Ursprung der Rasse

Der Ursprung

Um sie nicht mit einer der üblichen Rassebeschreibungen zu langweilen, die wir wohl alle schon mal gelesen haben, kann ich ihnen hier, mit der freundlichen Erlaubnis von Antje Heller (Outlaw Terrier) eine exzellente Beschreibung zur Rassegeschichte des Parson (Jack) Russell-Terriers zur Verfügung stellen. Es erklärt, warum es heute so viele unterschiedliche Ausprägungen von Hunden gibt, die alle einen Namen tragen und doch nur wenig miteinander gemein haben.

Uns hat dies sehr gut gefallen, weil es sich angenehm abhebt von der, auf vielen HPes zu findenden History, und nicht mit blumigen Worten die Leistungen von John Russell hervorhebt, wie er mit seiner ersten Hündin züchtete, sondern nachvollziehbar macht, worin auch die Probleme einer Rasse liegen, bei der der ursprüngliche Typ, der Unbekannteste von allen ist.


Der Jack Russell Terrier ist eine sehr alte Rasse, deren Wurzeln identisch sind mit denen der heutigen Foxterrier. Genau genommen ist er nichts anderes als der alte working Foxterrier, ist jener Teil der Rasse, der parallel zur steten Weiterentwicklung der eigentlichen Foxterrierrasse im Zuge der organisierten Rassehundezucht, fernab der Showringe in den Händen der Working Terrier Men weiter nach alter Tradition gezüchtet wurde, einzig auf Arbeitseignung.

Der jagdbegeisterte und bei der Bevölkerung enorm beliebte Pfarrer (Parson) John Russell, allgemein Jack genannt, war ein begnadeter Hundekenner, der neben erstklassigen Foxhounds auch eine Terrierlinie aufbaute, die den Ruf genoss, die absolut besten Arbeitsterrier hervorzubringen, und zur Unterscheidung von den zunehmend nach Showkriterien gezüchteten Rassevertretern als „Jack Russell`s Terrier“ bezeichnet wurde, woraus der allgemeine Name für erstklassige Arbeitsterrier weißer Grundfarbe wurde, die auch nach dem Tod Russells von Arbeitsterrierenthusiasten in ganz England, besonders aber im Süden und Südwesten des Landes, in seinem Sinne weitergezüchtet wurden.

Parson Russell gehörte zu den Gründungsmitgliedern des ehrwürdigen Kennel Club, war geschätzter Fachmann und anerkannter Richter. Seine eigenen Terrierlinien ließ er jedoch nicht registrieren und stellte sie auch höchst selten aus. Er begann schon nach kurzer Zeit die Veränderungen in der Rasse zu kritisieren, die zu sehr auf Äußerlichkeiten ausgerichtet waren und die Arbeitseignung zunehmend zunichte machten.Diesem Gedanken folgten nahezu alle Züchter über beinahe zwei Jahrhunderte nach ihm, waren strikt gegen jegliche Anerkennung des Jack Russell Terrier als eigenständige Rasse, weil sie eine damit verbundene Showzucht und Vermarktung der Rasse befürchteten, das gleiche Schicksal, das dem Foxterrier widerfahren war. Dies wollten sie um jeden Preis verhindern.

Aus diesem Grund wurde der Jack Russell Terrier und sein Standard, obwohl seit langer Zeit vorhanden, kaum je in irgendeinem Hundebuch erwähnt, blieb außerhalb seiner Heimat lange Zeit unbekannt, obwohl er dort zu den beliebtesten und verbreitesten Arbeitsterriern in den Huntkennels gehörte.Erst vor etwa 20 Jahren gelangten erste Exemplare als Begleiter englischer Reiter und Pferdeleute auch in viele andere Länder der Welt, so auch nach Deutschland. Dabei handelte es sich in der Regel um nicht sehr rassetypische, meist auch nicht reinrassige Vertreter, um die Nachkommen aus Hunt Kennels ausgemusterter Terrier, die den Anforderungen nicht genügten und an die Farmen und Ställe der Umgebung verschenkt wurden, wo sie sich als Ratten- und Mäusefänger nützlich machten und mit ihrem typischen Humor viele Freunde fanden.

So entstand zunächst ein völlig falsches Bild von der Rasse, deren Namen man nie zuvor gehört hatte. Man hielt die lustigen „Turnierdackel“ für typische Jack Russell Terrier, als die man sie ja vorgestellt hatte. Was allerdings daran lag, dass man so ziemlich jeden weiß-bunten Mischling, der sich keiner anderen Rasse zuordnen ließ, als „Jack Russell“ bezeichnete. Ähnlich wie hierzulande alles Mittelgroße Stehohrige „Schäferhund“ genannt wird, auch wenn es mit der Rasse „Deutscher Schäferhund“ zuweilen nur wenig zu tun hat.

Das eigentliche Bild der Rasse wurde erst bekannt, als engagierte Liebhaber die Terrier weiterzüchten wollten und sich auf der Suche nach Informationen und „Zuchtmaterial“ auf den Weg nach England machten… Und dort vor einer Überraschung standen. Fortan begannen erbitterte Meinungsverschiedenheiten darum, wie denn nun der echte Jack Russell auszusehen habe. So unterschiedlich war das Bild, das man mit diesem Namen assoziierte. Und nicht nur darum. Die Einen wollten ihn als Jagdterrier erhalten, den Anderen war seine Freude am Jagen ein Dorn im Auge, sie wollten lieber einen lustigen Begleiter ohne derartige Ambitionen. Ein Streit, der bis heute anhält.

Doch damit nicht genug, die nächsten Verwirrungen kamen direkt aus dem Mutterland. Dort nämlich waren nicht mehr alle Züchter mit dem einst vom Parson geäußerten Wunsch – keine Anerkennung – einverstanden. Eine Gruppe von Showenthusiasten wollte ihre Hunde nicht mehr nur auf Working Terrier Shows ausstellen können, sondern auch auf dem Parkett renommierter Rassehundeausstellungen. Es entbrannten heftige Diskussionen innerhalb der traditionellen Jack Russell Clubs, in deren Folge sich einige Mitglieder daraus lösten und den Parson (Jack) Russell Terrier Club of Great Britain gründeten, der einen dem Originalstadard ähnlichen, doch auf wesentlich höhere Einheitlichkeit in Typ und Größe ausgerichteten Standard erstellte und diesen den Kennel Club zur Anerkennung vorlegten. Dem Antrag wurde stattgegeben, nach dem Kennel Club nahm auch die FCI (1991 vorläufig, 2001 endgültig) die Rasse „Parson Russell Terrier“ in den Kreis der Rassehunde auf.

So entstanden aus den gleichen Ursprüngen gleich mehrere Rassen: Vor etwa 200 Jahren der Foxterrier, aus nicht typischen Exemplaren und unkontrollierten Kreuzungen die „Reiterjackies“, unter Regie von Kennel Club und FCI der „Parson Russell Terrier“, und im fernen Australien missverstand man den bei Anerkennung des Parson nicht berücksichtigten kleineren Typ der Rasse als „Parson auf kurzen Beinen“ und züchtete dort eifrig einen solchen, im Mutterland nicht erwünschten Terriertyp als „Jack Russell“, stellte einen diesem Bild entsprechenden Standard auf und legte auch diesen, mit Unterstützung von Irland als Teil des mit „Großbritannien“ angegebenen Mutterlandes, der FCI zur Anerkennung vor. (Anmerkung der Webmasterin: Mittlerweile findet man den Jack Russell Terrier unter der FCI-Standard N° 345 / 09.08.2004 /D mit Rassestandard.)

Und so gibt es inzwischen eine ganze Reihe von Rassen, die irgendwie irgendwas mit dem Jack Russell Terrier zu tun haben, zum Teil sogar diesen Namen tragen, aber doch in verschiedenen Arten vom eigentlichen Rassebild abweichen.

Jener ursprüngliche alte Arbeitsterriertyp, der tatsächlich über all die Jahre im Sinne des „Namensgebers“ gezüchtet wurde, von Arbeitsterrierleuten wie Russell selbst einer war und exakt zu dem Zweck, zu dem auch dieser seine Terrier einsetzte, ist nach wie vor der Unbekannteste von allen, auch wenn sein Name inzwischen in aller Munde ist!Um uns endlose Erklärungen um das Bild der „wahren“ Rasse und unsere Zuchtziele zu sparen und um Missverständnissen vorzubeugen, bezeichnen wir diesen Typ, dessen Erhalt wir uns verschrieben haben, entsprechend seiner Heimat, in der er die Wirren der Zeiten im Verborgenen unverändert überstanden hat, als „British Jack Russell“. Auch wenn das keine offizielle Rassebezeichnung ist, weil seine Anhänger nach wie vor der Anerkennung trotzen.

Antje Heller

(Anmerkung: Es ist nicht gestattet diesen Text ganz oder auch nur auszugsweise zu übernehmen – wer Interesse an diesem Artikel hat, wendet sich an Antje Heller / www.outlaw-terrier.de oder die Webmasterin dieser Seiten.)

Interessantes im WEB

Veröffentlichungen

Eigene Veröffentlichungen: Parson- und Jack Russell Terrier – Große Hunde in kleinem Körper

Externe Artikel, die interessant sind:

Judging the Parson Russell Terrier von Mary Strom Bernard – übersetzt von Bettina Becker

Kritische Tiermedizin:
Ernährung unserer Hunde
Skeletterkrankungen: Fütterungsbedingte Ursachen und Empfehlungen zur Prophylaxe

Die Kastration der Hündin

Symptome Gebärmutterentzündung / -vereiterung

Die Operation des grauen Stars beim Hund

 

Anschaffung

Die Anschaffung eines Hundes ist oft ein langer Prozess, der manchmal über Jahre hinweg reift, hin und wieder dauert es aber auch nur ein paar Minuten und man ist auf einmal – eher plötzlich – Besitzer eines niedlichen kleinen Hundchens.

Es gibt keinen Königsweg, ich kenne Menschen, die haben sich aus einer Laune heraus einen Hund angeschafft und entwickelten sich dann zu absoluten Hundefreaks mit dem vollen Programm, was man durchlaufen kann. Andere wiederum planen, organisieren und sind dann trotzdem nicht in der Lage, die Realität zu bewältigen, diesen manchmal so aufreibenden Alltag, wenn ein Hund in´s Haus kommt.

Aus meiner Erfahrung heraus kann ich sagen: Mir persönlich ist es immer lieber, wenn sich jemand schon vorher viele Gedanken macht, als dann, wenn der Welpe oder Hund da ist, festzustellen, dass ein Hund nicht in´s Leben paßt. 02032013_hunde-210

Aber woran liegt es eigentlich, dass Menschen doch so oft auf Probleme stossen, wenn ein Hund, oder gehen wir mal von einem Welpen aus, in ihr Leben kommt?

Ich glaube mittlerweile recht fest daran, dass die Diskrepanz zwischen idealisierter Wunschvorstellung und der nüchternen Realität oft sehr weit auseinander klafft und sich dadurch wohl auch diese Hilflosigkeit erklären läßt, die so oft zu beobachten ist. Nicht, dass man seinen Hund nicht lieben würde, nein, nein, aber, wenn man ihn doch nur besser verstehen könnte.

Wenn Sie also einen Hund anschaffen, dann seien Sie sich sicher, er rüttelt ihr Leben durcheinander, nichts bleibt so wie es war. Natürlich ist der Welpe niedlich, ja, aber das ist ja nur ein Teil des Ganzen. Der Welpe ist niedlich ….. UND

  • er ist nicht stubenrein –
  • er knabbert, ach was sag ich, beißt auf ihren Händen rum –
  • er schreit nachts –
  • er verschönert die Möbel, weil er Tischler werden möchte –
  • er kann nicht alleine bleiben –
  • er frißt die Zimmerpflanzen auf –
  • er liebt das sogenannte Abtapezieren –
  • er klaut ihre Strümpfe und frißt sie auf –
  • er klaut eigentlich alles, was man sich vorstellen kann –
  • er jagd die Katze, bewacht das Meerschwein und dreht äußerst geschickt die Schildkröte auf den Rücken  –
  • er pieselt, wenn Besuch kommt –
  • er hat als erster in der Familie die undichte Stelle im Zaun gefunden –
  • er schafft es auch als einziger in der Familie mit seiner Beute unter´s Bett  –
  • er randaliert so laut in seiner Box, dass sich die Nachbarn beschweren –
  • es ist besonders verdächtig, wenn man den Welpen weder sieht noch hört –
  • er ist eigentlich besonders süß, wenn er schläft
  • usw.

Diese Liste kann beliebig erweitert, ergänzt werden und die Zimmerpflanzen können Sie mit ihren Beetpflanzen im Garten austauschen, wenn Sie welche besitzen. Diese Liste ist natürlich mit einem ordentlichen Schmunzeln geschrieben, denn natürlich campinotreffen nur in den seltensten Fällen alle Punkte auf einen einzigen Welpen zu, aber  an das eine oder andere wird man sich vielleicht erinnern können … und froh sein, dass man heute mit seinem Hund ein Team ist.

Aber aller Anfang ist oft schwer: Ein Welpe macht, wenn er wach ist, in ihren Augen viele Dinge, die Ihnen erstmal unverständlich sind oder eben auch dazu führen, dass sie ihn ständig im Auge behalten wollen! Für ihn aber, und das ist ganz wichtig: Er lernt seine Welt kennen, er ist ein Hundebaby, er kann nicht anders, er lernt durch Ausprobieren und Korrekturen unsererseits! Er ist neugierig, verspielt, fühlt sich mal alleine und winselt, weil ja Mama und Geschwister weg sind und weiß noch nicht, dass er doch im Garten sein Geschäftchen machen soll.

Während also der süße kleine Knopf seine Welt kennenlernt, treibt er den Ersthundebesitzer oft in die Verzweiflung. Signale werden falsch gedeutet, Reaktionen erfolgen zu spät oder falsch und nachts möchte man doch einfach mal schlafen, weil man am nächsten Tag ja auch noch ein anderes Programm auf dem Zettel hat, als nur dem Welpen hinterher zu wuseln.

Verständlich möchte man sagen. Ja, ist es auch, jeder von uns, der schon einen Welpen großgezogen hat, hat schon morgens diese nagende Erschöpfung gespürt  – wenn man nach einer nächtlichen Session bei 0 Grad Außentemperatur im Bademantel im Garten stand und dem Welpen zuflüsterte: Sei schön brav! oder Mach Pisi! oder so ähnlich, immer in der Hoffnung, dass dies schnell geschehen möge, man daraufhin in geflüsterte Lobeshymnen ausbricht (die Nachbarn dürften zu diesem Zeitpunkt hoffentlich schlafen, damit man nicht diese unausgesprochenen Zweifel am Geisteszustand im nächsten Gespräch unterschwellig spürt), um dann mit dem Wunschgebet wieder in´s Bett zu sinken, dass es das letzte Mal für diese Nacht war und man schnell wieder einschläft. Der kleine Knopf hingegen ist schon wieder im Welpenschlummerland und findet das eigentlich alles ganz in Ordnung.

Und das ist das Tolle: Der Wicht ist nämlich am nächsten Tag ganz fit und munter, während man selbst noch die Streichhölzer für die Augen sucht und sich fragt, wie man es wohl schaffen soll, den Wicht, die Kinder, die Arbeit, den Einkauf etc. unter einen Hut zu bekommen, ohne den Zwerg unbeaufsichtigt  zu lassen.

Und das ist erst der Anfang! Hat sich der Ersthundbesitzer da durch gebissen, folgen z.B.: Trotzphase, Zahnwechsel, Rüpelphase, erste Läufigkeit, Gejohle bei jungen Rüden, erste Jagderfolge, Raufereien mit anderen Hunden usw.usw. – seien Sie sicher: Irgendwas wird sein!

Wie Sie dann erleben werden, fällt das Verständnis für diesen kleinen Wicht nicht vom Himmel, weder Welpe noch Mensch sind wie füreinander bestimmt geboren, sondern jedes Gespann muß sich erstmal aneinander gewöhnen. Der Mensch muß lernen seinen Hund zu verstehen und sein Leben so einzurichten, dass der Hund auch seinen Platz darin erhält und der Hund lernt die Welt der Menschen kennen und lernt ebenfalls mit jedem Atemzug seines so jungen Lebens.  Und, wenn  Sie das alles hinter sich haben, dann haben Sie Ihren Traumhund und der Hund ein tolles zu Hause, in dem man ihn als Hund schätzt und versteht.

Es soll ein Parson sein?

Es soll also ein Parson Russell Terrier werden?

… dann hier ein einige Aussagen zu seinem Wesen…
Die Anregung enstammt einem Artikel auf Jack Russell Terrier Club of America aus dem Jahre 2002, was sicher einiges zu bedeuten hat, denn auch in den USA avancierte der PRT in unglaublicher Geschwindigkeit zu einem sog. Modehund, mit allen Problemen für die Hunde selbst und Auswirkungen auf die Zucht. (Hinweisen muss ich aber auch darauf, dass Hundehaltung in den USA etwas anders betrieben wird.)


Immer wieder bewegte uns, Parson – und Jack Russell – Terrier – Besitzer- und Fans, die Frage,wie kann man Käufer und Interessierte der Rasse vor ihrem Kauf umfassend aufklären, ohne ständig einen erhobenen Zeigefinger zu entdecken und wie das Ganze verpacken, ohne zu theoretisierend zu sein.

Keine leichte Aufgabe, denn wie wir feststellen mussten, kann kein Buch und kein Artikel und manchmal noch nicht mal das direkte Gespräch mit kompetenten Menschen, die reale IMGP2815Situation widerspiegeln, wenn ein Welpe dann tatsächlich in der Familie ankommt. Wir werden es trotzdem in Angriff nehmen, denn wir wollen unterstützen, auch beraten und vor allem dazu beitragen, das Mensch und Hund zusammen glücklich und zufrieden werden und nicht umgekehrt.

Die erste Frage, die sich vielleicht jeder von Ihnen stellen sollte, ist:

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, einen Parson – oder Jack Russell Terrier anzuschaffen bzw. als für sie geeigneten Hund anzusehen?

Haben Freunde oder Bekannte einen und dieser gefällt ihnen so gut, das sie auch gerne einen hätten? Das sind an sich gute Voraussetzungen, denn dort haben sie wahrscheinlich kompetente Ansprechpartner, weil diese schon Kinderkrankheiten, Trotzphasen und erste Schritte der Erziehung durchleben „durften“. Noch besser wäre es sicherlich, mehrere Ansprechpartner zu haben, denn nicht nur jeder Mensch, sondern auch jeder Hund ist anders.

Brenda1Oder sie haben nach einer für sie geeigneten Rasse gesucht und sind dabei, vielleicht im i-net oder in einer Zeitung über die Rassebeschreibung des Jackys gestolpert?

Oder Sie haben, wie zur Zeit häufig zu beobachten, einen Jacky in der Werbung gesehen, evtl. in einer Zeitschrift, einem Prospekt oder im Fernsehen. Niedlich sind sie ja, keine Frage, aber wer kann ihnen jetzt die Fragen beantworten, was noch hinter dieser süßen Fratze stecken könnte, denn darüber muss man sich im klaren sein: Jackies, die in der Werbung oder im Fernsehen zu sehen sind, müssen gut trainiert und ausgebildet sein. Nichts von dem, was sie dort sehen, hat mit dem wirklichen Zusammenleben zwischen Mensch und Hund zu tun. Dem voran gegangen ist harte Arbeit, Ausdauer, viel investierte Zeit und normalerweise auch Geld.

Nachstehend stellen wir einfach mal ein paar Eckpfeiler des Charakters zusammen, die sie alleine oder mit ihrer Familie durchgehen können. Wenn Sie diese Aussagen für sich beantworten mit: „Das war mir klar!“ bzw. „Das war mir vielleicht so nicht klar, aber ich habe genug Power und Durchhaltevermögen um mit Eventualitäten zurecht zu kommen!“, dann sind sie vielleicht ein zukünftiger Jacky-Besitzer, der das Potential, was in diesen „großen Hunden in kleinem Körper“ steckt, zu schätzen weiß und daraus was macht. Und natürlich ist nicht jeder Jacky gleich, manche z.B. sind eher etwas ruhiger und umgänglicher, andere doch eher schon sehr aktiv und selbstbewusst zur Welt gekommen. Die Palette ist vielfältig, aber wie genau sich ein Welpe entwickelt, kann man nie sagen, vieles hängt dann von ihnen und ihrer Erziehung ab.

Parson (Jack) Russell Terrier

…. sind vor allem eins: Jagdhunde, deren Charakterzüge und Eigenschaften (Graben, Verbellen, selbständiges Arbeiten, Fährtensuche) sie zu exzellenten Solitärjägern machen. Dieses sind keine schlechten Charaktereigenschaften, sondern über Generationen hinweg Indizien für hervorragende Jagdhunde.

…. sie sind weiterhin für die Bauarbeit gezüchtet, d.h. das Stellen und Verbellen einer Beute, z.B. Fuchs gehört zu ihren Aufgaben! Gibt man ihnen keine adäquaten Ausgleich für ihren Bewegungs- und Arbeitstrieb suchen sich die süßen Kleinen ein anderes Ventil. Autos und Fahrradfahrer jagen, wildern, 14379893lj„Beschützer der Welt“ und vor allem der eigenen Familie sein usw. – dem Erfindungsreichtum sind hier keine Grenzen gesetzt.

… sie sind wirklich große Hunde in einem kleinen Körper, was ein großes Kompliment ist. Aber eben auch beinhaltet, dass sie häufig an einem großen Selbstbewusstsein „leiden“, bzw. ihr Drang nach Beschäftigung dem auch angepasst ist.

… ja, und sie haaren auch, alle Felltypen, die kurzhaarigen mehr als die rauhaarigen, die aber Zeit ihres Lebens professionelles Trimmen benötigen.

…. ach ja: Die Größe des Hundes sollte nicht darüber hinweg täuschen, dass sie auch erzogen werden müssen. Und nicht nur das, sie benötigen eine konsequente, liebevolle und hin und wieder auch strenge Erziehung, die nie endet. Jackies sind zu intelligent, als das sie irgendwann einmal aufhören würden, ihre Grenzen auszuloten. Je nach Temperament und P7287948Selbstbewusstsein kann dies recht auffällig, aber auch sehr subtil passieren – auch hier paart sich die Intelligenz mit einer hohen Flexibilität, sich auf den Besitzer einzustellen und ihn ggf. auszutricksen. Der Umkehrschluss ist, das sie mit einem so cleveren Kerl an ihrer Seite ungeahnte Möglichkeiten haben, für alles, was sie zusammen tun können. Der Jacky ist lernbegierig und lernt schnell – auch Blödsinn – selbstverständlich.

… sind nicht zwingend Wohnungs- oder Stadthunde nur weil sie klein sind. Es sind Jagdhunde, die ihre Passion auch in der Stadt nicht vergessen werden oder verleugnen können. Kann man ihnen nicht den ausreichenden Auslauf ohne Leine und die notwendige Beschäftigung bieten, werden diese Hunde (und ihre Besitzer) nicht glücklich.

sind nicht zwingend geeignet für Haushalte mit kleinen Kindern, es sei denn sie sind erfahren damit, einen Hund und Kinder zusammen groß zu ziehen. Fehlverhalten von Kindern gegenüber einem Jackie wird nicht zwingend toleriert. Sie werden sich nicht gutmütig abfinden mit typischer Kinderbehandlung wie Ziehen an Ohren, Rute etc. oder Wegnehmen oder „Teilen“ von Hundeknochen, Futter, Spielzeugen etc..

Suchen Sie also, Hand auf´s Herz, vielleicht eine Ergänzung zu ihrer Familie, gepaart mit der Hoffnung, das klein auch gleich unkompliziert ist, dann sei ihnen abgeraten von einem Parson (Jack) Russell Terrier. Stellen Sie sich allerdings auf all diese Dinge ein, suchen sich Gleichgesinnte für den Erfahrungsaustausch und finden vielleicht ein gemeinsames Hobby mit ihrem Hund, es muss wirklich nicht die Jagd sein, dann haben sie den tollsten Hund der Welt und einen treuen Begleiter.

Schlusswort:

Für viele Leser dieser HP mag es vielleicht manchmal irritierend sein, wie oft ich mich des Themas „Parson Russell“, seiner Auslastung, seiner Anschaffung usw. annehme.

Seien Sie versichert: ICH LIEBE DIESE RASSE!!! Immer wieder würde ich mir einen PR oder PJRT kaufen. Aber aus meiner eigenen Erfahrung, die jetzt auch schon ein paar Jahre zählt, und Gesprächen mit vielen Neu-Jacky-Besitzern, weiß ich um die Probleme, die überforderte Hundebesitzer gerade mit dieser Rasse haben, die jetzt so beliebt ist. In den richtigen Händen haben sie einen phantastischen Hund – in den falschen, na ja…., und deswegen dienen alle Äußerungen meinerseits nur einem Zweck – das aus Hund und Mensch ein richtig tolles Team werden – nicht mehr, aber bitte auch nicht weniger.

PRA oder Progressive Retinaatrophie

Auch nicht wirklich schön, aber es muss ja angesprochen werden. Dieser Oberbegriff bezeichnet verschiedene fortschreitende Netzhauterkrankungen, die ALLE zur Erblindung führen und NICHT therapierbar sind.

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Katarakt

oder grauer Star. Deutlich erkennbar, wenn sich die Linse des Auges immer mehr eintrübt. Je trüber das Auge wird umso weniger Sehleistung hat der Hund.

Nun ist aber grauer Star nicht gleich grauer Star.

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Impfempfehlung

Impfempfehlung

Staupe, Tollwut, Leptospirose, Parvovirose

Die Staupe:
Unter Staupe versteht man eine Virusinfektion, die in verschiedenen Formen auftreten kann.

Als Darmstaupe mit Durchfall

als Lungenstaupe mit Lungenentzündung

als nervöse Staupe mit Lähmungen

Die nervöse Staupe erkennen Sie an folgenden Merkmalen:

Der Hund hat Fieber, Husten und Durchfall. Die Augen sind verklebt und tränen. Im fortgeschrittenem Stadium bekommt der Hund Krämpfe und Bewegungsstörungen.

Die Staupe tritt zwar, dank der durchgeführten Impfungen, nur noch selten auf, sie ist aber nicht völlig verschwunden.

Die Tollwut:
Die Tollwut zählt zu den schlimmsten aller Viruskrankheiten. Sie konnte bis heute nicht ausgerottet werden. Der erkrankte Hund zeigt ein aggressives Verhalten. Beißwut, Lähmungen und Krämpfe sind die Anzeichen für einen Tollwutbefall.

Da ein an Tollwut erkrankter Hund die Infektion an Menschen übertragen kann, (durch Bisse) ist eine regelmäßige Schutzimpfung besonders wichtig. Auslandsreisen mit dem Hund sind nur mit eingetragener Schutzimpfung im Impfpass des Hundes möglich.

Die Leptospirose:
Die Leptospirose ist eine Bakterieninfektion und wird durch verschiedene Leptospiren – Erreger hervorgerufen. Es gibt darunter einige, die auch auf den Menschen übertragbar sind und ansteckende Gelbsucht verursachen.

Anzeichen:
Fieber, Erbrechen, Appetitmangel, Magen-, Darm- und Nierenerkrankungen. Häufig kommt es auch zu einer Schwäche in den Hinterläufen. In schweren Fällen Gelbsucht und Bewegungsstörungen. Durch regelmäßige Impfungen wird die Erkrankung und Übertragung wirkungsvoll verhindert.

Parvovirose:
Diese Krankheit wird oft dort übertragen, wo viele Hunde zusammenkommen, z. B. auf Ausstellungen. Stress erhöht die Anfälligkeit für die Erkrankung.

Anzeichen:
Plötzlich auftretender, blutiger Durchfall, starkes Erbrechen. Der Hund wird teilnahmslos, verweigert die Nahrungsaufnahme und leidet unter starkem Flüssigkeitsmangel. Ein vollkommener Impfschutz wird erreicht, wenn der entwurmte Welpe mit 8 Wochen die erste Grundimpfung gegen Staupe, Hepatitis und Leptospirose bekommt. Diese Grundimmunisierung wird in der Regel durch den Züchter veranlasst. Fragen Sie danach! Die zweite Grundimpfung bekommt der Welpe in der 12. – 14. Lebenswoche. Wenn Sie den Welpen übernehmen sollte er durchgeimpft sein. Dies können Sie im Impfbuch nachkontrollieren. Die Impfung gegen Leptospirose und Tollwut sollte jährlich erneuert werden. Gegen Staupe und Hepatitis sollte alle zwei Jahre geimpft werden.

Ich empfehle hierzu die Impfempfehlung des VDH zu lesen!

Impfempfehlung als PDF (vom VDH)

Zu erwähnen wäre in diesem Zusammenhang auch das regelmäßige Untersuchen Ihres Hundes auf Würmer. Jeder Welpen bekommt von der Mutter Spulwürmer mit. Diese Einrichtung der Natur ist dazu gedacht, beim Welpen bereits Abwehrstoffe gegen Würmer zu entwickeln. Die Welpen werden ab der 2. Lebenswoche alle 14 Tage bis zur Abgabe von 12 Wochen entwurmt. Danach empfehlen wir eine 1/4 jährliche Entwurmung. Würmer schwächen die Widerstandskraft gegen Infektionen, daher ist das regelmäßige Entwurmen so wichtig.

Sie sollten Ihrem Hund aber nun nicht einfach prophylaktisch eine Wurmkur verabreichen. Nehmen Sie etwas vom Kot des Hundes mit zum Tierarzt und lassen diese Probe auf Würmer untersuchen. Der Tierarzt wird Ihnen im Bedarfsfall das richtige Mittel für den Hund verabreichen.