Ursprung der Rasse

Der Ursprung

Um sie nicht mit einer der üblichen Rassebeschreibungen zu langweilen, die wir wohl alle schon mal gelesen haben, kann ich ihnen hier, mit der freundlichen Erlaubnis von Antje Heller (Outlaw Terrier) eine exzellente Beschreibung zur Rassegeschichte des Parson (Jack) Russell-Terriers zur Verfügung stellen. Es erklärt, warum es heute so viele unterschiedliche Ausprägungen von Hunden gibt, die alle einen Namen tragen und doch nur wenig miteinander gemein haben.

Uns hat dies sehr gut gefallen, weil es sich angenehm abhebt von der, auf vielen HPes zu findenden History, und nicht mit blumigen Worten die Leistungen von John Russell hervorhebt, wie er mit seiner ersten Hündin züchtete, sondern nachvollziehbar macht, worin auch die Probleme einer Rasse liegen, bei der der ursprüngliche Typ, der Unbekannteste von allen ist.


Der Jack Russell Terrier ist eine sehr alte Rasse, deren Wurzeln identisch sind mit denen der heutigen Foxterrier. Genau genommen ist er nichts anderes als der alte working Foxterrier, ist jener Teil der Rasse, der parallel zur steten Weiterentwicklung der eigentlichen Foxterrierrasse im Zuge der organisierten Rassehundezucht, fernab der Showringe in den Händen der Working Terrier Men weiter nach alter Tradition gezüchtet wurde, einzig auf Arbeitseignung.

Der jagdbegeisterte und bei der Bevölkerung enorm beliebte Pfarrer (Parson) John Russell, allgemein Jack genannt, war ein begnadeter Hundekenner, der neben erstklassigen Foxhounds auch eine Terrierlinie aufbaute, die den Ruf genoss, die absolut besten Arbeitsterrier hervorzubringen, und zur Unterscheidung von den zunehmend nach Showkriterien gezüchteten Rassevertretern als „Jack Russell`s Terrier“ bezeichnet wurde, woraus der allgemeine Name für erstklassige Arbeitsterrier weißer Grundfarbe wurde, die auch nach dem Tod Russells von Arbeitsterrierenthusiasten in ganz England, besonders aber im Süden und Südwesten des Landes, in seinem Sinne weitergezüchtet wurden.

Parson Russell gehörte zu den Gründungsmitgliedern des ehrwürdigen Kennel Club, war geschätzter Fachmann und anerkannter Richter. Seine eigenen Terrierlinien ließ er jedoch nicht registrieren und stellte sie auch höchst selten aus. Er begann schon nach kurzer Zeit die Veränderungen in der Rasse zu kritisieren, die zu sehr auf Äußerlichkeiten ausgerichtet waren und die Arbeitseignung zunehmend zunichte machten.Diesem Gedanken folgten nahezu alle Züchter über beinahe zwei Jahrhunderte nach ihm, waren strikt gegen jegliche Anerkennung des Jack Russell Terrier als eigenständige Rasse, weil sie eine damit verbundene Showzucht und Vermarktung der Rasse befürchteten, das gleiche Schicksal, das dem Foxterrier widerfahren war. Dies wollten sie um jeden Preis verhindern.

Aus diesem Grund wurde der Jack Russell Terrier und sein Standard, obwohl seit langer Zeit vorhanden, kaum je in irgendeinem Hundebuch erwähnt, blieb außerhalb seiner Heimat lange Zeit unbekannt, obwohl er dort zu den beliebtesten und verbreitesten Arbeitsterriern in den Huntkennels gehörte.Erst vor etwa 20 Jahren gelangten erste Exemplare als Begleiter englischer Reiter und Pferdeleute auch in viele andere Länder der Welt, so auch nach Deutschland. Dabei handelte es sich in der Regel um nicht sehr rassetypische, meist auch nicht reinrassige Vertreter, um die Nachkommen aus Hunt Kennels ausgemusterter Terrier, die den Anforderungen nicht genügten und an die Farmen und Ställe der Umgebung verschenkt wurden, wo sie sich als Ratten- und Mäusefänger nützlich machten und mit ihrem typischen Humor viele Freunde fanden.

So entstand zunächst ein völlig falsches Bild von der Rasse, deren Namen man nie zuvor gehört hatte. Man hielt die lustigen „Turnierdackel“ für typische Jack Russell Terrier, als die man sie ja vorgestellt hatte. Was allerdings daran lag, dass man so ziemlich jeden weiß-bunten Mischling, der sich keiner anderen Rasse zuordnen ließ, als „Jack Russell“ bezeichnete. Ähnlich wie hierzulande alles Mittelgroße Stehohrige „Schäferhund“ genannt wird, auch wenn es mit der Rasse „Deutscher Schäferhund“ zuweilen nur wenig zu tun hat.

Das eigentliche Bild der Rasse wurde erst bekannt, als engagierte Liebhaber die Terrier weiterzüchten wollten und sich auf der Suche nach Informationen und „Zuchtmaterial“ auf den Weg nach England machten… Und dort vor einer Überraschung standen. Fortan begannen erbitterte Meinungsverschiedenheiten darum, wie denn nun der echte Jack Russell auszusehen habe. So unterschiedlich war das Bild, das man mit diesem Namen assoziierte. Und nicht nur darum. Die Einen wollten ihn als Jagdterrier erhalten, den Anderen war seine Freude am Jagen ein Dorn im Auge, sie wollten lieber einen lustigen Begleiter ohne derartige Ambitionen. Ein Streit, der bis heute anhält.

Doch damit nicht genug, die nächsten Verwirrungen kamen direkt aus dem Mutterland. Dort nämlich waren nicht mehr alle Züchter mit dem einst vom Parson geäußerten Wunsch – keine Anerkennung – einverstanden. Eine Gruppe von Showenthusiasten wollte ihre Hunde nicht mehr nur auf Working Terrier Shows ausstellen können, sondern auch auf dem Parkett renommierter Rassehundeausstellungen. Es entbrannten heftige Diskussionen innerhalb der traditionellen Jack Russell Clubs, in deren Folge sich einige Mitglieder daraus lösten und den Parson (Jack) Russell Terrier Club of Great Britain gründeten, der einen dem Originalstadard ähnlichen, doch auf wesentlich höhere Einheitlichkeit in Typ und Größe ausgerichteten Standard erstellte und diesen den Kennel Club zur Anerkennung vorlegten. Dem Antrag wurde stattgegeben, nach dem Kennel Club nahm auch die FCI (1991 vorläufig, 2001 endgültig) die Rasse „Parson Russell Terrier“ in den Kreis der Rassehunde auf.

So entstanden aus den gleichen Ursprüngen gleich mehrere Rassen: Vor etwa 200 Jahren der Foxterrier, aus nicht typischen Exemplaren und unkontrollierten Kreuzungen die „Reiterjackies“, unter Regie von Kennel Club und FCI der „Parson Russell Terrier“, und im fernen Australien missverstand man den bei Anerkennung des Parson nicht berücksichtigten kleineren Typ der Rasse als „Parson auf kurzen Beinen“ und züchtete dort eifrig einen solchen, im Mutterland nicht erwünschten Terriertyp als „Jack Russell“, stellte einen diesem Bild entsprechenden Standard auf und legte auch diesen, mit Unterstützung von Irland als Teil des mit „Großbritannien“ angegebenen Mutterlandes, der FCI zur Anerkennung vor. (Anmerkung der Webmasterin: Mittlerweile findet man den Jack Russell Terrier unter der FCI-Standard N° 345 / 09.08.2004 /D mit Rassestandard.)

Und so gibt es inzwischen eine ganze Reihe von Rassen, die irgendwie irgendwas mit dem Jack Russell Terrier zu tun haben, zum Teil sogar diesen Namen tragen, aber doch in verschiedenen Arten vom eigentlichen Rassebild abweichen.

Jener ursprüngliche alte Arbeitsterriertyp, der tatsächlich über all die Jahre im Sinne des „Namensgebers“ gezüchtet wurde, von Arbeitsterrierleuten wie Russell selbst einer war und exakt zu dem Zweck, zu dem auch dieser seine Terrier einsetzte, ist nach wie vor der Unbekannteste von allen, auch wenn sein Name inzwischen in aller Munde ist!Um uns endlose Erklärungen um das Bild der „wahren“ Rasse und unsere Zuchtziele zu sparen und um Missverständnissen vorzubeugen, bezeichnen wir diesen Typ, dessen Erhalt wir uns verschrieben haben, entsprechend seiner Heimat, in der er die Wirren der Zeiten im Verborgenen unverändert überstanden hat, als „British Jack Russell“. Auch wenn das keine offizielle Rassebezeichnung ist, weil seine Anhänger nach wie vor der Anerkennung trotzen.

Antje Heller

(Anmerkung: Es ist nicht gestattet diesen Text ganz oder auch nur auszugsweise zu übernehmen – wer Interesse an diesem Artikel hat, wendet sich an Antje Heller / www.outlaw-terrier.de oder die Webmasterin dieser Seiten.)

Welche Fragen sollten Sie klären?

Sie haben sich über das Internet und ggf. einen Zuchtverband erkundigt und einige Züchter in die engere Wahl genommen. Meistens ruft man dann als erstes an und stellt die Fragen, die über die Homepage vielleicht nicht geklärt werden konnten. Diese Vorgehensweise empfinde ich als vollkommen selbstverständlich und bin – selbst Züchterin – eher positiv eingestellt – wenn man mich persönlich kontaktiert.

Als interessierter Mensch möchten Sie in diesem Gespräch einige Fragen klären und, so ganz nebenbei, merkt man ja auch, ob man sich evtl. sympathisch ist.

Ich habe nachfolgend ein paar Fragen zusammengestellt, die weder genau so, noch in der Anzahl so gestellt werden müssen, sie geben Ihnen vielleicht einen Eindruck davon, was man einen Züchter alles fragen KANN.

Wenn Sie es nicht bereits über eine Züchterhomepage erfahren konnten, ist die erste Frage: Gibt es zur Zeit Welpen?

Wenn ja, fragen Sie nach dem Wurfdatum und der Wurfstärke und ob noch Welpen frei sind.  Sind noch Welpen frei, fragen Sie nach dem Geschlecht und nach dem Verhalten des Hundes bzw. warum der Welpe noch frei ist.

Und natürlich, wann das voraussichtliche Abgabedatum sein wird. Frühestmöglicher Abgabetermin ist mit acht Wochen, einige Vereine geben erst später ab.

Fragen Sie nach Haarqualität (falls schon gut erkennbar) und nach den Abzeichen und wie viel Farbe die Welpen haben. Beim Parson (Jack) Russell Terrier ist die Farbpalette von weiß, über rot-weiß, lemon-weiß, tricolor, schwarz-weiß in unterschiedlichster Kombination und Menge sehr facettenreich vorhanden – gestromt oder mehr als 50% Farbe sind allerdings nicht gestattet.

In Deutschland besteht Kupierverbot von Ruten (und Ohren) – Ausnahme: Jagdliche Leistungszuchten! Fragen Sie also ruhig nach, ob die Welpen kupiert sind – sollte dies der Fall sein und der Welpe stammt aus keiner jagdlichen Zucht, sollten Sie durchaus nachfragen, warum dies so ist. Kupierte Ruten sind verboten und deshalb würde ich an dieser Stelle Abstand vom Kauf nehmen.

Erkundigen Sie sich nach dem Zwingernamen und nach dem aktuellen Buchstaben (für die Namensgebung) bei diesem Wurf. Hier können Sie vielleicht sogar noch den Namen ihres Welpen mitbestimmen.

Gibt es bei diesem Züchter zur Zeit mehrere Würfe. Wenn ja, erkundigen Sie sich, ob es Würfe der gleichen Rasse sind und wie viele Zuchthündinnen der Züchter hat. Dies muss überhaupt kein Problem darstellen, weil bei Züchtern mit mehreren Hündinnen, sich die Läufigkeiten oft angleichen und es durchaus Sinn macht, diese (natürlich so, dass es händelbar ist) gleichzeitig zu belegen, was auch den Welpen (mehr Spielpartner) zu Gute kommt. Kann aber leider auch ein Hinweis sein, der nicht positiv ist. Hier also nachfragen, der Züchter, der hier gerne und problemlos Auskunft gibt, hat sicherlich auch keinen Grund etwas zu verbergen. (Hier bitte noch mal lesen: Welcher Züchter?) Hier sollten Sie sich dann vor Ort einen Eindruck verschaffen, wenn alle anderen Fragen zur Ihrer Zufriedenheit beantwortet wurden.

Wenn nein, dann fragen Sie nach dem nächsten geplanten Wurf und nach den Eltern dieses Wurfes.

Fragen Sie nach, wie die Welpen geprägt werden, was der Züchter hier unternimmt.

In welchem Verband ist der Züchter Mitglied? Haben Sie die Züchteradresse nicht von einer Welpenvermittlung, fragen Sie hier nach und erkundigen sich über diesen Verband.

Fragen Sie ruhig nach Ausstellungserfolgen oder Leistungskennzeichen. Ein Hund z.B. aus reiner Leistungszucht kann hohe Anforderungen an einen Ersthundebesitzer stellen, während bei reinen Schönheitszuchten manche rassetypische Eigenschaft schon etwas in den Hintergrund tritt. (kann, muss nicht….)

Deshalb immer gut nach den Eigenarten der Welpen (wenn schon erkennbar) fragen! Ein Züchter kann ab einem bestimmten Alter der Welpen meist schon gut abschätzen, wie sich der Charakter des Welpen darstellt. Noch einfacher ist soetwas, wenn Sie den Züchter besuchen und mehr Zeit mitbringen.

Daraus ergibt sich gleich die nächste Frage: Wie schätzt der Züchter das Wesen der Mutter ein? Natürlich ist jeder Züchter ziemlich begeistert von seiner Hündin, aber durch seine Beschreibung können Sie oft schon erkennen, worauf er besonders Wert legt. Das Gleiche gilt natürlich für den Deckrüden, der aber oftmals nicht im Besitz des Züchters ist, so dass die Beschreibung desselben durchaus neutraler ausfallen kann.

Wenn Sie denn dann den Züchter besuchen: Ist es möglich Mutter und Welpen zu sehen. Unter normalen Umständen ist dies bei seriösen Züchtern immer möglich, ein Hundehändler hingegen hat die Mutter der angebotenen Welpen meist nie gesehen. Wird dies – ohne plausible Erklärung – abschlägig beantwortet, brauchen Sie gar nicht weiterfragen.

Fragen Sie, ob Sie die Ahnentafel der Mutter/Eltern sehen können. Zumindest die Papiere der Mutter müssen da sein, sonst s.o. (Ende der Vorstellung). – Achten Sie bei den Papieren auch darauf, was für ein Rassezuchtverband die Papiere ausgestellt hat. Es gibt hier einige Phantasiepapiere, die leider das Papier nicht wert sind, auf dem sie stehen. Haben Sie Zweifel, schreiben Sie sich den Verband auf und erkundigen sich dann später danach. Sehen Sie Papiere vom VDH (KFT oder PRTCD) oder aus der FCI können Sie sich jederzeit bei diesen Verbänden erkundigen.

Fragen Sie auch nach Impfungen und Entwurmungen, welche, wie oft und wann? Und natürlich, ob der Nachweis darüber in einem Impfpass geführt wird.

Wann wird die Ahnentafel des Welpen übergeben? Dies erfolgt meist erst nach Abgabe des Welpen, weil die Wurfabnahme erst mit der 8. Woche erfolgt, dann aber die Welpen schon abgegeben werden. Die Übersendung der Papiere kann also länger dauern, was aber völlig normal ist.

Ach ja, und der Preis, natürlich, auch wenn dies nicht im Vordergrund stehen sollte bei der Anschaffung eines Hundes, der wohl so um die 10 bis 15 Jahre lebt, müssen Sie hierzu schon fragen. Die Rasseverbände geben Preise in engen Bahnen vor, erkundigen Sie sich vor diesen Gesprächen, wie die Preise üblicherweise sind, damit Sie Ausreißer nach oben oder unten gleich bemerken. Lassen Sie sich bitte NIEMALS über einen günstigen Preis ködern. (Hierzu gibt es auch noch ein sehr nette Aufstellung, die ich auf einer Homepage fand und bei der man mir gestattet hat, sie zu verwenden.)

Leider wirkt dieser Ablauf jetzt sehr schematisch, im wirklichen Leben wird sich hoffentlich schnell ein nettes Gespräch entwickeln, in dem Sie feststellen, dass sie schon an der richtigen Adresse sind. Je mehr Fragen Sie beantwortet bekommen und je mehr Sie über die Philosophie erfahren um so besser.

Und noch ein wichtiger Hinweis zum Schluss: Lassen Sie sich nicht bedrängen und nehmen Sie sich die notwendige Zeit um ganz sicher zu gehen. Ein persönlicher Kontakt ist unumgänglich, denn auch ein noch so sorgfältig und genau geführtes Telefonat, ersetzt nicht den tatsächlichen Augenschein. Hundekauf ist Vertrauenssache!

Interessantes im WEB

Veröffentlichungen

Eigene Veröffentlichungen: Parson- und Jack Russell Terrier – Große Hunde in kleinem Körper

Externe Artikel, die interessant sind:

Judging the Parson Russell Terrier von Mary Strom Bernard – übersetzt von Bettina Becker

Kritische Tiermedizin:
Ernährung unserer Hunde
Skeletterkrankungen: Fütterungsbedingte Ursachen und Empfehlungen zur Prophylaxe

Die Kastration der Hündin

Symptome Gebärmutterentzündung / -vereiterung

Die Operation des grauen Stars beim Hund

 

Es soll ein Parson sein?

Es soll also ein Parson Russell Terrier werden?

… dann hier ein einige Aussagen zu seinem Wesen…
Die Anregung enstammt einem Artikel auf Jack Russell Terrier Club of America aus dem Jahre 2002, was sicher einiges zu bedeuten hat, denn auch in den USA avancierte der PRT in unglaublicher Geschwindigkeit zu einem sog. Modehund, mit allen Problemen für die Hunde selbst und Auswirkungen auf die Zucht. (Hinweisen muss ich aber auch darauf, dass Hundehaltung in den USA etwas anders betrieben wird.)


Immer wieder bewegte uns, Parson – und Jack Russell – Terrier – Besitzer- und Fans, die Frage,wie kann man Käufer und Interessierte der Rasse vor ihrem Kauf umfassend aufklären, ohne ständig einen erhobenen Zeigefinger zu entdecken und wie das Ganze verpacken, ohne zu theoretisierend zu sein.

Keine leichte Aufgabe, denn wie wir feststellen mussten, kann kein Buch und kein Artikel und manchmal noch nicht mal das direkte Gespräch mit kompetenten Menschen, die reale IMGP2815Situation widerspiegeln, wenn ein Welpe dann tatsächlich in der Familie ankommt. Wir werden es trotzdem in Angriff nehmen, denn wir wollen unterstützen, auch beraten und vor allem dazu beitragen, das Mensch und Hund zusammen glücklich und zufrieden werden und nicht umgekehrt.

Die erste Frage, die sich vielleicht jeder von Ihnen stellen sollte, ist:

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, einen Parson – oder Jack Russell Terrier anzuschaffen bzw. als für sie geeigneten Hund anzusehen?

Haben Freunde oder Bekannte einen und dieser gefällt ihnen so gut, das sie auch gerne einen hätten? Das sind an sich gute Voraussetzungen, denn dort haben sie wahrscheinlich kompetente Ansprechpartner, weil diese schon Kinderkrankheiten, Trotzphasen und erste Schritte der Erziehung durchleben „durften“. Noch besser wäre es sicherlich, mehrere Ansprechpartner zu haben, denn nicht nur jeder Mensch, sondern auch jeder Hund ist anders.

Brenda1Oder sie haben nach einer für sie geeigneten Rasse gesucht und sind dabei, vielleicht im i-net oder in einer Zeitung über die Rassebeschreibung des Jackys gestolpert?

Oder Sie haben, wie zur Zeit häufig zu beobachten, einen Jacky in der Werbung gesehen, evtl. in einer Zeitschrift, einem Prospekt oder im Fernsehen. Niedlich sind sie ja, keine Frage, aber wer kann ihnen jetzt die Fragen beantworten, was noch hinter dieser süßen Fratze stecken könnte, denn darüber muss man sich im klaren sein: Jackies, die in der Werbung oder im Fernsehen zu sehen sind, müssen gut trainiert und ausgebildet sein. Nichts von dem, was sie dort sehen, hat mit dem wirklichen Zusammenleben zwischen Mensch und Hund zu tun. Dem voran gegangen ist harte Arbeit, Ausdauer, viel investierte Zeit und normalerweise auch Geld.

Nachstehend stellen wir einfach mal ein paar Eckpfeiler des Charakters zusammen, die sie alleine oder mit ihrer Familie durchgehen können. Wenn Sie diese Aussagen für sich beantworten mit: „Das war mir klar!“ bzw. „Das war mir vielleicht so nicht klar, aber ich habe genug Power und Durchhaltevermögen um mit Eventualitäten zurecht zu kommen!“, dann sind sie vielleicht ein zukünftiger Jacky-Besitzer, der das Potential, was in diesen „großen Hunden in kleinem Körper“ steckt, zu schätzen weiß und daraus was macht. Und natürlich ist nicht jeder Jacky gleich, manche z.B. sind eher etwas ruhiger und umgänglicher, andere doch eher schon sehr aktiv und selbstbewusst zur Welt gekommen. Die Palette ist vielfältig, aber wie genau sich ein Welpe entwickelt, kann man nie sagen, vieles hängt dann von ihnen und ihrer Erziehung ab.

Parson (Jack) Russell Terrier

…. sind vor allem eins: Jagdhunde, deren Charakterzüge und Eigenschaften (Graben, Verbellen, selbständiges Arbeiten, Fährtensuche) sie zu exzellenten Solitärjägern machen. Dieses sind keine schlechten Charaktereigenschaften, sondern über Generationen hinweg Indizien für hervorragende Jagdhunde.

…. sie sind weiterhin für die Bauarbeit gezüchtet, d.h. das Stellen und Verbellen einer Beute, z.B. Fuchs gehört zu ihren Aufgaben! Gibt man ihnen keine adäquaten Ausgleich für ihren Bewegungs- und Arbeitstrieb suchen sich die süßen Kleinen ein anderes Ventil. Autos und Fahrradfahrer jagen, wildern, 14379893lj„Beschützer der Welt“ und vor allem der eigenen Familie sein usw. – dem Erfindungsreichtum sind hier keine Grenzen gesetzt.

… sie sind wirklich große Hunde in einem kleinen Körper, was ein großes Kompliment ist. Aber eben auch beinhaltet, dass sie häufig an einem großen Selbstbewusstsein „leiden“, bzw. ihr Drang nach Beschäftigung dem auch angepasst ist.

… ja, und sie haaren auch, alle Felltypen, die kurzhaarigen mehr als die rauhaarigen, die aber Zeit ihres Lebens professionelles Trimmen benötigen.

…. ach ja: Die Größe des Hundes sollte nicht darüber hinweg täuschen, dass sie auch erzogen werden müssen. Und nicht nur das, sie benötigen eine konsequente, liebevolle und hin und wieder auch strenge Erziehung, die nie endet. Jackies sind zu intelligent, als das sie irgendwann einmal aufhören würden, ihre Grenzen auszuloten. Je nach Temperament und P7287948Selbstbewusstsein kann dies recht auffällig, aber auch sehr subtil passieren – auch hier paart sich die Intelligenz mit einer hohen Flexibilität, sich auf den Besitzer einzustellen und ihn ggf. auszutricksen. Der Umkehrschluss ist, das sie mit einem so cleveren Kerl an ihrer Seite ungeahnte Möglichkeiten haben, für alles, was sie zusammen tun können. Der Jacky ist lernbegierig und lernt schnell – auch Blödsinn – selbstverständlich.

… sind nicht zwingend Wohnungs- oder Stadthunde nur weil sie klein sind. Es sind Jagdhunde, die ihre Passion auch in der Stadt nicht vergessen werden oder verleugnen können. Kann man ihnen nicht den ausreichenden Auslauf ohne Leine und die notwendige Beschäftigung bieten, werden diese Hunde (und ihre Besitzer) nicht glücklich.

sind nicht zwingend geeignet für Haushalte mit kleinen Kindern, es sei denn sie sind erfahren damit, einen Hund und Kinder zusammen groß zu ziehen. Fehlverhalten von Kindern gegenüber einem Jackie wird nicht zwingend toleriert. Sie werden sich nicht gutmütig abfinden mit typischer Kinderbehandlung wie Ziehen an Ohren, Rute etc. oder Wegnehmen oder „Teilen“ von Hundeknochen, Futter, Spielzeugen etc..

Suchen Sie also, Hand auf´s Herz, vielleicht eine Ergänzung zu ihrer Familie, gepaart mit der Hoffnung, das klein auch gleich unkompliziert ist, dann sei ihnen abgeraten von einem Parson (Jack) Russell Terrier. Stellen Sie sich allerdings auf all diese Dinge ein, suchen sich Gleichgesinnte für den Erfahrungsaustausch und finden vielleicht ein gemeinsames Hobby mit ihrem Hund, es muss wirklich nicht die Jagd sein, dann haben sie den tollsten Hund der Welt und einen treuen Begleiter.

Schlusswort:

Für viele Leser dieser HP mag es vielleicht manchmal irritierend sein, wie oft ich mich des Themas „Parson Russell“, seiner Auslastung, seiner Anschaffung usw. annehme.

Seien Sie versichert: ICH LIEBE DIESE RASSE!!! Immer wieder würde ich mir einen PR oder PJRT kaufen. Aber aus meiner eigenen Erfahrung, die jetzt auch schon ein paar Jahre zählt, und Gesprächen mit vielen Neu-Jacky-Besitzern, weiß ich um die Probleme, die überforderte Hundebesitzer gerade mit dieser Rasse haben, die jetzt so beliebt ist. In den richtigen Händen haben sie einen phantastischen Hund – in den falschen, na ja…., und deswegen dienen alle Äußerungen meinerseits nur einem Zweck – das aus Hund und Mensch ein richtig tolles Team werden – nicht mehr, aber bitte auch nicht weniger.

Taubheit

Taubheit beim Parson Russell Terrier tritt immer wieder auf, d.h. ich spreche hier von Welpen, die taub sind, nicht von einem alten Hund, der taub wird.

Die genetischen Erbgänge, die für die Taubheit beim Parson/Jack Russell Terrier verantwortlich sind, sind bis heute noch nicht vollständig entschlüsselt.

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Katarakt

oder grauer Star. Deutlich erkennbar, wenn sich die Linse des Auges immer mehr eintrübt. Je trüber das Auge wird umso weniger Sehleistung hat der Hund.

Nun ist aber grauer Star nicht gleich grauer Star.

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Impfempfehlung

Impfempfehlung

Staupe, Tollwut, Leptospirose, Parvovirose

Die Staupe:
Unter Staupe versteht man eine Virusinfektion, die in verschiedenen Formen auftreten kann.

Als Darmstaupe mit Durchfall

als Lungenstaupe mit Lungenentzündung

als nervöse Staupe mit Lähmungen

Die nervöse Staupe erkennen Sie an folgenden Merkmalen:

Der Hund hat Fieber, Husten und Durchfall. Die Augen sind verklebt und tränen. Im fortgeschrittenem Stadium bekommt der Hund Krämpfe und Bewegungsstörungen.

Die Staupe tritt zwar, dank der durchgeführten Impfungen, nur noch selten auf, sie ist aber nicht völlig verschwunden.

Die Tollwut:
Die Tollwut zählt zu den schlimmsten aller Viruskrankheiten. Sie konnte bis heute nicht ausgerottet werden. Der erkrankte Hund zeigt ein aggressives Verhalten. Beißwut, Lähmungen und Krämpfe sind die Anzeichen für einen Tollwutbefall.

Da ein an Tollwut erkrankter Hund die Infektion an Menschen übertragen kann, (durch Bisse) ist eine regelmäßige Schutzimpfung besonders wichtig. Auslandsreisen mit dem Hund sind nur mit eingetragener Schutzimpfung im Impfpass des Hundes möglich.

Die Leptospirose:
Die Leptospirose ist eine Bakterieninfektion und wird durch verschiedene Leptospiren – Erreger hervorgerufen. Es gibt darunter einige, die auch auf den Menschen übertragbar sind und ansteckende Gelbsucht verursachen.

Anzeichen:
Fieber, Erbrechen, Appetitmangel, Magen-, Darm- und Nierenerkrankungen. Häufig kommt es auch zu einer Schwäche in den Hinterläufen. In schweren Fällen Gelbsucht und Bewegungsstörungen. Durch regelmäßige Impfungen wird die Erkrankung und Übertragung wirkungsvoll verhindert.

Parvovirose:
Diese Krankheit wird oft dort übertragen, wo viele Hunde zusammenkommen, z. B. auf Ausstellungen. Stress erhöht die Anfälligkeit für die Erkrankung.

Anzeichen:
Plötzlich auftretender, blutiger Durchfall, starkes Erbrechen. Der Hund wird teilnahmslos, verweigert die Nahrungsaufnahme und leidet unter starkem Flüssigkeitsmangel. Ein vollkommener Impfschutz wird erreicht, wenn der entwurmte Welpe mit 8 Wochen die erste Grundimpfung gegen Staupe, Hepatitis und Leptospirose bekommt. Diese Grundimmunisierung wird in der Regel durch den Züchter veranlasst. Fragen Sie danach! Die zweite Grundimpfung bekommt der Welpe in der 12. – 14. Lebenswoche. Wenn Sie den Welpen übernehmen sollte er durchgeimpft sein. Dies können Sie im Impfbuch nachkontrollieren. Die Impfung gegen Leptospirose und Tollwut sollte jährlich erneuert werden. Gegen Staupe und Hepatitis sollte alle zwei Jahre geimpft werden.

Ich empfehle hierzu die Impfempfehlung des VDH zu lesen!

Impfempfehlung als PDF (vom VDH)

Zu erwähnen wäre in diesem Zusammenhang auch das regelmäßige Untersuchen Ihres Hundes auf Würmer. Jeder Welpen bekommt von der Mutter Spulwürmer mit. Diese Einrichtung der Natur ist dazu gedacht, beim Welpen bereits Abwehrstoffe gegen Würmer zu entwickeln. Die Welpen werden ab der 2. Lebenswoche alle 14 Tage bis zur Abgabe von 12 Wochen entwurmt. Danach empfehlen wir eine 1/4 jährliche Entwurmung. Würmer schwächen die Widerstandskraft gegen Infektionen, daher ist das regelmäßige Entwurmen so wichtig.

Sie sollten Ihrem Hund aber nun nicht einfach prophylaktisch eine Wurmkur verabreichen. Nehmen Sie etwas vom Kot des Hundes mit zum Tierarzt und lassen diese Probe auf Würmer untersuchen. Der Tierarzt wird Ihnen im Bedarfsfall das richtige Mittel für den Hund verabreichen.