrücken. Es wurde unsachlich, ging unter die Gürtellinie, selbst mahnende Stimmen wurden ignoiert. Am Ende wollten die einen den Rüden und die anderen die Hündin kastrieren lassen, nur, das sei betont, weil sich beide Seiten vom jeweils anderen Hund belästigt fühlten.

Worauf hin ich mir mal wieder die Frage stellte, was es eigentlich mit dem Thema Kastration und deren Nutzen im Zusammenleben für den Hundehalter und vor allem für den Hund wirklich auf sich hat.

Warum lassen Menschen ihre Hunde kastrieren?

  • aus gesundheitlichen Gründen / dazu gibt es mittlerweile hinreichend Material / folgen Sie auch den Links im Text um sich ein Bild zu machen
  • aus erzieherischen Aspekten / auch hier ist mittlerweile hinlänglich belegt, dass eine Kastration Erziehung nicht ersetzt.
  • um das Zusammenleben in unserer Gesellschaft zu erleichtern
  • und, zu guter Letzt, auch aus Bequemlichkeit.
  • wobei nicht auszuschließen ist, das hier der eine oder andere Punkt auch mehrfach bei einem Hund genannt wird.

Die Kastration des Hundes (Rüde/Hündin).

Vorab, ich bin keine Tierärztin, kann also aus gesundheitlicher Sicht nur auf die aktuellen Forschungen verweisen. Und den geneigten Leser bitten, der sich mit diesem Thema beschäftigt, meine Erfahrungen als das zu nehmen, was sie sind: Persönliche Erfahrungen, verbunden mit der Bitte zu überdenken, was für Sie der Grund für eine Kastration ist. Ich schildere hier einen Bruchteil an Erfahrungen aus bald 20 Jahren Zusammenleben mit mehreren Hunden – kastriert und unkastriert – einige Jahre davon bereits im gemischten Rudel.  Im Verlauf dieses Artikels werde ich dazu noch Links einstellen, die das Thema wissenschaftlich und/oder aus verhaltenstherapeutischer Sicht beleuchten. Das Lesen lohnt, wenn man sich vor einer Kastration seines Hundes informieren möchte.

Wie leben wir und warum sind dabei auch kastrierte Hündinnen?

Zur Zeit besteht unsere Gemeinschaft aus kastrierten und unkastrierten Hündinnen und einem potenten Rüden. Ist das Leben sonst in einer mehr oder weniger abgeklärten Gemeinschaft recht angenehm, verändert sich bei den Läufigkeiten natürlich einiges. Und, das nicht nur, weil wir einen intakten Rüden haben. Ist eine oder mehr als eine Hündin läufig haben wir so ca. 8 +/- Tagen (bei dem Zyklus von einer Hündin) wenig bis gar keine Schwierigkeiten, den Rüden und die Hündin auseinander zu halten, denn der Rüde weiß genau, wann es spannend wird. Er kontrolliert, spielt auch gern, aber läßt ansonsten die Mädels in Ruhe. Nicht immer die Mädels den Rüden, aber da sind alle etwas verschieden. Grundsätzlich kann man sagen, dass es die Mädels am liebsten miteinander treiben, der Rüde wird da eher etwas ausgeklammert.

Sind die Stehtage da, müssen wir trennen, keine Frage. Das dauert im Zweifelsfall (wieder bezogen auf eine Hündin) ca. fünf bis sieben Tage, dann fällt die Klappe und alles ist wieder gut. In der Zeit ist es aber für den Rüden anstrengend, er leidet, da gibt es nix drumrum zu reden. Er frißt schlecht bis gar nicht, nur durch Ablenkung, Einzelspaziergänge und ein bissl Training – ohne Weibsbilder im Hintergrund – kann man ihn etwas auflockern. Alle möglichen Mittel ihn zu beruhigen oder den Mädels den Eigengeruch zu nehmen, sind nicht wirklich von Erfolg gekrönt gewesen. Feststeht: Da müssen wir dann alle durch und es ist kein Spaß, aber, es könnte auch schlimmer sein.

Nachts schläft der Kerl allerdings, wie immer, in seiner geliebten Box (die liebt er wirklich) neben meinem Bett und sagt keinen Ton, egal bei welcher Phase der Läufigkeit. Er schläft einfach. Obwohl alle Mädels auch im selben Zimmer sind. Anfänglich waren wir der Meinung, dass die Trennung uns evtl. besser schlafen läßt, aber genau das Gegenteil war der Fall. Er ist am ruhigsten, wenn wir alle zusammen sind.

Zu unseren Mädels: Da wir auch züchten, wenn auch nur in kleinem Rahmen, ist eine Kastration naturgemäß kein Thema. Kastriert wurde eigentlich bei uns gar nicht, egal, ob in der Zucht oder nicht. Bis, ja, bis  zu dem Moment, wo wir große Probleme mit unserer damals 12jährigen Malinois-Hündin bekamen. Ich verkürze diese Geschichte. Sie fiel an einem Tag im Herbst in eine Art epileptischen Anfall. Diese Anfälle wiederholten sich, wenn sie wieder etwas zu Bewußtsein kam, ca. alle 10 Minuten. Wir sind mit wehenden Fahnen zu unserem Tierarzt, der erstmal ratlos war. Um den Hund nicht völlig versinken zu lassen, bekam sie schwere Medikamente und nach Stunden beruhigte sie sich langsam.

Es folgten Untersuchungen mit zwei dramatischen Ergebnissen. Schwerer Zucker und eine Gebärmutterentzündung, die dann später in eine Vereiterung überging. Wir mußten Insulin spritzen um den Zuckerwert halbwegs in den Griff zu bekommen, gleichzeitig gab es Antibiotika. Wenn der Zucker auf ein halbwegs normales Maß sinken würde, würde sie kastriert. Ein Risiko, eine alte, geschwächte Hündin zu operieren. Aber, Bambi war zäh. Sie hat die OP bestens überstanden und war ganz schnell wieder auf den Pfoten. Was aber noch viel überraschender war. Es gab einen Zusammenhang zwischen dem hormonellen Ungleichgewicht und dem Zucker. Nach der OP war der Zucker weg, sie mußte deswegen nie wieder behandelt werden und hatte noch zwei wirklich gute Jahre.

Wir haben daraus gelernt: Heute wissen wir, dass da ein direkter Zusammenhang besteht. Um die Hündinnen vor diesem Risiko zu schützen, wägen wir ab und lassen ggf. kastrieren. Für eine späte Kastration spricht für mich auch, dass das Risiko einer Gebärmutterentzündung steigt, weil das Gewebe des älteren Hundes nicht mehr so elastisch ist, und sich die Scheide, die während der Läufigkeit mehr geöffnet ist, danach nicht mehr so fest verschließt, was dazu führen kann, das Bakterien leichter in den Uterus eindringen können.

Link zum Thema: Zucker und unkastrierte Hündinnen

Fazit: Wir brauchen um zusammen zu leben, keine kastrierten Hunde. Es funktioniert auch so. Unseren Rüden interessieren läufige Hündinnen wirklich nur, wenn diese in den Stehtagen sind. Erst vor kurzem hat direkt er nach einer läufigen Hündin trainiert, die zudem noch auf dem Platz in Sichtweite anwesend war. Erst war er etwas unkonzentriert, aber, nachdem er es für sich geklärt hatte, dass da noch nix los ist, hat er seine Konzentration bei der Arbeit gehabt. Ja, bei uns dürfen läufige Hündinnen auch mittrainieren, warum auch nicht, sie sind ja nicht krank und die Arbeit hilft ihnen eher. Die wenigen Rüden, die anwesend sind, trainieren entweder am Anfang oder wie meiner, auch in direktem Kontakt, das kann er und hat er gelernt, er jammert nicht, sucht manchmal und schnüffelt, aber, meistens legt sich das innerhalb von kurzer Zeit und die Konzentration auf die Arbeit ist für mich immer ein sehr gutes Mittel für Jungs wie Mädels, sich abzulenken und Spaß zu haben. Auf den Agi-Turnieren kommt man an diesem Thema eh nicht vorbei, also gehe ich als Hundesportlerin diesem Thema auch nicht aus dem Weg.

Was ist noch spürbar während eines Zykluses der Hündin?

Auch haben wir Hündinnen, die sich in der Zeit der Läufigkeiten verändert haben. Deutliche Scheinträchtigkeiten waren nie unser Thema, aber trotzdem haben die Mädels damit zu tun. Legen sie im gesamten Temperament und ihrer Spiel- und Arbeitsfreude vor der Läufigkeit immer weiter zu, ändert sich dies teilweise massiv in der Zeit danach. Sie sind ruhiger, es wird auch schlechter gefressen und die Tage scheinen immer ein wenig grauer zu sein. Sind die zwei Monate der imaginären Trächtigkeit überstanden, ist die Welt wieder rosig und das Fressen schmeckt.

Vor vielen Jahren bei meiner ersten Parson-Hündin, die sehr selbstbewußt war, habe ich das Thema lange hin und her geschoben und auch mit meinem Tierarzt besprochen. Damals gab es diesen Trend, der aus den USA rüberschwappte, Hündinnen noch vor der ersten Läufigkeit kastrieren zu lassen. Das war mir schon immer unheimlich. Denn ich habe bisher bei jeder meiner Mädels bemerkt, wie sie sich von Läufigkeit zu Läufigkeit verändert haben, erwachsener und stabiler in ihrem ganzen Verhalten und Wesen wurden. Und, das sollte ich ihnen nehmen? Warum? Ich möchte einen erwachsenen, selbstbewußten Hund an meiner Seite und kein Dauer-Baby. Glücklicherweise gibt es heute auch genügend Hinweise und Untersuchungen, dass man auf diesen Trend nicht zwingend mehr aufspringen muss. Mein Tierarzt brachte dann noch ein Argument, welches mich endgültig davon Abstand nehmen ließ: die kastrierte Hündin verändert sich durchaus in ihrem Wesen, besonders bei einer selbstbewußten Dame kann noch ein bißchen was drauf kommen, was nicht immer so angenehm sein muss. Und, ich kann bestätigen, dass Hazel, als wir sie mit 10 Jahren kastrieren ließen, deutlich grummeliger wurde.

Auch diese meine Beobachtungen finden sich in den verlinkten Artikeln wieder.

Ein für mich immer wichtiges Thema: Die Veränderung des Wesens bei einem Kastraten. Dies wird häufig unter den Tisch gekehrt. Fast jeden, den man fragt, sagt: Alles wie immer! Finde ich schon erstaunlich, wenn ich einen Hund mit sechs Monaten oder einem Jahr kastrieren lasse, dies so festzustellen. Als ich früher oft am Grunewaldsee spazieren war, war ich nach einiger Zeit in der Lage relativ sicher, kastrierte Hunde von unkastrierten zu unterscheiden. Mag Zufall gewesen sein, vielleicht aber auch nicht. Die kastrierten Hunde zeigten sich anders im Spielverhalten, in der Kommunikation und wurden auch oft von ihren Artgenossen anders „behandelt“. Ich verweise dabei auch gerne auf unsere mittlerweile verstorbene Malinois-Hündin, die mit unkastrierten Rüden durchaus spielte, der kastrierte Rüde hingegen wurde nicht nur ignoriert, sondern im Zweifel auch verjagt und in keinster Weise toleriert. Sie hat da so offensichtlich einen Unterschied gemacht, dass es schon fast beängstigend in dieser Klarheit war. Kastraten waren nicht akzeptabel.

Ganz besonders schön finde ich auch die emotionale Ebene bei (meistens) Männern. Abgesehen davon, dass ich es wirklich nicht besonders toll finde, meine Hündin oder meinen Rüden ohne Not operieren zu lassen, bin ich immer wieder platt, wie Männer auf die Kastration eines Rüden reagieren. Man könnte glauben, sie würden allesamt mit kastriert. Wenn es nicht aufzeigen würde, wie wenig rational das Thema teilweise behandelt wird, könnte ich auch herzlich lachen.

Was aber defacto so ist:

Eine Kastration löst keine Erziehungsprobleme! Tut es einfach nicht! Erzählt ihnen das ihr Trainer/ihre Trainerin oder ihr Tierarzt? Wenn ja, schade drum. Oft wird der Weg des geringsten Widerstandes gesucht. Die Hoffnung, dass der kastrierte Rüde wie durch Wunderhand auf einmal hört, keine anderen Rüden mehr anstänkert und sich auch von dem kleinsten anwesenden Zwergpinscher poppen läßt, können wir in den Bereich der Märchen verschieben.

„Entsprechende Verhaltensmuster sind daher schon im frühen Welpenalter zu beobachten und relativ unabhängig von der später einsetzenden Hormonproduktion der Hoden. Viel entscheidender bei Rangordnungsproblemen zwischen Hund und Halter sind die Fehler, die der Mensch in vielen Fällen von Anfang an im Umgang mit dem Hund macht. Um solche Probleme zu beseitigen, bedarf es immer einer sorgfältig auf den Einzelfall zugeschnittenen Verhaltenstherapie. Nur bei einem kleineren Teil der Rangordnungsproblemfälle ist die Kastration als unterstützende Maßnahme notwendig und sinnvoll.“

Zitat
Kastration als Lösung von Verhaltensproblemen beim Rüden?
von Dr. Christiane Quandt, verhaltenstherapeutisch arbeitende Tierärztin, Fredersdorf bei Berlin

Ein kastrierter Hund hat auf jeden Fall eine veränderte Stoffwechsllage und neigt dazu, sein Futter besser zu verwerten. Das er aber deshalb ruhiger würde steht da nicht bei. Er wird vielleicht dicker und dann ruhiger.

Wobei, auch dies können wir nicht bestätigen. Beide kastrierten Hündinnen sind superschlank, fressen gerne und viel und nehmen nicht zu. Wir müssen nicht auf die Futtermengen achten, höchstens dabei, dass sie genug bekommen und nicht abnehmen. Warum auch immer das so ist, wir wissen es nicht.

Keine unserer Hündinnen hatte bisher jemals mit Krebs zu tun, wir wollen hoffen, dass das so bleibt. Nach der Kastration hatten wir bisher auch nie Probleme mit Inkontinenz. Vielleicht hatten wir Glück oder gute Operateure. Was sich deutlich verändert hat, war und ist die Fellqualität. Das Fell wird weicher und wolliger, die Hunde haaren allesamt viel mehr und die Unterwolle nimmt überdurchschnitllich zu, was bei einer Hündin auch zu vermehrtem Juckreiz geführt hat. Bei dieser Hündin können wir aber auch beobachten, dass sie durch die Folgen der Läufigkeit früher immer etwas sehr mitgenommen, dies jetzt nicht mehr hat und sie einfach in sich stabil ist.

Mein Fazit ist: Ich lasse meine Hunde nur kastrieren, wenn es unumgänglich ist, also es eine gesundheitliche Indikation vorliegt. Vorher lasse ich meinen Hunden immer die Zeit ihre Entwicklung, auch ihre Themen zu erleben, erwachsen zu werden und ihr Wesen auszuprägen. Würde es in jungen Jahren massive Gründe für eine Kastration geben (z.B. starke Scheinträchtigkeiten, Gebärmutterentzündungen, schnell wieder kehrende Läufigkeiten bei denen der Körper und die Psyche der Hündin keine Möglichkeit hat, sich zu regenerieren) würde ich dies mit einem Arzt meines Vertrauens besprechen und abwägen.

Kastration – fahrlässige oder vorsätzliche Körperverletzung

Ich würde nie einen Hund aus eigener Bequemlichkeit kastrieren lassen, seien es etwaige Erziehungsprobleme, die man abstellen möchte oder die blutende Hündin, die mehr Arbeit macht. Dies ist für mich eher ein Indiz, so hart das jetzt klingt, dass diese Hunde eben mitlaufen und funktionieren sollen/müssen, es wird versucht, sie zu deckeln, damit man nicht so viel Zeit in Erziehung oder Pflege investieren muss. Die Hunde, die aus gesundheitlichen Gründen kastriert werden müssen, diese Zahl ist, glücklicherweise im Verhältnis dazu sehr klein.

Was ich immer sage, wenn mich jemand um Rat fragt: Du weißt, was du hast, du weißt nicht, was du bekommst! Ist der Hund kastriert, ist es unumkehrbar.

Die gesundheitlichen Folgen und Vorteile kann man in dem nachstehend verlinkten, für mich zur Zeit einer der lesenswertesten, Artikel nochmals nachlesen.

Die Kastration beim Hund – Ein Paradigmenwechsel

Um den netten Doktor zu zitieren: Bleiben Sie uns gewogen (mag ich sehr) und halten Sie durch (beim Lesen).

 

 

 

 

Liebe Leser,

wir werden jetzt zukünftig unsere beiden HPes www.russell-info. de + www.parson.russell-info.de zusammen ziehen. Aufgrund der DSGVO, die ab Mai gilt, ist es sinnvoll, die Seite mit dem bestmöglichen Standard zu sichern. Wir hatten die Seite www.russell-info.de lange online gelassen, obwohl wir diese nicht mehr aktualisiert haben, weil viel Links in Foren und Chats auf diese Seite verwiesen haben. Diese Informationsquellen wollte ich nicht kappen. Der Wandel der Zeit hat aber dazu geführt, dass es sinnvoll ist, dies zu ändern. Alle Informationen sind weiter online, aber auf dieser Seite zu finden. Bitte haben Sie Verständnis, wenn Sie nicht gleich auf Anhieb, das von ihnen gesuchte Thema finden können. Die Seite ist möglichst transparent aufgebaut, so dass ich hoffe, dass Sie alles mit etwas Intuition finden werden.

Ich grüße Sie herzlich und hoffe,  Sie finden das Gewünschte.

Ihre Christiane Jantz.

Willkommen

Herzlich Willkommen auf der Russell-Info-Seite für den interessierten (Neu)-Hunde- bzw. Parson Russell Terrier-Besitzer.

Auf dieser Seite finden Sie allgemeines rund um die Rasse, z.B.

Christiane Jantz Parson Russell Terrier
Christiane Jantz mit ihren fünf Parson Russell Terriern

den Rassestandard und Fragen, die immer wieder auftreten, z.B. Haararten, der PRT als Anfängerhund, Rüde oder Hündin, sowie detailliertere Informationen rund um die Anschaffung, Erziehung und Auslastung des Parson (Jack) Russell Terriers.

Wir möchten Ihnen mit dieser Seite die Rasse näher bringen, Ihnen die Möglichkeit geben, sie besser kennen zu lernen um so entscheiden zu können, ob solch ein Hund zu Ihnen paßt.

Ich möchte an dieser Stelle aber auch darauf hinweisen, dass diese Seite KEINE Empfehlungen für einen Züchter im speziellen ausspricht, sondern – im Rahmen unserer Kenntnisse und Erfahrungen – Hinweise gibt, wie Sie den Züchter und evtl. auch den Hund finden, der der richtige für Sie sein könnte.  Diese Seite ist ein privates Projekt, in dem viel Arbeit und Herzblut steckt und sie ist vereinsunabhängig. Das heißt deshalb auch: Ich führe keine telefonischen, persönlichen oder schriftlichen Beratungen durch.

Die Erfahrung hat über die Jahre gezeigt, dass solche Antworten nur Anregungen sein können, die Umsetzung vor Ort ist hingegen IMMER individuell unterschiedlich, weil Hund und Mensch, trotz aller Erfahrung, aus der Entfernung nur schwer einzuschätzen sind. Deshalb weisen wir an dieser Stelle auch ausdrücklich darauf hin, dass diese Seite kein Ersatzfür eine Hundeschule,einen Hundesportverein, einen Tierarzt oder einen kompetenten Hundemenschen vor Ort ist. Diesen Anspruch können eine Homepage und auch schriftliche Erläuterungen nicht erfüllen. Ich wünsche Ihnen viel Spaß auf dieser Seite…

Parson und Jack Russell Terrier
Parson und Jack Russell Terrier – Christiane Jantz – Cadmos Verlag

Bitte beachten Sie auch unsere diversen Literaturempfehlungen – und anderem auch das neue Buch zur Rasse, im Cadmos Verlag erschienen und mit mir als Autorin – Sie finden dort interessantes und wissenswertes zum Thema Rasse, Erziehung, Verhalten und Sport, was noch über den Inhalt dieser Seite weit hinaus geht.

Viel Spaß!

Ihre Christiane Jantz

Sinn einer Hundebox

Die Hundebox! Ein oft kontrovers diskutiertes Thema, wie mir wieder mal vor Augen geführt wurde, weil viele Menschen immer noch denken, dass ein Hund eine Box wie ein Gefängnis empfindet. Hunde sind keine Menschen, sie empfinden vollkommen anders was Dinge wie Freiheit, Sicherheit und Schutz angehen. Dies ist ein häufiger Trugschluss, der so ganz nebenbei auch zu einigen kontroversen Diskussionen mit seinem eigenen Hund führen kann. (Natürlich, je nach Temperament und Geduldsfaden.)

Deshalb bitte ich Sie, den folgenden Artikel als Anregung zu nehmen und zu entscheiden, ob die Integration einer Hundebox in Ihre Vorstellungen eines „artgerechten“ Elements im Leben eines Hundes paßt. Alle Anregungen und Informationen dieser Seite beruhen auf vielen Erfahrungswerten und Auseinandersetzung mit den Anforderungen und Bedürfnissen von Hunden, die sich in unsere heutige Gesellschaft integrieren sollen. Ein nicht immer so leichter Job für unsere Hunde.

Dieser Artikel ist lang, denn er soll mit Vorurteilen aufräumen und an deren Stelle die Kenntnis über die Anwendung einer Hundebox setzen.

Nun zum Thema: Also, was ist überhaupt der Sinn und Zweck einer Hundebox?

Sie soll Ihrem Hund eine Rückzugsmöglichkeit, einen ruhigen Schlafplatz geben. Uns Menschen hilft sie in verschiedenen Situationen im Zusammenleben mit dem Hund, ob erzieherisch, für seine Sicherheit oder als Transportmittel.

Box in der Wohnung.
Was mache ich nachts?

Nachts?
Grundsätzlich bin ich immer dafür einen Welpen anfänglich mit im Schlafzimmer schlafen zu lassen, ich möchte, dass er sich sicher fühlt und eine gute Bindung zu uns aufbaut und möchte ihm das doch sehr prägende Gefühl des Alleinseins ersparen. Gerade in den ersten Nächten, wenn es ja zusätzlich darum geht, dem Hund eine Möglichkeit zu geben, sich im Garten und nicht auf seinem Platz zu lösen, ist es sehr wichtig, dass mein Welpe in meiner Nähe und „unter Aufsicht“ ist.

Aber, es gibt Hundehalter, die dies, aus verschiedensten Gründen, konsequent ablehnen, genauso wie viele es ablehnen, dass ihr Hund im Bett schläft.

Letztendlich muß das natürlich jeder für sich entscheiden, die nachstehend aufgeführte Beschreibung ist somit innerhalb als auch außerhalb des Schlafzimmers durchführbar. Sollte der Hund allerdings außerhalb des Schlafbereiches der Menschen sein, MUSS sichergestellt sein, dass er, wenn er sich nachts lösen muß, auch seine Box verlassen kann.

Da dies nur mit einem Menschen geht, der die Box öffnet, müssen Sie hören, wenn ihr Welpe anfängt unruhig zu werden. Überlegen Sie sich also gut, wo die Box dann aufgebaut wird, um dem kleinen Wicht den Stress zu ersparen, sich auf seinem Schlafplatz zu lösen, weil ihn niemand hört. Wenn dies nicht möglich ist, sollten Sie evtl. auf einen Laufstall oder Stubenkäfig zurückgreifen. (Bitte nicht aus dem Hinterkopf verlieren, dass ein Welpe mit ca. acht Wochen normalerweise nachts selten länger als ca. vier Stunden seine Blase kontrollieren kann. Er MUSS also, wenn er so klein ist,  normalerweise nachts anfänglich noch raus. Aussnahmen davon gibt es immer.)

Der Stubenkäfig, der Laufstall oder die Box sollte ruhig mit einer dunklen Decke „überdacht“ sein. Der Welpe sollte also vom ersten Tag an, im neuen zu Hause nach der letzten Gassi-Runde, in der Box übernachten. Anfänglich kann es hier – je nach Temperament – zu deutlichen Unmutsbezeugungen kommen, zum einen, weil der Welpe eine Box vielleicht noch nicht so gut oder gar nicht kennt und zudem leidet er in der ersten Zeit bei Ihnen auch noch unter Trennungsangst, weil er von der Mutter und den Wurfgeschwistern getrennt wurde. (Klären Sie mit dem Züchter, ob der Welpe eine Box bereits kennen gelernt hat und wie er sich verhalten hat.)Trotzdem darf man sich von dem kleinen Wicht nicht zermürben lassen und den Welpen aus der Box holen, denn die Erleichterung über die Ruhe, sollte bei Ihnen schnell dem Gefühl weichen, dass der Welpe einen seiner ersten großen Lernerfolge erzielt hat: Wenn ich lange genug rummaule oder schreie, dann kommt irgendjemand und holt mich, prima. Überlegen Sie sich also gut, ob Sie Ihre kurzfristige Erleichterung gegen den langfristigen Lernerfolg setzen.

Kurzer Hinweis: Es ist für einen Welpen viel leichter nachts in der Box zu schlafen und dies auch relativ schnell ohne umfangreiche Übungen anzunehmen, als tagsüber, wenn drumrum der Bär steppt. Seien Sie sich dessen bewußt. Und, wie immer der Hinweis: Jeder Welpe ist anders, reagiert anders, hat schon andere Erfahrungen gesammelt. Wir geben hier allgemeine Ratschläge und Hinweise, bei speziellen Fragen, konsultieren Sie ihren Trainer in der Hundeschule oder dem Hundeverein.

Wer sich jetzt die Frage stellt, warum der Hund nicht in einem Körbchen oder auf seinem Kuschelplatz neben dem Bett schlafen kann, ist dies leicht zu beantworten. Alle Hunde, mit denen ich so begonnen habe, neigten dazu, nachts ins Bett zu krabbeln, wenn irgend möglich oder auf Tour zu gehen und irgendwo ihr Geschäft zu machen, um dann ins Bett zu krabbeln. Damit war klar, dass es länger dauert, bis der Welpe stubenrein wird, und ich keinen Einfluß darauf habe, weil ich es u.U. nicht merke oder, wenn ich es merke, es bereits zu spät ist. Deshalb die Box, die von allen Welpen, die wir großgezogen haben, vollkommen selbstverständlich angenommen wurde und sich somit als große Hilfe herausgestellt hat. Die vorstehend möglichen beschriebenen Heulkonzerte blieben bei uns aus.

Bei uns war dieses Thema meist nach einer Woche erfolgreich abgeschlossen und es wurde durchgeschlafen. (ca. von 24 Uhr – letzter Gassigang – bis 6 Uhr morgens) Ein Nebeneffekt, der nicht außer Acht gelassen werden sollte, ist, dass dem Welpen Grenzen gesetzt werden, was ein Bereich der Erziehung ist, der einfach auch dazu gehört.

Wie Sie es später handhaben, wenn der Welpe nachts gut durchschläft und Sie relativ sicher sein können, dass nachts kein Malheur mehr passiert (Auch hier wird es immer wieder Ausrutscher geben können.) bleibt allein Ihnen überlassen.

Tagsüber und in der Wohnung/Haus:

Mit einer Box hat der Hund einen wichtigen Ruheplatz, an dem er sich immer zurück ziehen kann, wenn er möchte. Schon bei einem Welpen sollten Sie darauf achten, dass er mal zur Ruhe kommt, gerade in einer Familie mit Kindern fällt es jungen Hunden sehr schwer, weil eben oft auch viel los ist. Lernt aber der junge Hund nicht, auch mal abzuschalten, lernt er im Gegenzug, dass es ok ist, immer aktiv zu sein, damit erzieht man sich schnell einen hyperaktiven Diplomhektiker heran, was weder für den Hund noch für seine Menschen wirklich das Ziel sein kann. Gerade junge Hunde und Welpen brauchen diese Ruhephasen, um Erlerntes zu verarbeiten. Eine Rasse, wie die unsere ist von Natur aus eher hibbelig, also sollten Sie hier dem Welpen schon frühzeitig seine ruhigen Phasen zubilligen, denn die braucht er. Zudem muss jedatze_anna_boxer Hund auch Situationen mit Ihnen erleben, wo er Ruhe halten muss, sei es im Restaurant, vielleicht im Büro, in der U-Bahn usw..

Ich kenne auch wenige Menschen, die in der Lage sind einen Welpen 24 Stunden non-stop zu betreuen. Einkäufe, Behördengänge, und sonstige Erledigungen sind leichter zu bewältigen und auch im Auto kann man so den Welpen mitnehmen, ohne große Aktionen wie Gurt, zweite Person etc. zu aktivieren. Ich habe früher meine erste Parson-Hündin fast überall mit hin genommen. Da sie die Box von klein an gut kannte und sehr mochte, war sie in der Kneipe, im Restaurant oder sogar in der Tanzstunde in der Box dabei und hat friedlich geschlafen. Da ich sie mit ins Büro nehmen konnte, war es auch immer wieder mal nötig, wenn z.B. Kunden kamen, sie in die Box zu packen. Alles das war völlig unproblematisch.

Diesbezüglich umschiffen Sie vielleicht auch das Problem, den Welpen mal für gewisse Zeit in Betreuung zu geben (Nachbarn, Freunde, eigene Kinder usw.), wo ihm wieder einige Marotten beigebracht werden, die Sie nicht möchten. Ich erinnnere mich gerne an gute Freunde, die immer einen Heidenspaß hatten, Hazel am Tisch zu füttern. Ich fand es nicht ganz so lustig, war aber letztendlich machtlos. Desweiteren wird der Hund nicht Gefahr laufen, Verwirrungen ausgesetzt zu sein, denn das wäre er, wenn jeder dem Hund eine eigene „Erziehungsmethode“ aufschwatzt, und jeder ihm die Marotte des anderen abgewöhnen möchte,  der Fall.

Dies heißt natürlich nicht, im Umkehrschluss, dass man seinen Welpen nicht auch anderen Menschen anvertrauen sollte oder kann. Aber hilfreich ist es schon, wenn der andere Mensch dann auch weiß, was in Ihrem Sinne und für den Welpen hilfreich ist.

Nicht zu vergessen ist, dass wenn Ihr Hund, was wir alle nicht hoffen, aber doch immer wieder passiert, mal in die Tierklinik muss und/oder dort auch einige Tage verbleiben muss, es für einen nicht an die Box gewöhnten Hund noch mehr Stress bedeutet.

Oder, Sie möchten mal mit dem Flugzeug verreisen? Welch´ein Plus für einen an die Box gewöhnten Hund. Der Transport im Frachtteil eines Flieger ist schon Stress genug, aber ohne an die Box gewöhnt zu sein, potenziert sich dies.

Desweitern lernt ein Hund durch das Sich-Zurückziehen können und müssen, auch mal alleine zu sein, dadurch wird ein oft auftretender Fehler der Hundehalter unterbunden, nämlich beim Welpen oder Junghund auftretende Trennungsangst durch zu große Bindung!  Auch Gefahren, denen der Welpe ausgesetzt ist, wenn er alleine in einer Wohnung unterwegs ist (Stromkabel etc.), werden vermieden. Wenn es also wirklich mal nötig sein sollte, den Welpen alleine zu lassen, kann eine Box eine wertvolle Hilfe und Unterstützung sein. (Hierbei bitte ich Sie allerdings die u.a. Tipps zur Gewöhnung an eine Box zu beachten.)

Zudem ist es für (junge) Hunde ein nicht zu unterschätzender Stressfaktor, wenn Sie in einer Wohnung alleine gelassen werden. Leider entspricht es der Realität, dass viele Menschen sich einen Hund anschaffen und von dem Welpen dann quasi „erwarten“, dass dieser mit drei oder vier Monaten bereits über längere Zeiträume alleine bleibt. Für mich ein No-Go. Der Weg, dass ein Hund stressfrei alleine bleibt, ist nicht so kurz und auch von Hund zu Hund verschieden. Allerdings sollte man sich darüber im klaren sein, dass ein junger Hund, der alleine bleiben muss, zusätzlich von seinem „Rudel bzw. seiner Familie“ getrennt ist, einem enormen Stress ausgesetzt sein kann.

Läßt man einen jungen Hund dann tatsächlich überfallartig allein, kann das schwerwiegenden Folgen für die Psyche des Welpen haben. Ich habe schon junge Schäferhunde erlebt, (nein, nicht unsere.), die sich durch Badezimmerwände gebissen haben, die einfach nur versucht haben, der Situation zu entkommen. Ein Alptraum

Schauen wir uns einfach mal an, wie es ein Hund empfindet, wenn er (jung dazu) alleine gelasesen wird. Abgesehen von dem Gefühl, getrennt zu sein von allem, was ihm wichtig ist, also Rudel und/oder Bezugpersonen, gibt es ein ganz tief sitzendes Bedürfnis,  sein Revier zu beschützen. Und je größer der Freiraum ist, den der Hund durch eine nicht eingeschränkte Bewegungsfreiheit in der Wohnung empfindet, um so größer ist der Stress für den Hund. Die Box schafft hier auch die Möglichkeit, dass der Hund zur Ruhe kommt, anderenfalls können sich Bellen und Jaulen noch schneller entwickeln. Man kann natürlich genauso überlegen, die Einschränkung auf einen einzelnen Raum zu beziehen. Die Box als solche ist nicht die erste Wahl, wenn der Hund allein sein soll, sie ist aber eine Alternative, die gute Möglichkeiten bietet, weil sie dem Hund Entspannung statt Stress bieten kann (bei entsprechender Gewöhnung) und auch die Sicherheit des Hundes gewährleistet.

Grundsätzlich rate ich aber dringend davon ab, Hunde über längere Zeiträume in einer Box ohne Aufsicht zu lassen. Hier sind, genauso wie beim Alleinelassen, für mich deutliche, zeitliche Grenzen vorhanden. Unsere Hunde sind, wenn sie mal alleine bleiben müssen, nicht in der Box, weil es nicht notwendig ist. Die Box ist also eine Möglichkeit für das Alleinebleiben, wir nutzen sie aber schwerpunktmäßig und mit großer Überzeugung für den Transport und Sicherheit im KFZ, als Schlafplatz und zum Ausruhen auf Turnieren.

Finden Sie die passende Hundebox.

Box im Auto?

Für das Auto empfehle ich nur den Transport in einer Hundebox, so dass ein frühzeitig an seinen Aufenthalt in einer Box gewöhnten Welpen dies auch nicht stört, sondern im Gegenteil ihm ein Gefühl der Sicherheit vermittelt, weil er nicht durch die Gegend kullert oder vom Sitz fliegt, und sich dadurch verletzten kann. Ist so etwas mal passiert, kann auch der Stress für den Hund beim Autofahren ansteigen.

Wie oft sehe ich gerade Hunde kleinerer Rassen hinten auf der Ablage thronen oder bei Herrchen  und Frauchen auf dem  Schoß, sicherlich ein süßer Anblick und auch ich empfinde es als schön, meinen Wicht bei mir zu haben, aber sich auszumalen, wo der Hund bei einem Unfall oder einer Vollbremsung abbleibt, ist sicher nicht schön. Bei mehreren Hunden erledigt sich das dann sowieso recht schnell, weil je mehr Hunde, um so höher das Risiko KEINE Kontrolle über die Wichte zu haben – nicht schwierig sich vorzustellen, was da alles passieren kann. Durch unseren persönlichen, schweren Autounfall, den wir hatten, kann ich die Box nur allen, die sich um die Sicherheit ihrer Vierbeiner beim Autofahren sorgen, wärmstens ans Herz legen. Wer die Box von unserer Hazel gesehen hat, aus der sie unbeschadet rauskletterte, hat keine Fragen mehr zu deren Sinn. Zudem, so ganz nebenbei, ist es auch Vorschrift, Hunde im Auto zu sichern.

Wir  sollten uns insgesamt von der Idee verabschieden, dass Hunde die gleichen Vorstellungen  haben wie wir, wenn sie einen kleineren Schlafplatz haben, sie empfinden dies nicht als Gefängnis, sondern im Gegenteil, als sicheren Ort (nicht vergessen: Hunde sind Höhlentiere!!!), an den sie sich zurückziehen können. Nachteil: Keiner! (Dies gilt nur für Welpen oder Hunde die Boxengewöhnung haben)

Tipps zur Gewöhnung an die Hundebox

Die Gewöhnung an die Box erfolgt meistens schon beim Züchter. Wir haben ab ca. der fünften Woche eine Box im Welpenauslauf stehen, die immer wieder gerne zum Toben oder Schlafen genutzt wird, egal, ob im Wohnzimmer oder im Garten. Die Box ist immer offen, sie wird selbstverständlich angenommen und akzeptiert.

Erste Autofahrten, z.B. für den Besuch beim Tierarzt oder die Fahrt zu einem Spaziergang mit den kleinen Knirpsen werden natürlich verbunden mit einer Übung während der Fahrt in der Box zu sein. Die meisten Welpen von uns haben damit keinerlei Probleme, wir sind allerdings auch immer zu zweit, einer fährt, eine Person sitzt bei der Box mit den Zwergen.

Ist Ihr Welpe noch nicht an die Box gewöhnt und Sie möchten dies aber trainieren, müssen sie langsam in kleinen Schritten und entspannt vorgehen. Die Box sollte beispielsweise immer im Wohnbereich integriert sein und keinen Platz haben, wo der Welpe dann abgeschoben wird. Das macht man so natürlich nicht. Auch sollte die Box gemütlich sein, also gut riechende, kuschelige Decken oder ein Kleidungsstück von Ihnen als Kuschelunterlage beinhalten. Und, man sollte auch mal ein Decke drüber legen, um den Höhlencharakter und damit die Rückzugsqualität zu fördern. Man kann natürlich den Eingang offen lassen oder nur teilweise abdecken.

Versuchen Sie, dass der Welpe die Box von sich aus aufsucht, vielleicht mit einem Kaustick, einem besonders tollen Leckerchen, einem Snackball in der Box oder sich evtl. auch dorthin zurückzieht, weil er sich dort gut aufgehoben fühlt, was natürlich der Idealfall ist.

Bleiben Sie in der Nähe (vor allem, wenn er etwas zu knabbern hat) und lassen den Zwerg gewähren, Dinge ausprobieren, (üben Sie in dieser Phase der Gewöhnung keinesfalls Druck aus) und vielleicht schläft er darüber auch ein. Die Box sollte zu einem Ort für ihn werden, an dem er sich sicher und geborgen fühlt.

Sollte er tagsüber einfach mal so müde sein, dass er einschläft, können Sie ihn ruhig in die Box legen, sollte er wach werden, helfen ein paar beruhigende Wort oft sehr. (Wichtig: Versuchen Sie diese Übungen nicht, wenn der Welpe  gerade eine seiner aktivsten Phasen hat, das ist in der Gewöhnungsphase kontraproduktiv und wird Sie nicht zum Erfolg führen.)

Bleiben Sie in der Nähe, lassen ihn anfänglich nicht allein. Sollte der Zwerg fest schlafen, schliessen Sie die Box. Behalten Sie die Box mit ihrem Welpen im Auge, wird er wach und ist ruhig, ist ein wenig Fingerspitzengefühl gefragt. Wird er gleich unruhig, schätzen Sie ab, ob er evtl. raus muss um sich zu lösen. Möglicherweise ist es auch nur ein kurzes „Hallo, ich bin noch da, ist hier noch jemand?“, dann kann es sein, dass er recht schnell wieder einschläft. Dies sind Erfahrungswerte, die man nicht pauschalisieren kann, da auch jeder Welpe anders vom Temperament und seiner Frustrationsschwelle ist.

Ist er beispielsweise schon länger als, sagen wir mal eine halbe Stunde in der Box gewesen und hat ruhig geschlafen, sollten Sie ihn am besten gleich aus der Box nehmen, wenn er wach wird und noch nicht murrt, denn jetzt ist es auch der richtige Zeitpunkt um wieder Gassi zu gehen.

Hat Ihr Welpe die Box schon angenommen, kann man das Gehen in die Box auch wie einen Trick mit einem Kommando verknüpfen. Anfänglich kann man ein Leckerchen in die Box werfen und dann einfach BOX sagen.

(Der Clicker als Hilfsmittel ist dafür einfach super. Unsere Welpen werden bereits mit sechs Wochen angeclickert, Welpen lernen in diesem Alter unfassbar schnell, es ist eine Freude, dies zu begleiten und zu fördern.) Nach einigen Tagen, je nach dem, wie schnell der Kleine von Begriff ist :-), kann man das BOX-Kommando voranstellen und das Leckerchen kommt erst, wenn der Welpe die Box aufsucht. (Anfänglich, so baut sich Clickertraining ja auf, kann man schon das Orientieren in Richtung Box bestärken. Und, sinnvollerweise, sollte die Box nicht unendlich weit weg sein.)

So sollte einer positiven Verknüpfung wirklich wenig im Weg stehen.

Ähnlich baut man übrigens auch das Alleinebleiben auf, also kleine Schlaf-Phasen nutzen, um mal den Raum zu verlassen, vielleicht später mal den Müll runterzubringen usw.. (mehr dazu unter Alleinbleiben.)

Sollte es aber nicht so harmonisch zugehen, denn jeder Welpe ist anders und hat auch evtl. bereits andere Lernerfahrungen gemacht, was ja durchaus denkbar ist, könnte der Zwerg jammern, bellen oder kratzen, das wollen wir ja nicht unter den Tisch kehren. Wenn Sie eh bei der Box waren, verhalten Sie sich ruhig. Waren Sie nicht in der  direkten Nähe, gesellen Sie sich ruhig zu ihm, verhalten Sie sich aber zurückhaltend, tröstende Worte oder Streicheln sind nur Wasser auf die Mühlen, auch ein „Erlösen“ hat erzieherisch eher wenig konstruktive Effekte. Welpen lernen extrem schnell, mit welchem Verhalten sie ihre Ziele erreichen. Leider ist der Mensch mit weniger Lerngeschwindigkeit ausgestattet. Warten Sie eine ruhige Phase ab, die kann auch ganz kurz sein, und öffnen Sie ruhig die Box und tun so, als wenn dies das normalste der Welt sei. Geben Sie nicht zuviel Euphorie auf das Öffnen und Herauslassen, dies ist ein normaler Vorgang und sollte vom Welpen dann auch so verknüpft werden.

Wir persönlich nutzen im eigenen Haus die Box ausschließlich nachts, tagsüber ergibt es sich in unserer Lebenssituation äußerst selten, dass wir eine Box nutzen müssen. Trotzdem werden Boxen tagsüber als Liegeplätze aufgesucht, auch das ist völlig normal.

Niemals, und auch das ist ein wichtiger Punkt, lassen wir allerdings unseren Welpen über einen längeren Zeitraum alleine in der Box.

Anschaffung einer geeigneten Hundebox

Das wichtigste Kriterium bei der Anschaffung sollte zum einen die richtige Größe der Box und ihr überwiegender Einsatz sein.

Bei der Größe kann man generell sagen: Nicht zu groß und nicht zu klein. Also: Der Hund sollte sich gut hinlegen, ausstrecken und auch aufrecht sitzen können. Die Box sollte aber nicht aus falschem Good-Will zu groß angeschafft werden, gerade, wenn es sich um eine Hundetransportbox für den Einsatz im Auto handelt. Hier sollte die Größe so bemessen sein, dass der Hund noch gut Halt findet, wenn es mal heftiger in die Kurve geht oder gebremst werden muss. Keinem Hund ist dann damit geholfen, dass die Box so groß ist, dass er in ihr herumgeschleudert wird.

Für das Auto haben wir die besten Erfahrungen mit stabilen Hundetransportboxen aus Aluminium gemacht, Herstellerhinweise finden Sie im Anschluß.

Kleinmetall

Ei-Li Hundeboxen

Dog´s Finest – Maelson Klappboxen

Für die Unterbringung im Haus, auf Ausstellungen oder Turnieren haben sich seit einigen Jahren Softkennels durchgesetzt und auch bewährt. Diese sind leicht und platzsparend zusammen zu falten, wenn sie nicht benötigt werden und bieten einen guten Schutz. Am geeignetsten sind für uns die mit Metallstreben verstärkten, da diese stabiler sind.

Gerade im Sommer werden so auch Mücken und andere Plagegeister abgehalten, weil die Fenster alle mit Fliegengittern versehen sind.

Parson (Jack) Russell Terrier

Ursprünglich für die Baujagd gezüchtet, war der PRT oder PaIMGP1580rson (Jack) Russell Terrier über Generationen hinweg das kleine Energiebündel unter den Gebrauchsterriern nach dem Motto „Schön ist, was dem Gebrauch dient„.  Und so wurde auf viele Dinge, die das Äußere betrafen, eher weniger als übertrieben viel Wert gelegt.

Wichtig war, dass die Hunde gut gearbeitet haben, unter der Erde einsetzbar waren und mit einer gewissen Schärfe und Intelligenz sich der Beute stellten.

Eine Zucht auf Schönheit wurde in England lange Zeit nicht gefördert und in Deutschland war die Rasse bis in die 90er Jahre eher unbekannt, eher noch sah man den kleinen Kumpel, den Jack Russell Terrier, der aber vor 20 Jahren einfach nur ein Mischling war, der seinen Siegeszug durch die Reitställe antrat.

Der Rasse selbst hat dieses Mauerblümchendasein nicht geschadet. So entstand ein kleiner, flinker und wendiger Terrier, der sich deutlich unterschied und weiter unterscheidet von seinem „Bruder“, dem Foxterrier, der frühzeitig auch eine Showkarriere anstrebte, und dessen Exterieur heute nur noch entfernt an den Parson erinnert.johngaunt

2008, einige Jahre nach der offiziellen Anerkennung durch die FCI, kann man bei genauer Beobachtung und Kenntnis der verschiedenen Zuchtziele beobachten, dass sich der Parson Russell Terrier vom originären Typ des Jack Russell Terriers, wie es bei vielen anderen Rassen auch zu beobachten ist, allmählich verändert. Wir finden heute – je nach Zuchtzielen – trotz sehr vieler Ähnlichkeiten – auch zunehmend Unterschiede.

Wobei, das sollte nie aus den Augen verloren werden, in allen Zucht-Verbänden und -Vereinen unterschiedlichste Typen gezüchtet werden. Es geht hier jetzt eher darum, eine halbwegs nachvollziehbare Struktur und damit eine Erklärung zu liefern für das verwirrende Namens- und Vereinsleben hier in Deutschland.

So sehen wir auf der einen Seite den sogenannten „modernen“ Typ, der sich von der Optik her immer mehr an ein bestimmtes Ideal angleicht, hier sprechen wir dann vom Parson Russell Terrier, der im VDH gezüchtet wird.

Man strebt hier ein einheitliches Äußeres an, was John Russell niemals als Vorgabe hatte, weil es für die Arbeitstauglichkeit nicht vorrangig war.

Dieser Typ ist überwiegend rau, mit wenig Farbe und durchschnittlich gesehen etwas großrahmiger, als es ursprünglich angestrebt war. Diese züchterischen Zielsetzungen gehen am deutlichsten in Richtung „Schönheitszucht“. Man betrachtet bei der Bewertung der Hunde vorrangig das Exterieur, und legt selbstverständlich auf die Gesundheit großen Wert, die Arbeitstauglichkeit wird zumindestens bei diesen züchterischen Zielsetzungen meist nicht ausdrücklich betont.

Auf der anderen Seite sieht man Vereine und/oder Züchter deren Hunde oft direkt aus englischen Linien abstammen oder sogar aus England importiert werden. Man findet hier glatt- und rauhaarig eher ausgeglichen in der Anzahl, tricolor oder white-tan ist ebenfalls beides oft zu sehen. Diese Hunde werden meist in den Vereinen zur Zucht eingesetzt, die nach dem Originalstandard History5züchten, nur wenige importierte Rüden oder Hündinnen finden den Weg in den VDH. Zuchtziel ist – in Anlehnung an den englischen Originalstandard und vereinfacht ausgedrückt – ein kleinerer Typ des Parsons, der sich mit gut spannbarem Brustkorb an den  ursprünglichen Anforderungen und der Optik orientiert. Namentlich werden die nach Originalstandard gezogenen Hunde immer noch Jack Russell Terrier genannt. Diese Hunde sind nicht zu verwechseln mit dem JRT, der im VDH gezüchtet wird. Dies ist ein niederläufiger Terrier.)

Parson Russell Terrier, die weiterhin ihrer eigentlichen Aufgabe, der Baujagd nachgehen bzw. jagdlich geführt werden, finden wir im PRTCD e.V., der zum VDH und JGHV gehört. Hier fällt es schwer eine eindeutige Ausrichtung zu finden, was an der vielseitigen und zur Arbeitstauglichkeit ausgerichteten Zielsetzung liegen mag. So finden wir neben Hunden, die nicht im jagdlichen Einsatz stehen, auch zahlreiche Züchter, deren Zuchthunde aktiv jagdlich geführt werden.  Es wird deshalb weiterhin großer Wert auf die Arbeitstauglichkeit  gelegt, alle Hunde, die in die Zucht gehen, müssen einen Wesenstest absolvieren und über jagdliche Prüfungen weisen diese ihre Arbeitseignung nach.

Jeder dieser Zuchtschwerpunkte prägt selbstverständlich die Rasse Brenda1auf seine Weise. Auf der einen Seite finden wir also Zuchtziele, die das Exterieur stark in den Vordergrund stellen, dann finden wir Züchter, die bemüht sind, den alten Typ zu erhalten. Sowie der Parson, der weiterhin im jagdlichen Gebrauch steht, hier bilden sich ebenfalls unterschiedliche Typen heraus, mancherorts wünscht man sich den Allrounder, andere Züchter präferieren weiterhin den Parson als Bauhund.

Verschiedene Bücher über die Rasse finden Sie hier.

So findet sich also durchaus eine große Bandbreite an optischen Ausprägungen, populär geworden durch Film, Fernsehen oder Literatur ist meist der sog. Showtyp. Viele Züchter, die erst in der jüngeren Vergangenheit begonnen haben, sich mit der Rasse zu beschäftigen, sind deutlich irritiert, wenn Sie Hunde aus anderen Linien sehen, ihr Empfinden für die Optik der Rasse ist oft geprägt von Hunden des „moderneren“ Schlages, so dass die glatt- oder stockhaarigen Parson heute – nach über 20 Jahren offizieller Zucht in der FCI – deutlich weniger geworden sind. Was züchterisch gesehen, durchaus als Nachteil für die Rasse insgesamt gesehen werden muss, denn die Fellqualität hat sich in diesem Zeitraum verändert und weicht damit immer weiter ab von dem angestrebten Ideal, des harschen und widerstandsfähigen Fells.

Wer also heute einen Parson (Jack) Russell Terrier anschafft, wird sich oft verwirrt fühlen, über die Vielfalt und evtl. seinen ganz eigenen Lieblingstyp finden.

Mir persönlich liegt das einzigartige Wesen dieser Hunde sehr am Herzen, was sich durch die Arbeit mit ihnen und die züchterische  Selektion herausgebildet hat. Optisch hat man eine große Auswahl, und so sollte jeder sein eigenes kleines Ideal finden.

Ursprung der Rasse

Der Ursprung

Um sie nicht mit einer der üblichen Rassebeschreibungen zu langweilen, die wir wohl alle schon mal gelesen haben, kann ich ihnen hier, mit der freundlichen Erlaubnis von Antje Heller (Outlaw Terrier) eine exzellente Beschreibung zur Rassegeschichte des Parson (Jack) Russell-Terriers zur Verfügung stellen. Es erklärt, warum es heute so viele unterschiedliche Ausprägungen von Hunden gibt, die alle einen Namen tragen und doch nur wenig miteinander gemein haben.

Uns hat dies sehr gut gefallen, weil es sich angenehm abhebt von der, auf vielen HPes zu findenden History, und nicht mit blumigen Worten die Leistungen von John Russell hervorhebt, wie er mit seiner ersten Hündin züchtete, sondern nachvollziehbar macht, worin auch die Probleme einer Rasse liegen, bei der der ursprüngliche Typ, der Unbekannteste von allen ist.


Der Jack Russell Terrier ist eine sehr alte Rasse, deren Wurzeln identisch sind mit denen der heutigen Foxterrier. Genau genommen ist er nichts anderes als der alte working Foxterrier, ist jener Teil der Rasse, der parallel zur steten Weiterentwicklung der eigentlichen Foxterrierrasse im Zuge der organisierten Rassehundezucht, fernab der Showringe in den Händen der Working Terrier Men weiter nach alter Tradition gezüchtet wurde, einzig auf Arbeitseignung.

Der jagdbegeisterte und bei der Bevölkerung enorm beliebte Pfarrer (Parson) John Russell, allgemein Jack genannt, war ein begnadeter Hundekenner, der neben erstklassigen Foxhounds auch eine Terrierlinie aufbaute, die den Ruf genoss, die absolut besten Arbeitsterrier hervorzubringen, und zur Unterscheidung von den zunehmend nach Showkriterien gezüchteten Rassevertretern als „Jack Russell`s Terrier“ bezeichnet wurde, woraus der allgemeine Name für erstklassige Arbeitsterrier weißer Grundfarbe wurde, die auch nach dem Tod Russells von Arbeitsterrierenthusiasten in ganz England, besonders aber im Süden und Südwesten des Landes, in seinem Sinne weitergezüchtet wurden.

Parson Russell gehörte zu den Gründungsmitgliedern des ehrwürdigen Kennel Club, war geschätzter Fachmann und anerkannter Richter. Seine eigenen Terrierlinien ließ er jedoch nicht registrieren und stellte sie auch höchst selten aus. Er begann schon nach kurzer Zeit die Veränderungen in der Rasse zu kritisieren, die zu sehr auf Äußerlichkeiten ausgerichtet waren und die Arbeitseignung zunehmend zunichte machten.Diesem Gedanken folgten nahezu alle Züchter über beinahe zwei Jahrhunderte nach ihm, waren strikt gegen jegliche Anerkennung des Jack Russell Terrier als eigenständige Rasse, weil sie eine damit verbundene Showzucht und Vermarktung der Rasse befürchteten, das gleiche Schicksal, das dem Foxterrier widerfahren war. Dies wollten sie um jeden Preis verhindern.

Aus diesem Grund wurde der Jack Russell Terrier und sein Standard, obwohl seit langer Zeit vorhanden, kaum je in irgendeinem Hundebuch erwähnt, blieb außerhalb seiner Heimat lange Zeit unbekannt, obwohl er dort zu den beliebtesten und verbreitesten Arbeitsterriern in den Huntkennels gehörte.Erst vor etwa 20 Jahren gelangten erste Exemplare als Begleiter englischer Reiter und Pferdeleute auch in viele andere Länder der Welt, so auch nach Deutschland. Dabei handelte es sich in der Regel um nicht sehr rassetypische, meist auch nicht reinrassige Vertreter, um die Nachkommen aus Hunt Kennels ausgemusterter Terrier, die den Anforderungen nicht genügten und an die Farmen und Ställe der Umgebung verschenkt wurden, wo sie sich als Ratten- und Mäusefänger nützlich machten und mit ihrem typischen Humor viele Freunde fanden.

So entstand zunächst ein völlig falsches Bild von der Rasse, deren Namen man nie zuvor gehört hatte. Man hielt die lustigen „Turnierdackel“ für typische Jack Russell Terrier, als die man sie ja vorgestellt hatte. Was allerdings daran lag, dass man so ziemlich jeden weiß-bunten Mischling, der sich keiner anderen Rasse zuordnen ließ, als „Jack Russell“ bezeichnete. Ähnlich wie hierzulande alles Mittelgroße Stehohrige „Schäferhund“ genannt wird, auch wenn es mit der Rasse „Deutscher Schäferhund“ zuweilen nur wenig zu tun hat.

Das eigentliche Bild der Rasse wurde erst bekannt, als engagierte Liebhaber die Terrier weiterzüchten wollten und sich auf der Suche nach Informationen und „Zuchtmaterial“ auf den Weg nach England machten… Und dort vor einer Überraschung standen. Fortan begannen erbitterte Meinungsverschiedenheiten darum, wie denn nun der echte Jack Russell auszusehen habe. So unterschiedlich war das Bild, das man mit diesem Namen assoziierte. Und nicht nur darum. Die Einen wollten ihn als Jagdterrier erhalten, den Anderen war seine Freude am Jagen ein Dorn im Auge, sie wollten lieber einen lustigen Begleiter ohne derartige Ambitionen. Ein Streit, der bis heute anhält.

Doch damit nicht genug, die nächsten Verwirrungen kamen direkt aus dem Mutterland. Dort nämlich waren nicht mehr alle Züchter mit dem einst vom Parson geäußerten Wunsch – keine Anerkennung – einverstanden. Eine Gruppe von Showenthusiasten wollte ihre Hunde nicht mehr nur auf Working Terrier Shows ausstellen können, sondern auch auf dem Parkett renommierter Rassehundeausstellungen. Es entbrannten heftige Diskussionen innerhalb der traditionellen Jack Russell Clubs, in deren Folge sich einige Mitglieder daraus lösten und den Parson (Jack) Russell Terrier Club of Great Britain gründeten, der einen dem Originalstadard ähnlichen, doch auf wesentlich höhere Einheitlichkeit in Typ und Größe ausgerichteten Standard erstellte und diesen den Kennel Club zur Anerkennung vorlegten. Dem Antrag wurde stattgegeben, nach dem Kennel Club nahm auch die FCI (1991 vorläufig, 2001 endgültig) die Rasse „Parson Russell Terrier“ in den Kreis der Rassehunde auf.

So entstanden aus den gleichen Ursprüngen gleich mehrere Rassen: Vor etwa 200 Jahren der Foxterrier, aus nicht typischen Exemplaren und unkontrollierten Kreuzungen die „Reiterjackies“, unter Regie von Kennel Club und FCI der „Parson Russell Terrier“, und im fernen Australien missverstand man den bei Anerkennung des Parson nicht berücksichtigten kleineren Typ der Rasse als „Parson auf kurzen Beinen“ und züchtete dort eifrig einen solchen, im Mutterland nicht erwünschten Terriertyp als „Jack Russell“, stellte einen diesem Bild entsprechenden Standard auf und legte auch diesen, mit Unterstützung von Irland als Teil des mit „Großbritannien“ angegebenen Mutterlandes, der FCI zur Anerkennung vor. (Anmerkung der Webmasterin: Mittlerweile findet man den Jack Russell Terrier unter der FCI-Standard N° 345 / 09.08.2004 /D mit Rassestandard.)

Und so gibt es inzwischen eine ganze Reihe von Rassen, die irgendwie irgendwas mit dem Jack Russell Terrier zu tun haben, zum Teil sogar diesen Namen tragen, aber doch in verschiedenen Arten vom eigentlichen Rassebild abweichen.

Jener ursprüngliche alte Arbeitsterriertyp, der tatsächlich über all die Jahre im Sinne des „Namensgebers“ gezüchtet wurde, von Arbeitsterrierleuten wie Russell selbst einer war und exakt zu dem Zweck, zu dem auch dieser seine Terrier einsetzte, ist nach wie vor der Unbekannteste von allen, auch wenn sein Name inzwischen in aller Munde ist!Um uns endlose Erklärungen um das Bild der „wahren“ Rasse und unsere Zuchtziele zu sparen und um Missverständnissen vorzubeugen, bezeichnen wir diesen Typ, dessen Erhalt wir uns verschrieben haben, entsprechend seiner Heimat, in der er die Wirren der Zeiten im Verborgenen unverändert überstanden hat, als „British Jack Russell“. Auch wenn das keine offizielle Rassebezeichnung ist, weil seine Anhänger nach wie vor der Anerkennung trotzen.

Antje Heller

(Anmerkung: Es ist nicht gestattet diesen Text ganz oder auch nur auszugsweise zu übernehmen – wer Interesse an diesem Artikel hat, wendet sich an Antje Heller / www.outlaw-terrier.de oder die Webmasterin dieser Seiten.)

Trimmen

Dies ist kein Langhaar-Russell.
Dies ist kein Langhaar-Russell.

Ja, auch das gehört ja zur Gesundheit eines Hundes bzw. hier jetzt Parson- oder Jack Russell Terriers dazu. Die richtige Pflege des Fells.

Von den Haararten her unterscheiden wir zwischen dem glatt-, stock- (broken) und rauhaarigen PRT. Oft bekomme ich am Rande mit, dass Hundebesitzer denken, es gäbe auch die Variante „Langhaar“ – NEIN, dem ist nicht so.<!
Nun gut, werden dann viele sagen, warum denn auch nicht, warum soll ich denn meinen Parson der Tortour des

Ein langhaariger Parson ist einfach nur ein Hund, dessen Fell nicht getrimmt wurde und deswegen lang ist.

Trimmens aussetzen, wenn es doch so auch geht und er zudem noch so niedlich aussieht. Und wenn es mal ganz schlimm wird, na, dann kann ich es ja immer noch abschneiden oder die Schermaschine nehmen.

Dem Fachmann werden sich spätestens an dieser Stelle des Dialogs die Nackenhaare hochstellen, weiß er doch um die Wichtigkeit eines korrekt getrimmten Fells des rauhaarigen Schlages.

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Stockhaarige Hündin

Im einzelnen: Das Fell des Parsons unterliegt einer ständigen Erneuerung, d.h. neues Fell wächst nach, altes stirbt ab, die Unterwolle wächst, das Deckhaar wächst. Leider ist es so, dass das alte Fell nicht zur Gänze ausfällt, und wie durch Zauberhand der Hund über Nacht in neuem Haarkleid vor einem steht, sondern das neue und das alte (tote) Fell hängen geradezu aneinander. Je nötiger ein Trimmtermin wird, um so stärker fängt auch der rauhaarige Parson an zu haaren, was er sonst, im Vergleich zu den kürzeren Haarvaritäten, nicht oder zumindestens weniger  tut.  Oft kratzt er sich auch vermehrt, knabert an den Pfoten oder am After, je nachdem wo es gerade lästig juckt. Ein weiteres Indiz für „reifes“ Haar, ist, dass das Fell insgesamt weicher wird. (Wenn wir davon ausgehen, dass ihr rauhaariger Parson auch ein rauhes und nicht zu weiches Fell von jeher hat.)

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Glatthaariger Welpe

Was würde jetzt passieren, wenn Sie, wie oben angesprochen, eine Schere nehmen und schwubdiwupp die Pracht einfach kürzen. Sie würden das tote Haar nicht entfernen, sondern, da es ja am neuen Fell hängt, nur abschneiden, und was noch viel stärker mit Folgen behaftet ist, das neue Fell wird ebenfalls gekürzt. Sie erreichen damit , dass ihr Hund weiterhin einen Teil des alten Fells auf sich hat, das neue Fell sich nicht entwickeln und die Haut nicht gut atmen kann. Führen Sie diese Prozedur ein paar Mal durch, wird Ihnen auffallen, dass das Fell Ihres Hundes immer weicher und dünner wird, geradezu flaumig. Dieses Fell hat jedewede schützende Funktion verloren, seine Isolationsfähigkeit, z.B. gegen Kälte/Wärme oder auch Nässe ist dahin, auch Dreck, der bei einem gesunden Fell nach kurzer Zeit einfach abfällt, fühlt sich in dieser Art von Fell sehr viel wohler. Abgesehen davon, dass Juckreiz und Hautprobleme entstehen können, weil die Fähigkeit der Haut zu atmen, eingschränkt wird.

Wie sollte es also richtig sein?

Ein rauhaariger Parson- oder Jack Russell Terrier wird mehrmals im Jahr von Hand getrimmt.

Man entfernt mit einem nicht schneidenden Trimmmesser, einem Bimsstein oder der Hand das lose (tote) Fell. Der Hund hat dabei keine Schmerzen, denn dieses Fell ist locker. Was Sie selbst auch jederzeit testen können, in dem Sie einfach mal mit Daumen und Zeigefinger an einem vorstehenden Zipfel auf dem Rücken ziehen. Läßt sich das Haar leicht entfernen, ist der Zeitpunkt gekommen, den Hund zu trimmen.

Wie trimmt man??

Tja, das ist schwer zu beschreiben, besser läßt es sich zeigen. Ich persönlich trimme am liebsten mit einem Bimsstein. Dieser harte (blaue) Stein hält die Haare wunderbar fest, während ich die Strähnen mit dem Daumen an den Stein drücke. Problemlos kann man damit fast den ganzen Hund trimmen.  Zusätzlich nutze ich nicht schneidende Trimmmesser.

Beginnen sollte man ruhig auf dem Rücken, allerdings, habe ich ganz nervöse Kandidaten, fange ich oft mit dem an, was am schwierigsten ist, z.B. am Kopf.

Hier sehr schön der Unterschied zwischen getrimmt und ungetrimmt.

Ansonsten kämmt man das Fell erstmal durch – gerne auch gegen den Strich, weil dadurch schon erkennbar wird, wo die Grenzen zwischen altem und neuen Fell sein könnten.  Dann geht man Stück für Stück vor, es folgen Rute, Beine und zum Schluß der Kopf. Der Bauch und die Innenseite der Hinterläufe sind sehr empfindlich, hier sollte man bewußt eine Schere oder Schermaschine einsetzen (und hier ist es auch sinnvoll und schadet nicht).  Die Pfoten werden am Rand leicht zurecht geschnitten und  zwischen den Ballen das überstehende Fell gekürzt. So niedlich es auch aussieht, wenn der Wicht mit dicken Fellpfoten daher tapst, mit der Zeit juckt auch dies und kann, bei vermehrtem Beissen an den Pfoten zu unangenehmen Folgen führen. Natürlich werden die Ohren auch von lästigen langen Haaren befreit, das passiert meist mit der Hand und gleichzeitig kontrolliert und die Krallen geschnitten, wenn nötig.

Dies ist der o.a. Hund nach dem Trimmen. Doch ein Parson.
Dies ist der o.a. Hund nach dem Trimmen. Doch ein Parson.

Am leichtesten ist es, wenn man den Hund regelmäßig leicht übertrimmt (rolling coat), das erspart lange Sitzungen und ist insgesamt dann einfach unkomplizierter. Sind Sie nicht selbst in der Lage zu trimmen, dann sollten Sie – je nach Haarzustand des Hundes – mehrmals im Jahr den Hund fachgerecht trimmen lassen.  Ich habe z.B. eine Hündin, die alle sechs Wochen zu mir kommt, andere wiederum sehe ich tatsächlich nur zwei Mal im Jahr – und das ist völlig ausreichend.

Nachstehend eine Bilderserie von einem vollkommen zugewucherten Parson (der Vater meiner Anna) bis hin zu einem doch ordentlich aussehenden Rüden. Angefangen haben wir die Serie leider erst als ich am Kopf schon einiges runtergenommen hatte, deswegen sieht er da schon etws normaler aus, wenn man mal von seinem Ziegenbart absieht.
Etwas anders sieht es bei den glatt- oder stockhaarigen Haararten aus. Diese haaren grundsätzlich stärker als der rauhaarige Schlag. Die Pflege des Fells ist aber ungleich leichter. Mit einem Gummistriegel oder auch (bei längerem Stockhaar) mit dem Bimsstein läßt sich loses Fell hervorragend entfernen und die Haarflut kann so eingegrenzt werden.

Was brauchen Sie also: Ein gutes Trimmmesser, z.B. von Hauptner (Kostenpunkt ca. 26 Euro, einen Bimsstein (von Scholl in der Drogerie – Kostenpunkt ca. 3,00 Euro) – es muss der blaue sein – eine scharfe Schere, möglichst gebogen und vorne abgerundet, damit die Hunde nicht verletzt werden, für die Detailarbeiten, wie die Pfoten. (Kostenpunkt ca. 30 Euro). Gutes Trimmzubehör erhalten Sie bei ehaso – Einen Trimmtisch brauchen Sie nicht unbedingt, man kann seinen Hund überall trimmen und nebenbei auf dem Schoß ist es sowieso viel entspannter, als lange ruhig auf einem Tisch zu stehen.

Und hier zur Veranschaulichung ein sehr gutes Video über eine Trimmsitzung mit einem broken coated Parson.

Meine Ausstattung:

Bimmstein von ehaso

Hauptner-Messer violett, grün, blau und weiß. (Kosten ca. 100 Euro)

Trimmmesser-Mars: 330, 324 „Käthe-Winters“, 320 für Kopf (Kosten ca. 40 (pro Messer) Euro)

Effelierschere (Kosten ca. 30-40 Euro)

gebogene, vorne stumpfe Schere (Pfoten, untere Linie, Innenseite Beine) Kosten: ca. 30 Euro

 

Welche Fragen sollten Sie klären?

Sie haben sich über das Internet und ggf. einen Zuchtverband erkundigt und einige Züchter in die engere Wahl genommen. Meistens ruft man dann als erstes an und stellt die Fragen, die über die Homepage vielleicht nicht geklärt werden konnten. Diese Vorgehensweise empfinde ich als vollkommen selbstverständlich und bin – selbst Züchterin – eher positiv eingestellt – wenn man mich persönlich kontaktiert.

Als interessierter Mensch möchten Sie in diesem Gespräch einige Fragen klären und, so ganz nebenbei, merkt man ja auch, ob man sich evtl. sympathisch ist.

Ich habe nachfolgend ein paar Fragen zusammengestellt, die weder genau so, noch in der Anzahl so gestellt werden müssen, sie geben Ihnen vielleicht einen Eindruck davon, was man einen Züchter alles fragen KANN.

Wenn Sie es nicht bereits über eine Züchterhomepage erfahren konnten, ist die erste Frage: Gibt es zur Zeit Welpen?

Wenn ja, fragen Sie nach dem Wurfdatum und der Wurfstärke und ob noch Welpen frei sind.  Sind noch Welpen frei, fragen Sie nach dem Geschlecht und nach dem Verhalten des Hundes bzw. warum der Welpe noch frei ist.

Und natürlich, wann das voraussichtliche Abgabedatum sein wird. Frühestmöglicher Abgabetermin ist mit acht Wochen, einige Vereine geben erst später ab.

Fragen Sie nach Haarqualität (falls schon gut erkennbar) und nach den Abzeichen und wie viel Farbe die Welpen haben. Beim Parson (Jack) Russell Terrier ist die Farbpalette von weiß, über rot-weiß, lemon-weiß, tricolor, schwarz-weiß in unterschiedlichster Kombination und Menge sehr facettenreich vorhanden – gestromt oder mehr als 50% Farbe sind allerdings nicht gestattet.

In Deutschland besteht Kupierverbot von Ruten (und Ohren) – Ausnahme: Jagdliche Leistungszuchten! Fragen Sie also ruhig nach, ob die Welpen kupiert sind – sollte dies der Fall sein und der Welpe stammt aus keiner jagdlichen Zucht, sollten Sie durchaus nachfragen, warum dies so ist. Kupierte Ruten sind verboten und deshalb würde ich an dieser Stelle Abstand vom Kauf nehmen.

Erkundigen Sie sich nach dem Zwingernamen und nach dem aktuellen Buchstaben (für die Namensgebung) bei diesem Wurf. Hier können Sie vielleicht sogar noch den Namen ihres Welpen mitbestimmen.

Gibt es bei diesem Züchter zur Zeit mehrere Würfe. Wenn ja, erkundigen Sie sich, ob es Würfe der gleichen Rasse sind und wie viele Zuchthündinnen der Züchter hat. Dies muss überhaupt kein Problem darstellen, weil bei Züchtern mit mehreren Hündinnen, sich die Läufigkeiten oft angleichen und es durchaus Sinn macht, diese (natürlich so, dass es händelbar ist) gleichzeitig zu belegen, was auch den Welpen (mehr Spielpartner) zu Gute kommt. Kann aber leider auch ein Hinweis sein, der nicht positiv ist. Hier also nachfragen, der Züchter, der hier gerne und problemlos Auskunft gibt, hat sicherlich auch keinen Grund etwas zu verbergen. (Hier bitte noch mal lesen: Welcher Züchter?) Hier sollten Sie sich dann vor Ort einen Eindruck verschaffen, wenn alle anderen Fragen zur Ihrer Zufriedenheit beantwortet wurden.

Wenn nein, dann fragen Sie nach dem nächsten geplanten Wurf und nach den Eltern dieses Wurfes.

Fragen Sie nach, wie die Welpen geprägt werden, was der Züchter hier unternimmt.

In welchem Verband ist der Züchter Mitglied? Haben Sie die Züchteradresse nicht von einer Welpenvermittlung, fragen Sie hier nach und erkundigen sich über diesen Verband.

Fragen Sie ruhig nach Ausstellungserfolgen oder Leistungskennzeichen. Ein Hund z.B. aus reiner Leistungszucht kann hohe Anforderungen an einen Ersthundebesitzer stellen, während bei reinen Schönheitszuchten manche rassetypische Eigenschaft schon etwas in den Hintergrund tritt. (kann, muss nicht….)

Deshalb immer gut nach den Eigenarten der Welpen (wenn schon erkennbar) fragen! Ein Züchter kann ab einem bestimmten Alter der Welpen meist schon gut abschätzen, wie sich der Charakter des Welpen darstellt. Noch einfacher ist soetwas, wenn Sie den Züchter besuchen und mehr Zeit mitbringen.

Daraus ergibt sich gleich die nächste Frage: Wie schätzt der Züchter das Wesen der Mutter ein? Natürlich ist jeder Züchter ziemlich begeistert von seiner Hündin, aber durch seine Beschreibung können Sie oft schon erkennen, worauf er besonders Wert legt. Das Gleiche gilt natürlich für den Deckrüden, der aber oftmals nicht im Besitz des Züchters ist, so dass die Beschreibung desselben durchaus neutraler ausfallen kann.

Wenn Sie denn dann den Züchter besuchen: Ist es möglich Mutter und Welpen zu sehen. Unter normalen Umständen ist dies bei seriösen Züchtern immer möglich, ein Hundehändler hingegen hat die Mutter der angebotenen Welpen meist nie gesehen. Wird dies – ohne plausible Erklärung – abschlägig beantwortet, brauchen Sie gar nicht weiterfragen.

Fragen Sie, ob Sie die Ahnentafel der Mutter/Eltern sehen können. Zumindest die Papiere der Mutter müssen da sein, sonst s.o. (Ende der Vorstellung). – Achten Sie bei den Papieren auch darauf, was für ein Rassezuchtverband die Papiere ausgestellt hat. Es gibt hier einige Phantasiepapiere, die leider das Papier nicht wert sind, auf dem sie stehen. Haben Sie Zweifel, schreiben Sie sich den Verband auf und erkundigen sich dann später danach. Sehen Sie Papiere vom VDH (KFT oder PRTCD) oder aus der FCI können Sie sich jederzeit bei diesen Verbänden erkundigen.

Fragen Sie auch nach Impfungen und Entwurmungen, welche, wie oft und wann? Und natürlich, ob der Nachweis darüber in einem Impfpass geführt wird.

Wann wird die Ahnentafel des Welpen übergeben? Dies erfolgt meist erst nach Abgabe des Welpen, weil die Wurfabnahme erst mit der 8. Woche erfolgt, dann aber die Welpen schon abgegeben werden. Die Übersendung der Papiere kann also länger dauern, was aber völlig normal ist.

Ach ja, und der Preis, natürlich, auch wenn dies nicht im Vordergrund stehen sollte bei der Anschaffung eines Hundes, der wohl so um die 10 bis 15 Jahre lebt, müssen Sie hierzu schon fragen. Die Rasseverbände geben Preise in engen Bahnen vor, erkundigen Sie sich vor diesen Gesprächen, wie die Preise üblicherweise sind, damit Sie Ausreißer nach oben oder unten gleich bemerken. Lassen Sie sich bitte NIEMALS über einen günstigen Preis ködern. (Hierzu gibt es auch noch ein sehr nette Aufstellung, die ich auf einer Homepage fand und bei der man mir gestattet hat, sie zu verwenden.)

Leider wirkt dieser Ablauf jetzt sehr schematisch, im wirklichen Leben wird sich hoffentlich schnell ein nettes Gespräch entwickeln, in dem Sie feststellen, dass sie schon an der richtigen Adresse sind. Je mehr Fragen Sie beantwortet bekommen und je mehr Sie über die Philosophie erfahren um so besser.

Und noch ein wichtiger Hinweis zum Schluss: Lassen Sie sich nicht bedrängen und nehmen Sie sich die notwendige Zeit um ganz sicher zu gehen. Ein persönlicher Kontakt ist unumgänglich, denn auch ein noch so sorgfältig und genau geführtes Telefonat, ersetzt nicht den tatsächlichen Augenschein. Hundekauf ist Vertrauenssache!

PRT oder JRT?

PRT oder JRT?

Keiner Rasse, die mir bekannt ist, ist wohl so viel in so kurzer Zeit in der Namensgebung und in ihrer Zuordnung in Sachen Rassestandard widerfahren. Es ist eines der kompliziertesten Themen rund um die Rasseentwicklung und Namensgebung und wird von vielen Liebhabern der verschiedenen Schläge sehr unterschiedlich interpretiert.
Es gibt aber dazu tatsächlich eine ganz klare Linie, die, wenn man sich damit beschäftigt hat, einiges an WirrWarr auflöst.

Kurzer historischer Abriss:
Bis zur Anerkennung des „Parson Jack Russell Terriers“ durch die FCI im Jahre 1991, wurde die Rasse in ihrem Ursprungsland üblicherweise Jack Russell Terrier genannt. Die FCI vergab dann den Namen „Parson Jack Russell Terrier“. Im Jahre 2000 erhielt der (niederläufige) „Jack Russell Terrier“ seine Rasseanerkennung, der Parson Jack Russell Terrier wurde daraufhin in „Parson Russell Terrier“ umbenannt. Durch diese kurz hintereinander folgenden Veränderungen in der Namensgebung und die Erstellung eines neuen Standards, kann man verstehen, dass es eine andauernde Verwirrung gibt, mit welcher Rasse man es denn nun zu tun hat, wenn vom Parson- oder Jack Russell Terrier die Rede ist.


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Copyright Antje Heller

Auch hierzu hat Antje Heller (Outlaw-Terrier) einen hervorragenden Artikel verfasst.
Diese Frage ist wohl die häufigste, die in Zusammenhang mit dieser liebenswerten Rasse gestellt wird. Die Antworten darauf, sogar die von Züchtern und ganzen Zuchtvereinen, fallen so unterschiedlich aus, dass unter den ahnungslosen Interessenten, die sich redlich um seriöse Informationen bemühen, eigentlich keiner mehr durchblicken kann. Die häufigste, aber völlig falsche Erklärung ist, mit „Jack Russell“ seien die kleinen Kurzbeinigen (sog. „Reiterjackies“) gemeint, mit „Parson JRT“ die Hochbeinigen. Die wahre Antwort aber liegt in der Entwicklungsgeschichte der Rasse, nicht in langen oder kurzen Beinen.

Der Jack Russell Terrier ist keineswegs eine Neuzüchtung, wie die plötzliche Popularität vermuten ließe, sondern ein uralter Schlag von Working Terriern für die Arbeit am Fuchs unter der Erde. Kleine, tapfere Hunde, gemäß ihres Einsatzgebietes als „Terrier“ (von Terra = Erde) bezeichnet, dürfte es so lange geben wie die Fuchsjagd selbst. Die Entstehungsgeschichte nahezu aller Terrierrassen beginnt gleich, eine Zuchtauslese erfolgte anfangs ausschließlich nach g70i8z1XO7En1ps59KOrG6YjhsAOzcAwZ3Qlg7YCkegArbeitseignung. Mit Gründung des Kennel Clubs in England und ähnlicher Rassehundeclubs weltweit nahm die Hundezucht andere Formen an. Die vorhandenen Hundeschläge wurden als Rassen erfasst, meist nach ihrem Verwendungszweck oder der Gegend in der sie am häufigsten vorkamen benannt, die ersten Standards (= Beschreibungen des idealen Erscheinungsbildes) aufgestellt, und das Ausstellungswesen begann sich zu entwickeln.

Zu jener Zeit lebte der „Hunting Parson“ John (Jack) Russell, leidenschaftlicher Jäger und Terrierkenner, namhafter Züchter von Foxterriern. Die ausführliche Geschichte kann man in jedem Buch über den nach diesem Mann benannten Terrier nachlesen, deshalb will ich an dieser Stelle nicht näher darauf eingehen. Erwähnenswert ist aber, dass zu dieser Zeit eine Aufspaltung der Rasse erfolgte. Während einige Züchter nun mit einer geregelten Zucht begannen und sich bemühten, der unter dem Namen „Fox Terrier“ erfassten Rasse ein einheitlicheres, schöneres Aussehen zu geben, interessierte andere weiterhin nur die Arbeitsleistung. Zu letzteren gehörte auch John Russell, der zwar zu den Gründungsmitgliedern des Kennelclubs gehörte, seine eigenen Terrierlinien dort aber nicht registrieren ließ!

Foxterrier und Jack Russell Terrier - Copyright Antje Heller
Foxterrier und Jack Russell Terrier – Copyright Antje Heller

Schon bald hatte sich der Foxterrier so stark verändert, dass man dem alten „working type“ zur Unterscheidung einen neuen Namen gab. Diese Terrier nannte man fortan nach ihrem bei weitem nicht einzigen, aber wohl populärsten Züchter einfach „Jack Russell(’s) Terrier“. Diese Rasse, angebrachter wäre wohl die Bezeichnung „Typ“, lebte unverändert weiter, fernab von der organisierten anna-trainingspauseRassehundezucht und den Showringen. Während der Foxterrier weltweite Berühmtheit erlangte, zeitweise zum Modehund wurde, blieb der Jack Russell was er immer war: ein einfacher kleiner Arbeitsterrier, gezüchtet frei nach dem Motto „hübsch ist was hübsch arbeitet“.

Obwohl er in England zu den beliebtesten Terriern überhaupt zählt, fand er, ebenso wie der Lurcher, mangels offizieller Anerkennung in nahezu keinem Hundebuch Erwähnung. Seine Anhänger wollten diese Anerkennung nicht, wollten keinen zweiten Foxterrier.

Dennoch existiert schon seit langer Zeit ein Standard, erarbeitet von erfahrenen Arbeitsterriermännern, niedergelegt vom „Jack Russell Terrier Club of Great Britain“. Doch dieser Standard ergab sich aus den für die Arbeit notwendigen Anforderungen, ist kein Showstandard, der ein unbedingt einheitliches Rassebild verlangt. Er lässt eine relativ große Bandbreite an Größen und Typen zu. Ausgestellt wurde und wird der Jack Russell auf sog. „Hunt Terrier Shows“, auf denen erfahrene Jäger und Terriermen den Körperbau der Hunde im Hinblick auf ihre Arbeitseignung beurteilen. Die Klassen werden nicht nur nach Alter und Geschlecht, sondern auch nach Haarart und Größe (10-12 und 12-15 Inch) getrennt. Dies ergibt sich aus der Tatsache, daß all diese Größen für die Arbeit benötigt werden, es aber relativ schwierig ist, im Körperbau korrekte Terrier unter 12 Inch (= 30,5 cm) zu züchten.

Zum Thema „Rasseanerkennung“ waren sich viele Anhänger der Rasse im Mutterland einig, aber nicht alle. 1990 wurde der „Parson Jack Russell Terrier Club“ vom Kennelclub und schließlich auch von der FCI anerkannt, der kleine Fuchsjäger als „Parson Jack Russell Terrier“ mit Standard Nr. 339 in den Kreis der Rassehunde erhoben. Der hinterlegte Standard entspricht zwar in den groben Zügen dem Originalstandard, enthält aber einige zunächst unscheinbar wirkende Änderungen. Diese in Verbindung mit der Tatsache, dass die Rasse nun von Schönheitsrichtern beurteilt wird, die bis vor kurzem nie etwas mit ihr zu tun hatten, zuweilen nicht einmal von deren Existenz wussten, führt über kurz oder lang dazu, dass sich das Rassebild nun wieder ändert. Zum größten Teil gewollt, denn wieder sind sich Zuchtverantwortliche einig, dass die Rasse einheitlicher werden müsse.

Die Geschichte wiederholt sich! Genau das, was uns aus einer Zeit vor rund 150 Jahren über die Teilung der Rasse in Fox- und Jack Russell Terrier berichtet wird, können wir im Augenblick hautnah miterleben. Durch die FCI-Anerkennung erscheint die Rasse nun in zahlreichen Hundebüchern und -zeitschriften, auch Fachbücher von recht unterschiedlicher Qualität schießen wie Pilze aus dem Boden. Doch in den allermeisten Fällen wird nicht der Original-, sondern der nun mal anerkannte, aber geänderte FCI-Standard veröffentlicht. Plötzlich hält jeder das „Idealmaß“ von 33 / 35 cm und die Anmerkung „Abzeichen bevorzugt an Kopf und Rutenansatz“ für bindend. Sicher entsprechen viele Jack Russell Terrier dieser Beschreibung. Auf jeden Fall entspricht jeder standardtypische Parson JRT dem Standard für Jack Russells, ist aber nur eine Variante der ursprünglichen Vielfalt.

Bislang waren alle Zuchtbücher offen für Neueintragungen, aus denen die Zuchtbasis gebildet wird. Eine ganze Reihe Terrier wurden als „Jack Russell“ geboren und durch Aufnahme ins Register eines am FCI-Standard orientierten Clubs zum „Parson Jack Russell“ oder umgekehrt, gehören also genau genommen beiden Rassen an. All diese Hunde stammen aus den gleichen Linien, vor 1990 wurde kein Parson Jack Russell geboren, weil es die Rasse bis dahin offiziell genauso wenig gab wie die Rasse Jack Russell! Die Frage nach dem Unterschied beider Rassen muß also, bezogen auf die Herkunft, lauten: es gibt keinen, da es sich um ein und dieselbe Rasse handelt.
Bezogen auf die Gegenwart, vor allem aber die Zukunft, wird die Antwort eine andere sein. Denn seit der Anerkennung des Parson Jack Russell, 1999 nochmals umbenannt in „Parson Russell Terrier“, existieren wieder zwei Standards, vor allem aber zwei verschiedene Formen der Zuchtlenkung.

Zum Einen die herkömmliche Form in Anlehnung an den Standard des JRTCGB, der eine gewisse Bandbreite an Erscheinungsformen zulässt und nur Wert auf Arbeitseignung legt, zum Anderen der offizielle FCI-Standard, der eine größere Einheitlichkeit in Größe, Form und Farbe anstrebt.

Zum Teil schon jetzt, spätestens in einigen Jahren ist die Antwort auf die eingangs gestellte Frage also: der „Parson“ ist die Showversion, die verbesserte (?), vereinheitlichte, in vielen Fällen auch vergrößerte (der Standard sieht keine obere Größengrenze vor!) Variante des Jack Russell Terriers. Was ist denn nun besser? Diese Frage muss sich jeder selbst beantworten! Vielleicht, indem er sich fragt warum er sich für den Jack Russell und nicht gleich für die seit mehr als 100 Jahren vorhandene, perfekt durchzüchtete und „verbesserte“ Variante, den Foxterrier, entschieden hat?! Muss man sich wirklich Zuchtziele stellen, die viele Züchtergenerationen längst realisiert haben???

Oder: Lieben wir den Jack Russell nicht gerade wegen seiner Vielfalt an Größen, Typen und Zeichnungen? Sind es nicht gerade seine nicht immer korrekt getragenen Ohren und Ruten, die seinen besonderen Charme ausmachen? Mögen wir nicht gerade die Tatsache, dass sich kaum je zwei Jackies gleichen wie ein Ei dem anderen? Wollen wir all das wirklich ändern?

Vor allem aber ist es wohl sein einmaliger Charakter, der Selbstbewusstsein ohne übertriebene Aggression, Temperament ohne Nervosität, unglaubliche Ausdauer, Robustheit und Intelligenz gepaart mit unerschütterlichem Humor in einem so kleinen Hund vereint, der uns alle begeistert. Dieser Charakter wurde nicht durch Showkarrieren und Championtitel geschaffen!

Ich möchte an dieser Stelle den Titel eines Artikels, der vor Jahren über den Jack Russell geschrieben wurde, zitieren, denn er spricht mir und hoffentlich viele anderen aus dem Herzen: „…so wie er ist sollte er bleiben dürfen!“

Eine kurze Bemerkung zum Schluss: dackelförmige, krummbeinige Hunde mit Stehohren und buntem „Mantel“ fordert keiner der Standards! Meines Wissens existiert auch kein derartiger Standard, jedenfalls nicht für Terrier mit dem Namen „Jack Russell“. Wann wird sich das wohl endlich herumgesprochen haben?

Antje Heller

(Anmerkung: Es ist nicht gestattet diesen Text ganz oder auch nur auszugsweise zu übernehmen – wer Interesse an diesem Artikel hat, wendet sich an Antje Heller / www.outlaw-terrier.de oder die Webmasterin dieser Seiten.)

Kategorien Allgemein

Links

Zuchtverbände VDH (FCI Standard)

KfT – Klub für Terrier 
PRTCD e.V. – Parson Russell Terrier Club Deutschland e.V.

Zuchtvereine nach Original-Standard

DJRTV e.V.
JRTV e.V.
Jack Russell Terrier Breeders Association e.V.
Parson Jack Russell Terrier Club of Germany e.V.

FAQs

Die FAQs sind einige Fragen, die immer wieder aufgetreten sind und die wir Christine Tust, Anja Glück und meine Wenigkeit vor einigen Jahren beantwortet haben. Da diese immer noch Relevanz haben, denn die Rasse hat sich ja nicht grundlegend geändert, werden sie nachstehend aufgeführt.

Sie finden hier folgende Themen:

Welpen – Wie oft müssen sie raus und  wie lange kann man sie alleine lassen?

Dies ist mit Abstand der am häufigsten auftretende Fragenkomplex – weiterführend wird das Thema Stubenreinheit unter  „Stubenrein“ erläutert.

Welpen werden ca. nach der 8. Lebenswoche abgegeben. Die ersten Wochen  sind dann für die neuen Besitzer ziemlich stressig, denn der Welpe muss nun lernen, dass er nicht in die Wohnung machen darf und muss dazu      anfangs alle 1 – 2 Stunden rausgebracht werden. Junge Hunde sind  sehr gelehrig und begreifen schnell, was man von ihnen will, aber auch dann kann man sich auf einen zwei Stunden-Rhythmus einstellen für die erste Zeit. Sie können einfach nicht länger aushalten! Das heißt allerdings nicht, dass man den Hunden zwingen muss, wenn er z.B. schläft, dass er dann geweckt wird, um ihn rauszubringen. Wenn er schläft, dann wird schon nichts passieren, kritisch wird es erst,  wenn der Kleine wach wird, dann ist schon Eile geboten.

Nach und nach werden die Abstände größer, kleine Missgeschicke  passieren aber schon noch einmal (z.B. beim intensiven Spielen oder nach dem Fressen), darauf muss man sich einrichten. Dann nicht zu sehr schimpfen,      schnell rausgehen mit dem Hund.

Im Alter von 6 Monaten können die Hunde schon nachts etwa 8 – 9 Stunden durchhalten  und einen Tagesrhythmus von vielleicht drei oder vier Stunden einhalten.

Dies gilt nie für alle Hunde, jeder Hund ist da unterschiedlich,  das sind alles nur „pie-mal-Daumen“-Regeln! Wir haben schon  von Welpen gehört, die innerhalb von einer Woche  „stubenrein“ waren, so etwas gibt es, aber heißt nur: Der Welpe  hat verstanden, dass er nicht in die Wohnung machen soll – die Möglichkeit,  woanders zu machen, müssen Sie ihm geben, sonst ist bei allem guten Willen ihres Babys das nächste Malheur vorprogrammiert.

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Einen Welpen sollte man zunächst gar nicht alleine lassen.
Sie haben dann große Verlassensängste und werden zwangsläufig  heulen oder suchen Trost im „Möbelzerschreddern“ oder „Abtapezieren“. Man muss ihm erst ganz langsam beibringen, dass ihm nichts passiert und man immer wiederkommt. Hunde sind Rudeltiere,      die sich nun einmal am wohlsten fühlen, wenn ihr „Rudel“ immer  komplett ist.

Trainieren kann man zum Beispiel durch den Gang zum Mülleimer, zum  Briefkasten, in den Keller, dann zum Zeitungshändler, Bäcker, etc…

Sie sollten also mit Mini-Sequenzen anfangen und diese langsam steigern.

Schleichen Sie sich nie einfach davon!! Dann muss der Hund ja Angst bekommen, dass Sie ihn verlassen wollen. Machen Sie ein Ritual aus dem Weggehen, dass er sich merken kann. Z.B. lassen Sie ihn sitzen (wenn er es schon kann) und sagen: „Ich komme gleich wieder, sei schön brav“.  Sie können auch „Pudelmütze“ sagen, das ist dem Hund wurscht, aber lassen sie es zu einer wiederkehrenden Handlung werden, die er erkennen kann. Und loben Sie ihn, wenn er artig gewesen ist. Wenn er anfängt zu jaulen, Abstände wieder verkürzen und vor allem nicht „trösten“ wollen. Denn damit bestätigen Sie dem Hund, dass es ihm schlecht ging und er wird es nächstes Mal wieder tun. Gehen sie auf Jaulen nicht ein. Wenn möglich, gehen Sie erst wieder zu dem Hund, wenn er nicht mehr jault und loben ihn dann ganz doll. Belohnen Sie also sein Aufhören!

Wenn man ihnen Zeit gibt, lernen die meisten Hunde, einige Zeit alleine zu bleiben.

Dennoch sollte man sich klarmachen: Ein Hund sollte regelmäßig nie länger als ca. 5 Stunden alleine zu Hause bleiben!!! Wenn man einem Hund das nicht bieten kann, sollte man sich keinen anschaffen.  Und, wenn man schon einen hat und die Lebenssituation sich so verändert,          dass der Hund mit einem Mal alleine bleiben muss, sollte man sich an einen Hundeauslaufservice o.ä. wenden, um dem Hund noch ein halbwegs artgerechtes Leben zu bieten. Mehr dazu unter: Stressfreie Erziehung zum Alleinebleiben!

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Oder ist ein erwachsener Hund vielleicht besser  für mich geeignet?

Kann ich die Anfangsarbeit bei einem Welpen nicht leisten, sollte man sich nach einem erwachsenen oder zumindest schon einige Monate alten Junghund      umsehen. Das hat auch viele Vorteile, denn der Züchter – oder das Tierheim oder die Pflegestelle – können dann schon recht zuverlässige Aussagen über den Charakter machen und man kann oft einen Spaziergang mit dem Tier machen, um sich kennenzulernen und den Hund im Umgang mit anderen Hunden/Tieren/Menschen/Kindern beobachten.

Auslauf

Ein PJRT ist von der Veranlagung ein Arbeitshund und braucht als solcher viel Beschäftigung, nicht nur körperlich, sondern auch geistig. Ca.  zwei Stunden Auslauf am Tag (mindestens eine Stunde am Stück richtig laufen können) sollte so ein Hund bekommen. Kann man nicht ganz so viel laufen (weil man mit Grippe im Bett liegt o.ä.) kann man hier Abhilfe durch vermehrtes Spielen zu Hause verschaffen.

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Rüde oder Hündin

Rüden sind dominant und Hündinnen ergeben ? Falsch!

Jackys sind grundsätzlich temperamentvolle Hunde – unabhängig vom Geschlecht. Es gibt immer dominantere und weniger dominante.

Bei einem  Rüden muss man sich evtl. auf kleine Machomanieren (z.B. verteidigt  eine Freundin gegenüber anderen Rüden) einstellen, Hündinnen können evtl. ein bisschen zickig sein (wie bei allen Hunderassen).

Der Vorteil eines Rüden: er wird nicht läufig. Nachteil, sie müssen jedes Mal mindestens (!) eine halbe Stunde pro Spaziergang  einplanen, weil er an jedem zweiten Baum ein bisschen pieselt (Revier markieren).  Außerdem werden einige „kopflos“, wenn läufige Hündinnen in der Nähe wohnen.

Der Vorteil einer Hündin: Sie laufen den Rüden nicht hinterher,  erledigen ihre Geschäfte zügiger (auch hier gibt es welche, die ihr Revier markieren, meist dominante Hündinnen). Oftmals sind sie nicht ganz so große Rabauken wie ihre männlichen Verwandten.

Nachteil ist hier die Läufigkeit (in der Regel zweimal im Jahr), wobei nur die Stehtage kritisch sind (evtl. sollte man sich eine Kastration überlegen).

Manche Menschen finden Rüden kerniger oder Hündinnen freundlicher,  das sind meist Erfahrungswerte mit nur wenigen Hunden.

Generell sollte man mit den Züchtern ein ausführliches Gespräch führen, welcher Welpe welche Charaktereigenschaften zeigt und danach entscheiden. Der Charakter des Hundes sollte zum Menschen passen (z.B.  ein Mensch der Agility machen möchte sollte keinen nervösen oder ruhigen Hund nehmen etc.), dann ist das Geschlecht egal. (Weiterführende Informationen zum Thema Auswahl des Züchters)

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Glatt- oder rauhaarig?

Das kann man bei einem Welpen selten genau bestimmen, höchstens aus der Erfahrung eine Vermutung abgeben. Es gibt glatthaarige Welpen aus zwei  rauhaarigen Elternteilen und rauhaarige aus nahezu glatthaarigen Eltern.  Oftmals zeigt sich ca. ab der 12. Woche eine Tendenz, manche Hunde ändern  ihre Haarqualität allerdings noch nach 6 Monaten. Man kauft eine Art „Wundertüte“.

Sprechen Sie auch hier mit den Züchtern, sie können Ihnen vielleicht sagen, ob diese Hündin bisher nur rauhaarige Welpen gebracht hat (etc.),  aber eine Garantie kann Ihnen keiner geben.

Farbe?

Die Farbe, weit ausgedehntes Kapitel: Grundsätzlich ist es so, dass ein JRT als Grundfarbe weiß haben sollte. Dazu kommen braune, schwarze  oder helle (fast gelbliche) Flecken.

Es ist nicht richtig, dass „wahre“JRT nur die dreifarbigen sind.

Es ist nicht richtig, dass JRT nicht weiß-schwarz sein dürfen  oder weiß-braun sein müssen.

Es ist Unsinn, dass Flecken an bestimmen Stellen sitzen müssen.

Es ist kein Manko, wenn der Hund keine Pigmente am Augenlid aufweist.

Warum: Ganz einfach, der JRT ist zur Fuchsjagd bestimmt. Er soll mehr weiß als Farbe aufweisen, damit man ihn nicht mit dem Fuchs verwechseln  kann, aber ansonsten ist es dem „Terrierman“ (und dem Fuchs)  wurscht, wo und welche Farbflecken der Hund hat.

Welche Zeichnung man bevorzugt, hängt einfach vom persönlichen Geschmack ab.

Die Farbenlehre ist übrigens ein spannendes und komplexes Thema, ich habe darüber auch in meinem Buch ein Kapitel verfaßt :-).

Die Kosten

Achja, dann die Frage nach den Kosten. Der Welpe, der Tierarzt, die   Hundesteuer, Versicherung, Futter, Zubehör….usw.

Grundsätzlich läßt sich sagen, dass die Anschaffung nur ein kleiner Teil der Kosten ist, die im Laufe der Jahre auf sie zukommen werden. Über den Daumen gepeilt, kostet ein Parson-Jack-Russell-Terrier von einem anerkannten Züchter zwischen 750,– und 1.500,– € wobei auch hier sicherlich noch Schwankungen von Züchter zu Züchter oder regional festgestellt  werden können.

Die Folgekosten sind aber sicherlich der Teil, der wesentlich mehr ins Gewicht fällt. Tierarzt mit Impfungen und Behandlungen machen,  neben dem Futter, einen großen Posten aus, hier würde ich, gerade wenn der Hund noch jung ist, mit mehr Kosten rechen, ca. 30,00 € pro  Monat. Hat sich ihr Baby erstmal konsolidiert, kommen nur noch die Impfungen (einmal pro Jahr) und gelegentliche Wehwechen hinzu.

Die Ernährung. Kein Hund sollte sich ihre Nahrung mit Ihnen teilen  und zum Resteverwerter werden. Speziell zusammengestellte und auf den jeweiligen      Energiehaushalt eines Hundes abgestimmte Hundenahrung ist nicht so teuer und der Hund wird es Ihnen mit einer langen Gesundheit danken. Hier kann      ich kaum eine Hausnummer angeben, aber ich denke zwischen 1,00 bis 2,00 € (für unsere Zwerge) täglich ist vorstellbar.

Versichert werden muss der Hund auch, eine Hundehaftpflicht ist zwischen ca. 60,00 und 150,00 € pro Jahr erhältlich und auf vielen Hundeplätzen Pflicht. Bei Listenhunden gelten andere Preise, oder sie werden auch bei vielen Gesellschaften  gar nicht angenommen.

Die Hundesteuer: Die ist von Stadt und Region her ganz unterschiedlich, in Berlin kostet ein Hund bald vielleicht 150 € pro Jahr, in ländlichen  Gebieten ist es oft weniger.

Und haben Sie sich überlegt, wo der Hund untergebracht wird, wenn Sie verreisen und Sie ihn nicht mitnehmen können, auch hier können  Kosten auf Sie zukommen. Und auch die Unterbringung am Urlaubsort kostet      evtl. mehr, die Bahnkarten usw.

…und der ganze Zusatzbedarf: Das ist das, was wir alle so gerne einkaufen, Spielzeug, Knochen, Decken, Körbe, Käfige, Näpfe, Leinen und Halsbänder undundund. Hier gibt es nach oben keine Grenze.

… und ein ganz wesentlicher Faktor: Egal, was der Hund geldlich kostet, er  „kostet“ Zeit, er braucht Aufmerksamkeit und die lässt sich  nicht kaufen, sondern die muss man sich nehmen, gerade ein Jack-Russell in  seinem ersten Lebensjahr ist sehr anspruchsvoll, investieren sie hier viel,  werden Sie dafür später doppelt und dreifach belohnt.

Sicherlich wiederholen wir uns hier, aber unserer Meinung nach, ist einer  der wichtigsten Faktoren für die Anschaffung eines Hundes: Haben Sie die nötige Zeit, sich einem jungen Hund zu widmen und hier sprechen  wir, wie Eingangs schon erwähnt davon, nicht von den kurzen Gassigängen oder von einem Laufenlassen im Garten, sondern von Dingen wie Hundeschule, Üben,  Spaziergänge, die mit An- und Abfahrt gerne zwei Stunden und mehr brauchen und vieles mehr.  Seien Sie sich selbst gegenüber ehrlich, und schätzen Sie ab, wie viel Zeit Sie wirklich in Ihrem Tagesablauf erübrigen können. Eine ganz sachliche Bestandsaufnahme wird Sie und den Hund davor bewahren, dass es dann doch nicht klappt.

Nicht berücksichtigt wurden Fragen: Wie finde ich den richtigen Züchter? Hierzu gibt es ein eigenes Kapitel Züchterauswahl.

So, genug der vielen, vielen Worte: Wir wünschen Ihnen viel Freude bei der Bestandsaufnahme und noch viel mehr Freude mit Ihrem neuen Gefährten und hoffen, dass wir Ihnen mit dieser Auflistung ein paar der dringensten Fragen beantworten konnten.

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Interessantes im WEB

Veröffentlichungen

Eigene Veröffentlichungen: Parson- und Jack Russell Terrier – Große Hunde in kleinem Körper

Externe Artikel, die interessant sind:

Judging the Parson Russell Terrier von Mary Strom Bernard – übersetzt von Bettina Becker

Kritische Tiermedizin:
Ernährung unserer Hunde
Skeletterkrankungen: Fütterungsbedingte Ursachen und Empfehlungen zur Prophylaxe

Die Kastration der Hündin

Symptome Gebärmutterentzündung / -vereiterung

Die Operation des grauen Stars beim Hund

 

Bilder

(Erb)-Erkrankungen

Jede Rasse und auch Mischlinge sind mit genetischen Mutationen belastet. Der Rassehund aufgrund seines kleineren Genpools häufig mit bestimmten Krankheiten, die für seine Rasse als typisch gelten, der Mischling vereint alles, was er an Genen in sich trägt, also auch oft ebenfalls einige unerfreuliche „Gendefekte“.

Weiterlesen(Erb)-Erkrankungen

Anschaffung

Die Anschaffung eines Hundes ist oft ein langer Prozess, der manchmal über Jahre hinweg reift, hin und wieder dauert es aber auch nur ein paar Minuten und man ist auf einmal – eher plötzlich – Besitzer eines niedlichen kleinen Hundchens.

Es gibt keinen Königsweg, ich kenne Menschen, die haben sich aus einer Laune heraus einen Hund angeschafft und entwickelten sich dann zu absoluten Hundefreaks mit dem vollen Programm, was man durchlaufen kann. Andere wiederum planen, organisieren und sind dann trotzdem nicht in der Lage, die Realität zu bewältigen, diesen manchmal so aufreibenden Alltag, wenn ein Hund in´s Haus kommt.

Aus meiner Erfahrung heraus kann ich sagen: Mir persönlich ist es immer lieber, wenn sich jemand schon vorher viele Gedanken macht, als dann, wenn der Welpe oder Hund da ist, festzustellen, dass ein Hund nicht in´s Leben paßt. 02032013_hunde-210

Aber woran liegt es eigentlich, dass Menschen doch so oft auf Probleme stossen, wenn ein Hund, oder gehen wir mal von einem Welpen aus, in ihr Leben kommt?

Ich glaube mittlerweile recht fest daran, dass die Diskrepanz zwischen idealisierter Wunschvorstellung und der nüchternen Realität oft sehr weit auseinander klafft und sich dadurch wohl auch diese Hilflosigkeit erklären läßt, die so oft zu beobachten ist. Nicht, dass man seinen Hund nicht lieben würde, nein, nein, aber, wenn man ihn doch nur besser verstehen könnte.

Wenn Sie also einen Hund anschaffen, dann seien Sie sich sicher, er rüttelt ihr Leben durcheinander, nichts bleibt so wie es war. Natürlich ist der Welpe niedlich, ja, aber das ist ja nur ein Teil des Ganzen. Der Welpe ist niedlich ….. UND

  • er ist nicht stubenrein –
  • er knabbert, ach was sag ich, beißt auf ihren Händen rum –
  • er schreit nachts –
  • er verschönert die Möbel, weil er Tischler werden möchte –
  • er kann nicht alleine bleiben –
  • er frißt die Zimmerpflanzen auf –
  • er liebt das sogenannte Abtapezieren –
  • er klaut ihre Strümpfe und frißt sie auf –
  • er klaut eigentlich alles, was man sich vorstellen kann –
  • er jagd die Katze, bewacht das Meerschwein und dreht äußerst geschickt die Schildkröte auf den Rücken  –
  • er pieselt, wenn Besuch kommt –
  • er hat als erster in der Familie die undichte Stelle im Zaun gefunden –
  • er schafft es auch als einziger in der Familie mit seiner Beute unter´s Bett  –
  • er randaliert so laut in seiner Box, dass sich die Nachbarn beschweren –
  • es ist besonders verdächtig, wenn man den Welpen weder sieht noch hört –
  • er ist eigentlich besonders süß, wenn er schläft
  • usw.

Diese Liste kann beliebig erweitert, ergänzt werden und die Zimmerpflanzen können Sie mit ihren Beetpflanzen im Garten austauschen, wenn Sie welche besitzen. Diese Liste ist natürlich mit einem ordentlichen Schmunzeln geschrieben, denn natürlich campinotreffen nur in den seltensten Fällen alle Punkte auf einen einzigen Welpen zu, aber  an das eine oder andere wird man sich vielleicht erinnern können … und froh sein, dass man heute mit seinem Hund ein Team ist.

Aber aller Anfang ist oft schwer: Ein Welpe macht, wenn er wach ist, in ihren Augen viele Dinge, die Ihnen erstmal unverständlich sind oder eben auch dazu führen, dass sie ihn ständig im Auge behalten wollen! Für ihn aber, und das ist ganz wichtig: Er lernt seine Welt kennen, er ist ein Hundebaby, er kann nicht anders, er lernt durch Ausprobieren und Korrekturen unsererseits! Er ist neugierig, verspielt, fühlt sich mal alleine und winselt, weil ja Mama und Geschwister weg sind und weiß noch nicht, dass er doch im Garten sein Geschäftchen machen soll.

Während also der süße kleine Knopf seine Welt kennenlernt, treibt er den Ersthundebesitzer oft in die Verzweiflung. Signale werden falsch gedeutet, Reaktionen erfolgen zu spät oder falsch und nachts möchte man doch einfach mal schlafen, weil man am nächsten Tag ja auch noch ein anderes Programm auf dem Zettel hat, als nur dem Welpen hinterher zu wuseln.

Verständlich möchte man sagen. Ja, ist es auch, jeder von uns, der schon einen Welpen großgezogen hat, hat schon morgens diese nagende Erschöpfung gespürt  – wenn man nach einer nächtlichen Session bei 0 Grad Außentemperatur im Bademantel im Garten stand und dem Welpen zuflüsterte: Sei schön brav! oder Mach Pisi! oder so ähnlich, immer in der Hoffnung, dass dies schnell geschehen möge, man daraufhin in geflüsterte Lobeshymnen ausbricht (die Nachbarn dürften zu diesem Zeitpunkt hoffentlich schlafen, damit man nicht diese unausgesprochenen Zweifel am Geisteszustand im nächsten Gespräch unterschwellig spürt), um dann mit dem Wunschgebet wieder in´s Bett zu sinken, dass es das letzte Mal für diese Nacht war und man schnell wieder einschläft. Der kleine Knopf hingegen ist schon wieder im Welpenschlummerland und findet das eigentlich alles ganz in Ordnung.

Und das ist das Tolle: Der Wicht ist nämlich am nächsten Tag ganz fit und munter, während man selbst noch die Streichhölzer für die Augen sucht und sich fragt, wie man es wohl schaffen soll, den Wicht, die Kinder, die Arbeit, den Einkauf etc. unter einen Hut zu bekommen, ohne den Zwerg unbeaufsichtigt  zu lassen.

Und das ist erst der Anfang! Hat sich der Ersthundbesitzer da durch gebissen, folgen z.B.: Trotzphase, Zahnwechsel, Rüpelphase, erste Läufigkeit, Gejohle bei jungen Rüden, erste Jagderfolge, Raufereien mit anderen Hunden usw.usw. – seien Sie sicher: Irgendwas wird sein!

Wie Sie dann erleben werden, fällt das Verständnis für diesen kleinen Wicht nicht vom Himmel, weder Welpe noch Mensch sind wie füreinander bestimmt geboren, sondern jedes Gespann muß sich erstmal aneinander gewöhnen. Der Mensch muß lernen seinen Hund zu verstehen und sein Leben so einzurichten, dass der Hund auch seinen Platz darin erhält und der Hund lernt die Welt der Menschen kennen und lernt ebenfalls mit jedem Atemzug seines so jungen Lebens.  Und, wenn  Sie das alles hinter sich haben, dann haben Sie Ihren Traumhund und der Hund ein tolles zu Hause, in dem man ihn als Hund schätzt und versteht.